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Diskretionäre Fiskalpolitik als Steuerungsgröße der Geldpolitik

Ob nun Kleinanleger oder Großinvestor – besonders in unruhigen Zeiten sollten Kapitalanleger die finanzpolitischen Maßnahmen eines Staates genauer unter die Lupe nehmen.

Eines der wichtigsten Wirtschaftsinstrumente ist dabei die Fiskalpolitik. Sie soll konjunkturelle Schwankungen durch geeignete wirtschaftspolitische Maßnahmen ausgleichen.

Die diskretionäre, aktivistische Fiskalpolitik (auch antizyklische Fiskalpolitik) versucht, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage durch finanzpolitische Instrumente zu steuern.

Die Grundlagen

Die theoretischen Grundlagen der diskretionären Fiskalpolitik lieferte der Ökonom John Maynard Keynes.

Er sah den Grund von Beschäftigungsschwankungen in einer zu geringen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Diese soll durch fiskalpolitische Maßnahmen seitens des Staates gesteuert werden.

Mehr zum Thema: Keynesianismus – eine Definition

Eine diskretionäre Fiskalpolitik versucht, aktiv auf den Konjunkturverlauf Einfluss zu nehmen.

Sie orientiert sich dabei am Einzelfall, geht also auf die aktuelle  Wirtschaftssituation ein. Hierfür sind explizite Entscheidungen seitens der Regierung und des Parlamentes gefordert.

Die Mittel dieser wirtschaftspolitischen Maßnahmen können je nach Einzelfall entschieden und dosiert werden.

Möglichkeiten der diskretionären Fiskalpolitik

Ein Beispiel zur diskretionären Fiskalpolitik: Befindet sich ein Staat in der Rezession, finden diskretionäre finanzpolitische Maßnahmen Anwendung, um das passende Konjunkturprogramm zu finden.

Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage steht hierbei im Mittelpunkt des Geschehens. Befindet sich die Nachfrage im Abwärtstrend, soll der Staat durch Steuersenkungen, Subventionen oder staatlichen Käufen neue Investoren gewinnen und die Nachfrage beleben.

Dies gilt übrigens auch, wenn die höheren Ausgaben über Kredite finanziert werden müssen. Der erwartete Aufschwung soll das Haushaltsdefizit wieder auffangen.

Im umgekehrten Fall, also bei einer sehr hohen Nachfrage, sollen Steuererhöhungen und Kürzungen der öffentlichen Ausgaben helfen, die Konjunktur nicht übermäßig aufzubauschen.

Mehr zum Thema: Antizyklische Fiskalpolitik: das wirtschaftspolitische Instrument des Staates

Grenzen der antizyklischen Wirtschaftspolitik

Diese antizyklische Fiskalpolitik wurde in den 1960er und 1970er Jahren erfolgreich umgesetzt.

Ab Mitte der 1970er Jahre verstärkten sich jedoch trotz dieser Maßnahmen die konjunkturellen Schwankungen, die Arbeitslosigkeit zog an und auch die Haushaltsdefizite stiegen enorm. Seit diesem Zeitpunkt steht die diskretionäre Fiskalpolitik unter scharfer Beobachtung.

Ein Vorwurf lautet, dass die fiskalpolitischen Impulse dieser diskretionären Finanzpolitik auch ohne großen Nachhall verpuffen können.

Da die Entscheidungsfindung durch die Regierungen einen erhöhten Zeitaufwand bedeutet, kann es zu Zeitverzögerungen im Planungsverlauf kommen. Somit entfalten sich die Wirkungen der diskretionären Mittel oftmals zu spät.

Zudem sind die Einflussmöglichkeiten des Staates auf die Wirtschaftstätigkeiten relativ beschränkt.

Ob Investitionen und Subventionen auch wirklich an der richtigen Stelle einen nachhaltigen Effekt erzielen, ist meist schwer abzusehen und kaum zu steuern.

Entscheidungsfindung oftmals schwierig

Eine diskretionäre Finanzpolitik kann positive Auswirkungen auf den Konjunkturverlauf haben, sollte jedoch auch immer hinsichtlich ihrer längerfristigen Wirkungsweise betrachtet werden.

Somit stehen sich in wirtschaftlichen Krisenzeiten oftmals 2 Fraktionen gegenüber:

Während die einen auf die bewährte, regelgebundene Finanzpolitik setzen, sieht die Gegenseite den einzigen Ausweg in der Anwendung diskretionärer Mittel.

18. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.