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Dividenden: Das sind die besten Auswahlmethoden

Es existieren eine ganze Reihe verschiedener mechanischer Dividendenstrategien. Im Folgenden führen wir Ihnen die wichtigsten und erfolgreichsten Strategien auf.

Die Auswahlmethoden unterscheiden sich in punkto Renditechancen und Risiko. Allgemein gilt: Je weniger Einzelwerte eine Strategie vorsieht, desto höher sind Renditechance und Risiko.

O’Higgins-Methode (Low-5)

Der Vermögensverwalter Michael O’Higgins hat diese Strategie erstmals in seinem Buch „Beating the Dow“ (Den Dow Jones schlagen) im Jahr 1991 veröffentlicht. Seine Auswahlmethode basiert auf einer Strategie, die der bekannte Investor Benjamin Graham bereits 1949 vorschlug.

Graham hatte früh erkannt, dass Emotionen wie Angst oder Gier zu schwächeren Anlageergebnissen führen.

Deshalb riet er Anlegern zu einer mechanischen Strategie, die darin bestand, die 6 bis zehn Aktien aus dem Dow Jones mit dem niedrigsten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu kaufen. Benjamin Graham erzielte mit dieser Methode jahrelang eine deutlich bessere Performance als der Dow Jones.

In den 80er-Jahren schlug John Slatter einen ähnlichen Ansatz vor. Anstatt des KGV benutzte er die Dividendenrendite als Auswahlkriterium. Sein Vorschlag bestand darin, die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite zu kaufen.

Da bei dieser Strategie die aktuell unpopulärsten Werte im Depot landen, wird sie auch als „Dogs of the Dow“ (Hunde des Dow Jones) bezeichnet.

Michael O’Higgins analysierte die Auswahlmethoden Grahams und Slatters eingehend und entwickelte diese weiter. Nach ausführlichen statistischen Untersuchungen fügte er dem Kriterium Dividendenrendite ein weiteres Kriterium hinzu: die Höhe des Aktienkurses.

O’Higgins wies nach, dass sich die Ergebnisse der „Dogs of the Dow“-Strategie verbessern lassen, wenn nicht alle zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite gekauft werden, sondern nur die 5 dieser zehn mit dem niedrigsten Aktienkurs.

Diese Empfehlung beruhte auf seiner Feststellung, dass Aktien mit niedrigerem Kurs stärker schwanken und daher bei steigenden Börsen noch mehr zulegen können als andere Aktien.

Ihre Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein O’Higgins-Dividenden-Depot:

Wählen Sie aus dem DAX die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite.

Wählen Sie daraus die 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs. Investieren Sie in die 5 Aktien jeweils denselben Betrag. Halten Sie die Aktien zwölf Monate

Die O’Higgins-Strategie wird auch als „Low-5“ oder „Small Dogs of the Dow“ (Kleine Hunde des Dow Jones) bezeichnet. Higgins führte zum Beweis seiner Strategie Rückrechnungen („Backtesting“) durch.


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Ergebnis: Seine Strategie war dem Dow Jones in der Vergangenheit deutlich überlegen. Auch im Vergleich zu den Auswahlmethoden von Graham und Slatter wies die O’Higgins-Strategie die besseren Ergebnisse auf.

Low-4-Auswahlmethode

Seit der Veröffentlichung der O’Higgins-Strategie gab es zahlreiche Versuche, die Strategie weiter zu verbessern. Die Vorschläge von Robert Sheard schnitten dabei am erfolgreichsten ab.

Er hatte auf der Basis der O’Higgins-Methode eine Vielzahl von statistischen Untersuchungen angestellt, bei denen er die Anzahl der ausgewählten Aktien sowie deren Gewichtung variierte.

Das Ergebnis: Die Rendite der Dividendenstrategie lässt sich noch weiter steigern, wenn nicht alle 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs ins Depot aufgenommen werden.

Bei der Low-4-Auswahlmethode wird die Aktie mit dem niedrigsten Kurs nicht ins Depot aufgenommen, sie hat sich nach Sheards Untersuchungen häufig am schlechtesten entwickelt. Stattdessen wird die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs doppelt gewichtet (40%), die anderen drei Werte jeweils mit 20%.

So gehen Sie bei der Low-4-Strategie von Robert Sheard vor:

  • Stellen Sie die Aktien nach der O’Higgins-Methode zusammen.
  • Kaufen Sie die Aktie mit dem niedrigsten Kurs nicht und setzen Sie stattdessen die gesparten 20% zusätzlich auf die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs.
  • Halten Sie die Aktien zwölfMonate.

Das Aussortieren der Aktie mit dem niedrigsten Kurs ist nicht nur statistisch zu begründen, sondern auch plausibel erklärbar: Das Unternehmen mit dem niedrigsten Aktienkurs steckt oft in fundamentalen Schwierigkeiten.

Aus diesem Grund entwickelt sich dessen Aktie vergleichsweise schlecht. Ein Jahr ist ein zu kurzer Zeitraum, um diese Schwierigkeiten zu überwinden.

Mit einer Verlängerung des Anlagezeitraums lässt sich dieses Problem nicht lösen. Alle Untersuchungen deuten darauf hin, dass die einjährige Haltefrist bei Dividendenstrategien grundsätzlich den größten Erfolg verspricht.

Low-2-Auswahlmethode

Robert Sheard entwickelte neben der Low-4-Methode auch die Low-2-Methode. Um die Rendite der Dividendenstrategie noch weiter zu steigern, nimmt diese Methode lediglich zwei Werte ins Depot auf.

Die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs zählt in jedem Fall dazu. Bei der Auswahl der zweiten Aktie hängt es davon ab, ob die Aktie mit dem niedrigsten Kurs auch gleichzeitig die höchste Dividendenrendite aufweist.

Falls dies nicht der Fall ist, wird diese Aktie ebenfalls ins Depot aufgenommen. Wenn dem dagegen so ist, wird stattdessen die Aktie mit dem drittniedrigsten Kurs ausgewählt.

So gehen Sie bei der Low-2-Strategie von Robert Sheard vor:

  • Nehmen Sie aus den zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite nur noch die 2 Aktien mit dem niedrigsten absoluten Kurs (die günstigste und die zweitgünstigste).
  • Falls die Aktie mit dem niedrigsten absoluten Kurs aber gleichzeitig die höchste Dividendenrendite hat,wird statt dieser Aktie die Aktie mit dem drittniedrigsten Kurs gekauft.
  • Halten Sie die Aktien zwölfMonate.

Der Grund: Robert Sheard hatte festgestellt, dass die Aktie mit dem niedrigsten Kurs sich nur dann schlecht entwickelt, wenn sie zugleich die höchste Dividendenrendite aller Aktien im Index besaß.

Vorteil der Low-2-Methode: Die Renditeaussichten wachsen. Die Low-2-Methode erzielte in der Vergangenheit eine noch höhere Rendite als die O’Higgins- und die Low-4- Methode.

Nachteil der Low-2-Methode: Das Risiko ist ebenfalls größer, da es sich nur auf 2 Einzelwerte verteilt. Außerdem bedeutet eine höhere Rendite in der Vergangenheit keine Garantie für eine Überrendite in der Zukunft.

Top-Dividenden-Auswahlmethode

Die Top-Dividendenstrategie ist die einfachste der vier vorgestellten Auswahlmethoden. Ihre Handlungsempfehlung lautet:

Wählen Sie aus einem Index die drei Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus und halten Sie diese 1 Jahr lang.

Vorteil der Top-Dividendenstrategie: Die Auswahlmethode erfordert weniger Aufwand. Es reicht ein Blick auf die Dividendenschätzungen, um zu erkennen, welche Werte ins Depot gehören.

Nachteil der Top-Dividendenstrategie: Gesicherte Erkenntnisse über den Erfolg dieser Strategie liegen nur für einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum von einigen Jahren vor. Studien über die Performance mehrerer Jahrzehnte, wie bei den anderen drei Auswahlmethoden, existieren (noch) nicht.

 Mehr zum Thema: Dividenden: Wissenswertes im Überblick

8. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.