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Dividenden sammeln lohnt sich

Wenn Sie sich schon etwas länger mit der Börse beschäftigen, wissen Sie: Aktien mit hoher Dividendenrendite schneiden auf lange Sicht deutlich besser ab als der breite Markt. Dabei werden Dividenden von vielen Aktionären oft unterschätzt. Diese Anleger sehen sie lediglich als ein kleines Zubrot zu den (möglichen) Kursgewinnen an. Das stimmt jedoch keinesfalls.

Dividenden machen 50% der langfristigen Aktienrendite aus

Wie zahlreiche Studien beweisen, sind Dividenden im Schnitt für rund die Hälfte der Performance von Aktien verantwortlich. Von einem Zubrot kann also keine Rede sein. Dies gilt wohlgemerkt für den Durchschnitt der Aktien.

Bei Aktien mit hoher Dividendenrendite von 5% macht der Anteil der Dividenden sogar noch deutlich mehr aus als 50% der langfristigen Performance. Genau das macht Dividendenwerte für viele Anleger so attraktiv.

Ein Plus an Sicherheit

Für Sie bedeuten hohe Dividendenzahlen auch eine zusätzliche Sicherheit. Denn diese Zahlungen sind Ihnen sicher. Es kommt nämlich relativ selten vor, dass Dividenden gekürzt oder sogar komplett gestrichen werden.

Wenn sich die Aktie seitwärts entwickelt, bleibt Ihnen als Anleger zumindest die Dividendenrendite. Und diese liegt weit über den aktuellen Minirenditen, die Ihnen die meisten Zinsanlagen bieten.

Ihre 4 Anlage-Möglichkeiten in Dividendenwerte

Wenn Sie in Dividendenwerte investieren möchten, besitzen Sie 4 grundsätzliche Anlage-Möglichkeiten:

  • Dividendenfonds: Mit diesen Fonds investieren Sie breit gestreut in Aktien mit hoher Dividendenrendite. Die Einzeltitel-Auswahl überlassen Sie dabei einem Profi. Dies verursacht zwar Gebühren, dafür müssen Sie sich aber auch um nichts kümmern. Und außerdem weisen die besten Dividendenfonds beachtliche Renditen auf.
  • Dividendenindizes: die kostengünstige Alternative zu Fonds. Hier investieren Sie ebenfalls breit gestreut per Index-Zertifikat oder ETF auf einen Dividendenindex, beispielsweise den Stoxx Europa Select Dividend oder den DIVDAX.

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  • Mechanische Dividendenstrategien: Dabei wählen Sie nach bestimmten Regeln Einzelaktien aus einem Index aus. Die bekannteste ist die O´Higgins-Methode. Hier wählen Sie aus einem Index von den 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite die 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs aus. Dieses Auswahlverfahren wiederholen Sie jedes Jahr, wobei Sie alle 5 Werte gleich gewichten. Im Schnitt brachte diese relativ einfache Methode der Aktienauswahl Ihnen auf lange Sicht eine wesentlich höhere Performance als die Aktienindizes.
  • Stockpicking“: die anspruchsvollste Variante mit dem höchsten Aufwand. Dabei wählen Sie die aussichtsreichsten Einzeltitel unter den Aktien mit hoher Dividendenrendite selbst aus. Dies kann sowohl nach fundamentalen und / oder nach charttechnischen Kriterien erfolgen.

Ausschaltung von Emotionen

Die Grundidee der mechanischen Dividendenstrategien ist die Ausschaltung von Emotionen bei der Aktienauswahl, die zu schlechteren Anlageergebnissen führen; so z.B. Angst oder Gier. Schon Investorenlegende Benjamin Graham hatte deshalb empfohlen, einfach die 6 bis 10 Aktien mit dem niedrigsten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aus dem Dow Jones zu kaufen. Später schlug John Slatter einen ähnlichen Ansatz vor: Statt auf das niedrigste KGV, setzte er auf die höchste Dividendenrendite.

Heute gelten beide Methoden als überholt. Die folgenden Auswahlmethoden haben sich da schon als erfolgreicher erwiesen:

O’Higgins-Methode (Low-5)

Michael O’Higgins analysierte die Auswahlmethoden Benjamin Grahams und John Slatters eingehend und entwickelte diese weiter.

Nach ausführlichen statistischen Untersuchungen von Börsendaten über mehrere Jahrzehnte fügte er dem Kriterium „Dividendenrendite“ ein weiteres hinzu: die Höhe des Aktienkurses.


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Statt einfach die 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus einem Index (neben dem Dow Jones hat sich hier auch der DAX bewährt) zu kaufen, empfahl er, aus diesen 10 nur die 5 mit dem niedrigsten Aktienkurs ins Depot aufzunehmen. Die gekauften Aktien werden alle 1 Jahr lang gehalten. Danach wird eine neue Auswahl getroffen.

Die O’Higgins-Strategie wird auch als „Low-5“ bezeichnet. O’Higgins führte zum Beweis seiner Strategie Rückrechnungen („Backtesting“) durch. Ergebnis: Seine Strategie war dem Dow Jones in der Vergangenheit deutlich überlegen.

Low-4-Auswahlmethode

Seit der Veröffentlichung der O’Higgins-Strategie gab es zahlreiche Versuche, die Ergebnisse noch weiter zu steigern. Zu größerer Bekanntheit brachten es dabei lediglich die Ideen von Robert Sheard: Er hatte auf der Basis der O’Higgins-Methode wiederum eine Vielzahl von statistischen Untersuchungen angestellt, bei denen er die Anzahl der ausgewählten Aktien sowie deren Gewichtung variierte.

Das Ergebnis: Die Rendite der Dividendenstrategie lässt sich noch weiter steigern, wenn nicht alle 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs ins Depot aufgenommen werden.

Bei der Low-4-Auswahlmethode wird die Aktie mit dem niedrigsten Kurs nicht ins Depot aufgenommen, denn sie hat sich nach Sheards Untersuchungen häufig am schlechtesten entwickelt. Stattdessen wird die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs doppelt gewichtet (40%), da sie sich statistisch am besten entwickelt hat.

Low-2-Auswahlmethode

Außerdem entwickelte Robert Sheard neben der Low-4-Methode auch die Low-2-Methode. Um die Rendite der Dividendenstrategie noch weiter zu steigern, nimmt diese lediglich 2 Einzelwerte ins Depot auf. Die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs zählt in jedem Fall dazu (, da sich diese statistisch am besten entwickelt hat). Bei der Auswahl der 2. Aktie hängt es davon ab, ob die Aktie mit dem niedrigsten Kurs auch gleichzeitig die höchste Dividendenrendite aufweist.

Falls dies nicht der Fall ist, wird diese Aktie ebenfalls ins Depot aufgenommen. Falls doch, wird stattdessen die Aktie mit dem drittniedrigsten Kurs ausgewählt.

O’Higgins- und Low-4-Methode bieten das beste Chancen-/Risiko-Verhältnis

Es mag statistisch so sein, dass die Low-2-Methode noch etwas bessere Ergebnisse liefert als die anderen beiden Methoden. Meiner Meinung nach sind 2 Aktien im Depot jedoch deutlich zu wenig.

Sollten ein Wert oder gar beide schwächeln, kann dies nämlich nicht kompensiert werden.

Die O’Higgins- und die Low-4-Methode bieten da eine bessere Risikostreuung. Daher würde ich diese der Low-2-Methode aufgrund des besseren Chancen-/Risiko-Verhältnisses vorziehen.

23. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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