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Dividendenaktien: Auch in Niedrigzinsphase hohe Ausschüttungen?

Wer bei Aktien nur auf die Kursentwicklung schaut, versäumt etwas. Denn in den vergangenen 40 Jahren gingen stolze 40% der Wertentwicklung auf das Konto der Dividenden. Das geht aus einer aktuellen Studie von Allianz Global Investors hervor.

Mit anderen Worten: Das Auf und Ab an den Aktienmärkten braucht Sie nicht allzu sehr zu kümmern, wenn Sie bei der Auswahl auf besonders dividendenstarke Titel setzen.

Dann nämlich können Sie die 40% sogar noch toppen und im langjährigen Durchschnitt sogar 50 oder 60% der Wertentwicklung allein mit Dividenden erzielen.

Bevor Sie Näheres dazu erfahren, geht es im nächsten Abschnitt zunächst um die genaue Definition des Begriffs „Dividende“.

Standard- oder Sonderdividende? – Ein wichtiger Unterschied

Das Wort „Dividende“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt: „das zu Teilende“.

Es handelt sich dabei stets um die Ausschüttung einer Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre. Im Wesentlichen müssen Sie 2 Formen von Dividenden auseinanderhalten.

Die „Standarddividende“: Jährliche Ausschüttung einer Gewinnbeteiligung

Ist ohne weitere Zusätze von einer Dividende die Rede, ist in der Regel die normale Standarddividende gemeint. Das ist eine Ausschüttung in Form von Geld, die – zumindest in Deutschland – einmal pro Jahr vorgenommen wird.

Aktionäre deutscher AGs erhalten das Geld am ersten Arbeitstag nach der Hauptversammlung. Empfangsberechtigt ist, wer die Aktie am Tag der Hauptversammlung in seinem Depot hatte.

Ausgeschüttet wird hier in aller Regel ein Teil des Gewinns, den die betreffende Aktiengesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftet hat. Hat sie keinen Gewinn gemacht, wird sie womöglich auf eine Dividendenausschüttung verzichten.

Sonderdividende: Ausschüttung überschüssiger Barmittel

Sonderdividenden sind keine direkten Gewinnausschüttungen. Sie kommen auch nicht regelmäßig vor, sondern nur in Ausnahmesituationen.


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Sonderdividenden haben im Jahr 2014 beispielsweise der Anlagen- und Maschinenbauer Krones, der Social-Network-Anbieter Xing, der Logistikkonzern Kühne & Nagel, der Lotterieanbieter Tipp24 oder auch die österreichischen Unternehmen Mayr-Melnhof und Semperit angekündigt.

In der Regel wird eine Sonderdividende dann beschlossen, wenn ein Unternehmen sehr viele liquide Mittel hat, und buchstäblich nicht weiß, wohin mit dem vielen Geld. Sprich: wenn die Kassen gut gefüllt sind, aber die Investitionsmöglichkeiten für das viele Geld fehlen.

Das Geld für die Sonderdividenden stammt beispielsweise aus dem operativen Geschäft. So ist es etwa bei den oben genannten Beispielen. Zum Teil ist es auch der Verkaufserlös von Unternehmensanteilen oder von Tochterfirmen.

Wenn dabei Bargeld geflossen ist, wird es manchmal ganz oder teilweise an die Aktionäre ausgeschüttet. Konkrete Beispiele sind der deutsche Autozulieferer SHW, der 2013 das Nordamerikageschäft verkauft und den Verkaufserlös teilweise an die Aktionäre ausgeschüttet hat, oder auch der britische Mobilfunkanbieter Vodafone, der zuletzt ebenfalls Verkaufserlöse an die Aktionäre ausgeschüttet hat.

Im Folgenden ist hauptsächlich von den „normalen“ Dividenden die Rede – also von den mehr oder weniger regelmäßigen Gewinnausschüttungen börsennotierter Unternehmen. Denn nur damit können Sie verlässlich rechnen. Sonderdividenden dagegen sind und bleiben mehr oder weniger ein Glücksfall.

Vergleich: DAX-Wertentwicklung mit und ohne Dividenden

Wie positiv sich die Dividende auf die Wertentwicklung auswirkt, zeigt ein eindrucksvoller Vergleich.

Der Chart zeigt Ihnen die Wertentwicklung des DAX. Im unteren Chart (DAX-Kurs-Index) sind die Dividenden nicht eingerechnet, sondern der Index bildet nur die reine Kursentwicklung ab.

dax_dividende_entwicklung

Im oberen Chart dagegen sehen Sie die Entwicklung des DAX-Performance-Index („normaler“ DAX), bei dem die Dividenden in den Punktestand eingerechnet sind.

Sie sehen: Mit Dividenden hat sich der DAX-Punktestand im Wert innerhalb von 5 Jahren um den Faktor 2,1 erhöht (von ca. 4.500 auf ca. 9.400 Punkte). Ohne Dividenden hat er gerade einmal um das 1,7-Fache zugelegt (von ca. 2.900 auf 5.000 Punkte). Schon daraus können Sie ersehen, wie wichtig Dividenden sind.

Warum Dividendentitel sogar noch größere Gewinne bringen

Der oben gezeigte Vergleich zwischen dem DAX-Kurs- und dem Performance-Index zeigt noch nicht die ganze Bandbreite an zusätzlichen Gewinnmöglichkeiten.

Denn: Im DAX haben nicht zwangsläufig diejenigen Titel das größte Gewicht, die die besten Dividenden zahlen. Vielmehr spielen bei der Gewichtung der DAX-Titel die Börsenumsätze mit den jeweiligen Aktien eine große Rolle.

Das aber heißt: Sie können die Wertentwicklung in Ihrem Depot sogar noch verbessern, wenn Sie gezielt auf Aktien mit den hohen und stetig wachsenden Dividendenrenditen setzen.

Checkliste: Wie Sie bei Dividendenaktien die Spreu vom Weizen trennen

  • Lassen Sie sich von Sonderdividenden nicht blenden. Entscheidend für die Auswahl solider Dividendenaktien ist die regelmäßig ausgezahlte Dividende, also die Ausschüttung aus dem Gewinn oder Cashflow. Nur aufgrund einer einmaligen hohen Sonderdividende sollten Sie keine Aktie kaufen.
  • Vorsicht bei der Kennzahl Dividendenrendite. Zwar gilt im Prinzip: je höher, desto besser – das gilt aber nicht für Unternehmen mit extrem schlechter Kursentwicklung. Auch von Unternehmen mit hoher Ausschüttungsquote (70 bis 100%) sollten Sie die Finger besser lassen.
  • Nur bei Unternehmen mit hohem Bargeldbestand und fehlender Investitionsmöglichkeit ist eine Ausschüttungsquote von über 50% akzeptabel.
  • Neben der Ausschüttungsquote sollten Sie außerdem noch die Dividendenhistorie und die Gewinnentwicklung einer Aktiengesellschaft betrachten, um eine solide Auswahl zu treffen. Positiv sind stetig ausgezahlte, in ihrer absoluten Höhe steigende Dividenden. Ebenso spricht ein stetiges Gewinnwachstum für eine Aktie. Fehlt es daran, seien Sie besser vorsichtig mit dem betreffenden Wert!
  • Bei konjunkturabhängigen (zyklischen) Unternehmen sind Gewinneinbrüche bei einer Flaute akzeptabel. Das betreffende Unternehmen sollte aber wieder gute Gewinne schreiben, wenn der Konjunkturmotor brummt. Bei nichtzyklischen Unternehmen sind starke Gewinneinbrüche oder gar Verluste stets ein Warnzeichen. Diese Schwankungen spiegeln sich dann auch in der Dividendenhistorie wider.

19. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.