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Dividendenrendite im DAX: DivDAX und DAX plus Maximum Dividend

Weil Dividenden so einen großen Anteil am Aktiengewinn ausmachen, haben viele Aktionäre den Wunsch, passiv in die dividendenstärksten Titel aus einem Index zu setzen.

Zu diesem Zweck gibt es Dividendenindizes. Sie basieren auf verschiedenen, meist sehr bekannten Aktienindizes wie dem DAX, dem EuroStoxx 600, dem Stoxx 600 oder den Indizes der MSCI-Familie (z. B. MSCI World und MSCI Europe).

Dividendenrendite: DivDAX – Die 15 dividendenstärksten Werte des DAX

Aus diesen Indizes werden diejenigen Mitglieder ausgewählt, die eine besonders hohe Dividendenrendite aufweisen.

Die einzelnen Indizes unterscheiden sich allerdings erheblich in Bezug auf Auswahlstrategie und Gewichtung. Deshalb sollten Sie sich genau ansehen, welcher Dividendenindex sich für ein Investment eignet und welcher nicht.

Mehr zum Thema: Ein Vergleich zwischen DivDAX und DAX-Index

Aus den 30 Aktien des DAX enthält der DivDAX diejenigen 15 Aktien, die in Bezug auf ihre letzte Ausschüttung die höchste Dividendenrendite ausweisen.

Die Dividende wird dazu durch den Schlusskurs am Tag der Hauptversammlung geteilt.

Die Gewichtung der einzelnen DivDAX-Mitglieder richtet sich, wie beim DAX, nach dem Börsenwert der frei handelbaren Aktien des jeweiligen Unternehmens (Aktien in fester Hand werden nicht mitgezählt).

Allerdings kann ein Mitglied den DivDAX zu maximal 10 % beeinflussen. Die Zusammensetzung des DivDAX wird jedes Jahr überprüft und bei Bedarf geändert. Die Dividenden sind im Kursverlauf des Index enthalten („Performance-Index“).

Die 3 Mitglieder mit dem größten Gewicht im DivDAX sind derzeit:

  • der Telekommunikations-Konzern Deutsche Telekom

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    • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
    • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
    • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
    • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
    • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
    • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

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  • der Energieversorger RWE
  • der Rückversicherer Munich Re

Dividendenrendite DivDAX: Ein Index mit großen Schwächen

Der DivDAX ist keine gute Grundlage für ein ETF-Investment, obwohl es zahlreiche ETFs auf den DivDAX gibt. Denn dieser Index weist drei entscheidende Schwächen auf:

  1. Die Auswahl erfolgt auf der Basis bereits gezahlter Dividenden. Unternehmen, die bereits angekündigt haben, in Zukunft weniger Dividende zahlen zu wollen, landen somit trotzdem im DivDAX, wenn die Dividendenrendite in der Vergangenheit hoch war.
  2. Da alleiniges Auswahlkriterium die Dividendenrendite ist, landen häufig Aktiengesellschaften im DivDAX, deren Kurs niedrig ist.
  3. Mit nur 15 Mitgliedern ist der DivDAX kein sehr breit aufgestelltes Investment.

Dividendenrendite im DAX plus Maximum Dividend

Es gibt noch einen zweiten Dividendenindex aus der DAX-Familie: den DAX plus Maximum Dividend, den die ETF-Gesellschaft ETFlab zusammen mit der Deutschen Börse entwickelt hat.

Beim DAX plus Maximum Dividend bilden nicht die bereits gezahlten, sondern die künftigen Dividenden das maßgebliche Kriterium für die Mitgliederauswahl.

Außerdem ist die Auswahlbasis breiter: Die 20 Mitglieder rekrutieren sich aus den 110 Werten des DAX, des MDAX und des TecDAX.

Auch hier werden diejenigen Titel mit der künftig voraussichtlich größten Dividendenrendite aufgenommen.

Zugrunde gelegt werden hierbei die Dividenden nach Schätzungen der Analysten oder nach Ankündigung durch die jeweiligen Unternehmen selbst.

Auch der DAX plus Maximum Dividend ist ein Performance-Index, in dessen Kursverlauf die Dividenden enthalten sind.

Die 3 Mitglieder mit dem größten Gewicht im DAX plus Maximum Dividend sind:

  • der TV-Anbieter ProSieben Sat.1 Media
  • der Telekommunikations-Konzern Deutsche Telekom
  • der Handelskonzern Metro

Bewertung: die entscheidende Schwäche bleibt bestehen

Mit den 20 dividendenstärksten Aktien aus der Auswahlbasis von 110 deutschen Standard- und Nebenwerten ist die Auswahlbasis des Dax plus Maximum Dividend größer als beim DivDAX. Auch die Gefahr einer vergangenheitsbezogenen Auswahl ist gebannt.

Mehr zum Thema: Kurze Übersicht zum DivDAX

Das Hauptproblem bleibt aber bestehen: Ausgerechnet die kursschwachen Aktien werden bevorzugt in den Index aufgenommen.

Aus diesem Grund rate ich Ihnen auch von einem Investment in den DAX plus Maximum Dividend ab.

30. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.