Dividendenstrategien: Darauf setzen die Anleger
Dividendenstrategien: Die Top Vier
- Die O’Higgins-Methode (= Low-5-Methode): Hier wählen Sie aus einem Index die 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus. Aus diesen 10 Aktien kaufen Sie die 5 mit dem niedrigsten Kurs zu jeweils dem gleichen Betrag und halten sie ein Jahr lang. Danach wenden Sie die oben genannten Kriterien erneut an, um neue Aktien zu finden.
- Die Low-4-Methode: Auch hier wählen Sie aus einem Index die 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite und davon die 5 mit dem niedrigsten Kurs. Die Aktie mit dem niedrigsten Kurs wird allerdings nicht genommen, weil die Gefahr groß ist, dass es sich dabei um einen "Versager" handelt. Die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs kaufen Sie mit 40% des Anlagebetrags, die übrigen 3 Aktien mit je 20%. Auch hier beträgt die Haltedauer ein Jahr, danach wird neu ausgewählt.
- Die Low-2-Methode: Abermals wählen Sie aus einem Index die 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus. Gekauft werden aber nur 2 Aktien. Zum einen die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs. Zum anderen die Aktie mit dem niedrigsten Kurs, aber nur, falls diese nicht gleichzeitig die höchste Dividendenrendite aufweist (das ist ein Indiz für schlechte Performance). Falls doch, kaufen Sie stattdessen die Aktie mit dem drittniedrigsten Kurs. Sie halten beide Aktien ebenfalls ein volles Jahr lang.
- Die Top-Dividenden-Methode: Sie kaufen aus einem Index mit jeweils dem gleichen Betrag die 3 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite und halten sie ein Jahr lang.
Auch Dividendenindizes wie etwa der DivDAX oder der EuroStoxx Select Dividend 30 erfreuen sich wachsender Beliebtheitl. Vor allem, seit sie durch günstige ETFs (Exchange Traded Funds, börsengehandelte Fonds) abgebildet werden und von Anlegern ganz einfach in fast beliebiger Stückelung an der Börse gekauft werden können.
So enthält der DivDAX die 15 DAX-Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Der EuroStoxx Select Dividend 30 enthält eine Auswahl von Aktien aus dem Euroraum, die in Ihrem Heimatland jeweils die höchsten Dividendenrenditen aufweisen.
Dividendenstrategien: Die Nachteile
Dividendenstrategien haben über viele Jahrzehnte bewiesen, dass sie ein gutes Auswahlkriterium sind. Allerdings haben all diese Dividendenstrategien und -indizes neben den vielen Vorteilen auch gewisse Nachteile.
Zum einen wählen Sie als Anleger Ihre Aktien hier rein schematisch aus, das heißt, Sie können sich nicht gleichzeitig ansehen, wie die Gewinnentwicklung des jeweiligen Unternehmens ist, ob es gesunde Zahlen und ein gesundes Wachstum aufweist. Ebenso bleibt hier unberücksichtigt, ob eine Dividende aus erwirtschafteten Gewinnen gezahlt wird oder ob sie gar aus Reserven bestritten wird.
Und noch ein Schwachpunkt kommt hinzu: Betrachtet werden überwiegend Aktien aus den großen Leitindizes. Wahre Dividendenperlen sind aber oftmals kleine Nebenwerte, die gar nicht in einem Index vertreten sind.
Aus diesen beiden Gründen sollten Sie zusätzlich zu den im "Geldanlage-Berater" regelmäßig vorgestellten Dividendenstrategien oder einem Investment in einen Dividendenindex auch stets "Stockpicking" betreiben, also einzelne Aktien nach dem Kriterium der Dividendenrendite auswählen
Quelle: Der Geldanlageberater
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