MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Dollar und Euro: Bedeutung als Leitwährung

Wer mit Rohstoffen handelt, weiß, dass sie meist auf Dollarbasis abgerechnet werden – der US-Dollar spielt als internationale Leitwährung eine dominierende Rolle. Und wer sich auf Europas Devisenmärkten umtut, begegnet dem Euro als europäische Leitwährung.

Oft wird aber auch er als internationale Leitwährung bezeichnet. Unter der gleichen Bezeichnung laufen jedoch ebenso das britische Pfund und der japanische Yen. Was also ist nun eine Leitwährung?

Leitwährung: Definition und Funktion

Eine Leitwährung ist per Definition diejenige Währung, die als internationales Zahlungs- und Reservemittel, sowie als Ankerwährung dient. Mit Blick auf die Nutzung als Transaktions- und Reservemittel lässt sich an deren Umfang die Bedeutung erkennen. Daran gemessen ist der US-Dollar der Definition zufolge die wichtigste Leitwährung vor Euro und Yen.

So ist der Dollar das Zahlungsmittel schlechthin, wenn es um die Bewertung und den Handel von Rohstoffen wie Edelmetalle oder Öl geht. Dies gilt unverändert, obwohl Länder wie Russland oder China immer wieder Vorstöße unternehmen, Rohstoffe auch über Rubel oder Renminbi abzurechnen.

Aus ihrer Sicht, ist dies der Versuch, sich von der „Dominanz des Petrodollars“ zu befreien und den weltweiten Einfluss der USA zurückzudrängen, was aber bislang nur in Ansätzen gelingt. Gleichzeitig ist die US-Währung unverändert die meistgehandelte Währung an den Devisenmärkten – noch vor dem Euro.

Die wichtigsten Reservewährungen

Und nach wie vor ist der Dollar die wichtigste Reservewährung, womit der zweite Aspekt der Leitwährung-Definition angesprochen ist. Die Zentralbanken weltweit sowie der IWF oder die Weltbank legen ihre Devisenreserven vor allem in Dollar, aber auch in Euro an.

Konnte die europäische Gemeinschaftswährung lange dem Dollar immer mehr Anteile streitig machen, bringt sie es seit der Schuldenkrise zwar noch auf über 22% der globalen Währungsreserven. Der Dollar legte aber wieder zu und kommt auf gut 63%.

Den Löwenanteil an US-Staatsanleihen hält China, gefolgt von Japan. Der chinesische Renminbi wird zwar auf lange Sicht ebenfalls selbst zur Leitwährung aufsteigen, doch sind bislang nur der US-Bondmarkt und die europäischen Anleihemärkte groß genug, den Großteil der weltweiten Währungsreserven aufzunehmen.

Ankerfunktion für andere Staaten

Bei der Definition des Begriffs Leitwährung ist auch die Funktion als Ankerwährung entscheidend. Dies bedeutet, dass die Wechselkurse der anderen Länder in einer relativ stabilen Beziehung zur Leitwährung gehalten werden. So koppeln etwa Bulgarien oder Bosnien, aber auch einige ehemalige französische Überseegebiete ihr Währungen an den Euro, was ihnen gewisse Sicherheit gibt. Die Schweiz wiederum hat die Kopplung des Franken an den Euro Anfang 2015 aufgehoben.

Weitaus mehr Währungen sind an den Dollar gebunden. China lockert seit dem Übergang von der Plan- in die Marktwirtschaft langsam die Zügel und macht den Weg für Wechselkursschwankungen frei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten fast alle Länder ihre Währungen an den Dollar gekoppelt bis 1973 das Bretton Woods System der festen Wechselkurse aufgegeben wurde. Seitdem ließ dessen Bedeutung als ultimative Weltleitwährung langsam nach. Später betrat der Euro die Weltbühne, und künftig wird auch die chinesische Währung eine zunehmende Rolle spielen.

Der Dollar dürfte wohl noch auf längere Sicht seine herausragende Rolle behalten. Der Euro wiederum hat zwar Potenzial, doch das hängt nicht zuletzt davon ab, wie es gelingt, strukturelle Baustellen und Probleme wie die Griechenlandkrise zu bewältigen. Es bleibt spannend.

7. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.