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Deutschlands weltweite Steuerverträge im Überblick

Doppelbesteuerungsabkommen sind völkerrechtliche Verträge zwischen zwei Staaten zum Schutz der Steuerzahler. Mit den Doppelbesteuerungsabkommen soll verhindert werden, dass Grenzgänger ihr Einkommen in zwei Ländern gleichzeitig versteuern müssen.

Zu diesem Zweck hat Deutschland mit all seinen Nachbarländern und vielen anderen Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Dazu gehören neben Österreich, Frankreich, den Niederlanden beispielsweise auch die USA und China. Vor allem für Steuerzahler, die in einem anderen Staat als ihrem Wohnsitzland arbeiten, sind diese Abkommen von Bedeutung.

Musterabkommen der Internationalen Organisationen

Die OECD erarbeitet in unregelmäßigen Abständen Musterabkommen, an denen sich die Mitgliedstaaten orientieren können, wenn sie ein Doppelbesteuerungsabkommen aufsetzen. Damit werden die Staaten bei der Abfassung unterstützt und gleichzeitig Richtlinien für eventuelle Streitfragen gegeben.

Die Musterabkommen der OECD geben allerdings hauptsächlich Hilfestellung für die Verhandlungssituationen zwischen Industriestaaten.

Für die Verhandlungen zwischen einem Industrie- und einem Entwicklungsland gibt es Musterabkommen, die von den Vereinten Nationen entwickelt werden. Darüber hinaus unterhält die USA ihr eigenes Musterabkommen.

Obwohl die Doppelbesteuerungsabkommen auch aufgrund der Musterabkommen alle im Allgemeinen den gleichen Grundsätzen folgen, gibt es wesentliche Unterschiede in Detailfragen.

Doppelbesteuerungsabkommen: Deutschland und andere Staaten

Deutschland hat mit fast allen Ländern der Welt Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, um Tätigkeiten im Ausland für Steuerzahler zu vereinfachen und um internationale Wirtschaftsbeziehungen zu fördern.

Ist eine Person in einem Nachbarland Deutschlands, wie zum Beispiel den Niederlanden oder Luxemburg, beruflich tätig, wird sie in der Regel von der Steuer in Deutschland befreit. Oder umgekehrt: Wenn ein Grenzgänger bereits für seine Tätigkeit in Deutschland Steuern zahlt, muss er sein Einkommen im Nachbarland nicht noch einmal versteuern.

Allerdings gibt es für Frankreich, Österreich und die Schweiz eine besondere Grenzgängerregelung gemäß den entsprechenden Abkommen. Wer in Frankreich oder Österreich arbeitet, ist in Deutschland zu einer Steuererklärung verpflichtet.

Methoden zur Vermeidung von Doppelbesteuerung

Grundsätzlich werden in den Doppelbesteuerungsabkommen 4 Prinzipien herangezogen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Das erste Prinzip ist das Wohnsitzlandprinzip. Nach diesem Prinzip ist eine Person in dem Land steuerpflichtig, in dem sie ihren Wohnsitz hat. Nach dem Quellenlandprinzip muss eine Person in dem Staat Steuern zahlen, aus dem ihr Einkommen stammt.

Das dritte Prinzip nennt sich Welteinkommensprinzip. Dieses Prinzip legt fest, dass ein Steuerpflichtiger mit seinem gesamten Welteinkommen versteuert wird. Das vierte und letzte Prinzip ist das Territorialitätsprinzip. Nach diesem Prinzip wird nur das Einkommen einer Person versteuert, das auf dem Territorium des betreffenden Staates erwirtschaftet wurde.

Welches Prinzip in Einzelfällen greift, hängt von den jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen und der Regelung zwischen den einzelnen Ländern ab.

Grundsätzlich gelten für Inländer im deutschen Einkommensteuerrecht das Wohnsitzlandprinzip und das Welteinkommensprinzip. Umgekehrt gelten das Quellenlandprinzip und das Territorialitätsprinzip für Nicht-Inländer im deutschen Einkommensteuerrecht.

Um Doppelbesteuerungen zu verhindern, werden außerdem zwei Standardmethoden angewandt: Das sind die Freistellungsmethode und die Anrechnungsmethode. Welches Prinzip und welche Methode auf den Steuerzahler zutreffen, ist in den einzelnen Abkommen zwischen den Ländern geregelt.

Daher ist es für Grenzgänger wichtig, sich über die Regelungen des betreffenden Doppelbesteuerungsabkommens genau zu informieren und unter Umständen einen Steuerexperten heranzuziehen.

7. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.