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Seit 2012: DBA zwischen Deutschland und der Türkei

Das Jahr 2012 hat den Durchbruch gebracht: Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Türkei und Deutschland ist in Kraft getreten und wirkt einer steuerrechtlichen Problematik entgegen.

Doch was ist mit dem Begriff Doppelbesteuerung überhaupt gemeint? Wie äußert sich dieses Phänomen? Und welche Maßnahmen können die Staaten der Welt gemeinsam mit der OECD gegen Doppelbesteuerung ergreifen?

Doppelbesteuerungabkommen: Was ist das genau?

Wenn von einem sogenannten Doppelbesteuerungsabkommen die Rede ist, so ist ein völkerrechtlich gültiger Vertrag zwischen Staaten gemeint.

Dadurch soll vorbeugt werden, dass Erwerbstätige, die in mehreren Staaten arbeiten, nicht doppelt Steuern zahlen müssen. Zum Beispiel: Herr M. ist nicht nur in einem deutschen Unternehmen eingestellt, sondern arbeitet zugleich in der Türkei und verdient so einen durchaus guten Gesamtbruttolohn.

Geld verdienen im Ausland ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine gute Option. Oft sind es gerade die Jobs auf internationalem Parkett, die besonders reizvoll sind und vielleicht sogar besser bezahlt werden.

Schon 1990 gab es zwischen Deutschland und der Türkei Verhandlungen bezüglich eines möglichen Steuerabkommens. Damals wurde ein solches Abkommen beschlossen und trat für die folgenden Jahre in Kraft, bis es 2010 von Deutschland aufgekündigt wurde.

Türkei als deutsche Rentneroase?

Zu diesem Zeitpunkt ging es um die Frage, ob deutsche Rentner, die in der Türkei ihren Hauptwohnsitz haben, ihre Renten wie in Deutschland versteuern müssen. Ein schwieriger Sachverhalt, der auf diplomatischer Ebene kontrovers diskutiert wurde.

Der Grund für die Einführung des aktuellen Doppelbesteuerungsabkommens ist, wie bei vielen Staaten auch, das leidige Thema Doppelbesteuerung. Laut Angaben der Bundesregierung solle dieser schadhaften Entwicklung für Handel und Investments aktiv entgegengewirkt werden.

Das Abkommen sei zudem ein Schritt in Richtung steuerliche Mehreinnahmen. Steuerausfälle sollen mit diesen völkerrechtlichen Vereinbarungen reduziert werden.

Doppelbesteuerungsabkommen: Beispiel Schweiz

Doppelbesteuerungsabkommen wurden in den letzten Jahren nicht nur zwischen Deutschland und seinen Partnern in der Welt geschlossen, sondern auch flächendeckend in Europa. Die Schweiz will mit den Abkommen zum Beispiel ihr Image als Steueroase bekämpfen und schloss 108 derartige Verträge.

Im Jahr 2009 waren dies allein Vereinbarungen mit folgenden Ländern: Frankreich, Polen, Dänemark, Luxemburg, USA, Mexico, Japan, Großbritannien, den Niederlanden, Finnland, Norwegen und Österreich.

Wirtschaftsstandort Türkei

Die Türkei ist innerhalb der letzten Jahre als Wirtschaftsstandort immer lukrativer geworden. Langsam, aber sicher klettert das Land die Rangliste der größten Volkswirtschaften der Welt hinauf. Nicht nur kulturell hat die Türkei viel zu bieten, wirtschaftlich wird sie immer wichtiger – auch als Handelspartner für Deutschland.

Umso lauter wurde der Ruf schließlich nach einem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Türkei, um gegen Wettbewerbsverzerrungen durch steuerliche Unregelmäßigkeiten vorzugehen.

12. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.