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Drips: Wiederanlage-Programm von Dividenden zum Nulltarif

Dividenden bei jeder Ausschüttung reinvestieren und kontinuierlich Vermögen aufbauen. Geschieht dies im automatischen Verfahren auch bei einzelnen Aktien, handelt es sich um DRIPs. ALCOA, Coca Cola, GE oder BP pflegen damit ihre Aktionäre und zugleich ihr eigenes Image.

DRIPs – automatische Wertsteigerung durch Zinseffekte

DRIPs steht für Dividend Reinvestment Plans, zu Deutsch: Dividenden-Reinvestitions-Programme. Weil der Begriff so sperrig ist, wird meist das Akronym DRIP verwendet. DRIPs sind Angebote von Unternehmen an ihre Aktionäre – eine Art Aktien-Sparprogramm mit Wertaufbau und Zinseffekt.

DRIPs sind hierzulande fast nicht bekannt, und das obwohl der Gedanke dahinter alles andere als neu ist: Über Zinseszinseffekte wächst ein Vermögen kontinuierlich, wenn Dividenden regelmäßig im Depot reinvestiert werden.

Dividenden reinvestieren verursacht normalerweise Kosten

Diese Dynamik nutzen nicht nur Fonds, sondern auch Anleger, die ihr Depot in Eigenregie managen. Der große Nachteil: Kauft man mit dem Dividendengeld Aktien nach, kostet das jedes Mal Gebühren, was den beschriebenen Zinseszinseffekt erheblich drückt. Außerdem ist dies stets mit Aufwand verbunden.

Günstige thesaurierende Fonds wie etwa ETFs nehmen einem diese Arbeit zwar ab, doch nicht jeder möchte allein aus diesem Grund in ganze Fonds investieren. Außerdem kaufen viele zunächst lieber ein paar einzelne Papiere zum überschaubaren Betrag. Und wer seinem Nachwuchs zeitig den Spaß an Aktien vermitteln will, verschenkt gerne ein paar Titel großer Unternehmen, sozusagen zum Anfassen.

In diesen Größenordnungen aber sind Dividendenerträge derart gering, dass sie in keinem Verhältnis zum Aufwand einer Wiederanlage stehen. Zudem reichen Kleinstbeträge oft ohnehin nicht aus, um ganze Aktien nachzukaufen.

DRIPs: Reinvestition auch bei wenigen Aktien

Vor allem amerikanische Unternehmen haben hierfür eine Lösung. In den USA ist die Aktienkultur in der Gesellschaft wesentlich stärker verankert. Dort ist es üblich, dass Dividendenzahler ihren Aktionären DRIPs anbieten.

Jeder Groß- oder Kleinaktionär kann von Anfang an wählen, ob er seine Ausschüttungen ausbezahlt haben möchte oder lieber das Reinvestitionsprogramm DRIP wahrnimmt. Entscheidet er sich für DRIP, werden die Dividenden jedes Mal automatisch seinem Aktienbestand gutgeschrieben. Selbst Kleinstbeträge tragen über die Jahre eins ums andere zur Wertsteigerung bei.

Nebenbei muss er sich über mehr oder weniger günstige Kurse zum Reinvestitionszeitpunkt keine Gedanken machen. Über die lange Zeit profitiert man einfach vom Cost-Average-Effekt.

Aktienvermögen wächst automatisch ohne Bank und Broker

Als Aktionär muss man dabei überhaupt nichts tun. Der Aktienbesitz wächst kontinuierlich, und sei es anfangs nur um Aktienbruchteile, also Stellenbeträge im hinteren Null-Komma-Bereich. Die Kosten dafür sind verschwindend gering. Einige Unternehmen verlangen gar nichts. Vielfach kann man DRIPs auch nur auf einzelne Aktien anwenden. Die Details sind je nach Unternehmen verschieden.

Beim DRIP ist keine Depotbank und kein Verwalter im Spiel. Die Bank dient lediglich zur Abwicklung. Unvermeidlich ist jedoch das Finanzamt, auch für deutsche Aktionäre.

Die Unternehmen indes profitieren selbst von diesem Verfahren. Sie binden Aktionäre an sich, erhöhen ihre Attraktivität sowie ihre Kurswerte und machen sich zur anerkannten Säule in der Vermögensvorsorge.

Diese Art von Wiederanlage zum Nulltarif ist einzig und wird in Deutschland leider überhaupt nicht angeboten. Am ehesten wird man bei britischen und vor allen US-Unternehmen fündig.

6. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.