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Durchschnittliche Kapitalkosten: Methoden zur Ermittlung

Viele Unternehmen neigen dazu, ihre Investitionsprojekte durch Fremdfinanzierung zu verwirklichen. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass es in vielen Wirtschaftsräumen möglich ist, Zinsen für Fremdkapital von der eigenen Steuerbasis abzusetzen.

Die Unternehmen streben also danach, sich „auswärtiges“ Geld zu beschaffen – etwa über einen Kredit am Kapitalmarkt. Da der Rückgriff auf ein Darlehen seinerseits wiederum mit einem Kreditzins verbunden ist, entstehen durch die Fremdfinanzierung Kosten.

Durchschnittliche Kapitalkosten sind hierbei der Mittelwert dieser gesamten Beschaffungskosten. Die Kennzahl wird zur Unternehmensbewertung herangezogen.

Im globalisierten Marktgeschehen stellt der Kauf oder Verkauf von Unternehmen – oder Unternehmensanteilen – keine Ausnahme dar. Kennzahlen wie die Kapitalkosten helfen potenziellen Interessenten dabei, den Wert eines Unternehmens zu ermitteln.

Mehr zum Thema: Unternehmensbewertung mit Kennzahlen – So geht es schnell

Durchschnittliche Kapitalkosten: Ermittlung

Durchschnittliche Kapitalkosten im Blick zu haben, ist aber auch für das Unternehmen selbst wichtig, geben sie doch Aufschluss über den Mindestgewinn eines jeweiligen Investitionsprojektes – die Rendite des Projektes sollte ja zumindest die Kapitalkosten decken.

Die Ermittlung erfolgt hierbei meist über eine Methode, die sich „Weighted Average Cost of Capital“ (WACC) nennt.

Mehr zum Thema: Kapitalkosten berechnen – Der WACC-Ansatz

Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich hierbei um die gewichteten Gesamtkapitalkosten eines Unternehmens. Hierzu werden Überschüsse aus Zahlungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber einbezogen, während die Renditeansprüche dieser Gruppe unberücksichtigt bleiben.

Da die Steuern auf Eigen- und Fremdkapital unterschiedlich ausfallen, muss der Marktwert des Fremdkapitals vom gesamten Unternehmenswert abgezogen werden, um den Eigenkapitalwert zu ermitteln.

Am Ende der Rechenkette stehen dann durchschnittliche gewichtete Kapitalkosten.

Weitere Methoden: TCF- und FTE-Ansatz

Der WACC-Ansatz gehört zu den Discounted-Cashflow-Verfahren. Bei diesen Verfahren steht stets die Bestimmung des Steuervorteils aus einer anteiligen Fremdfinanzierung im Vordergrund.

Mehr zum Thema: Discounted Cashflow-Berechnung – Was ist ein Unternehmen wert?

Neben diesem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz lassen sich durchschnittliche Kapitalkosten ebenfalls durch den TCF- oder FTE-Ansatz feststellen.

TFC steht hierbei für „Total Cashflow“. Anders als bei den anderen beiden Verfahren wird angenommen, dass der Bewertende des Unternehmens zukünftige Cashflows kennt sowie Kenntnis über die durchschnittlichen Kapitalkosten hat.

FTE steht wiederum für „Flow-To-Equity“. Bei diesem Ansatz wird vorausgesetzt, dass der Bewertende zukünftige Cashflows an Aktionäre sowie die Eigenkapitalkosten des verschuldeten Unternehmens kennt.

Alle drei Ansätze – WACC, TFC und FTE – führen zum gleichen Unternehmenswert und setzen voraus, dass das Unternehmen eine marktwertorientierte Finanzierung betreibt. Welche Methode gewählt wird, hängt davon ab, welche Informationen dem Bewertenden zur Verfügung stehen.

10. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.