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E-Bilanz: Steuer elektronisch abrechnen

Ab dem Wirtschaftsjahr 2012 müssen Unternehmen für die Übermittlung ihrer Steuer-Bilanzen auf die E-Bilanz zurückgreifen. Software-Hersteller bieten inzwischen zahlreiche Lösungen dafür an.

Eigentlich sollte die Verordnung bereits 2011 in Kraft treten, in letzter Sekunde wurde jedoch ein Aufschub um ein Jahr gewährt. Somit müssen sich Unternehmen, Steuerberater und die entsprechenden Software-Hersteller für die E-Bilanz erst jetzt auf das neue System einstellen.

E-Bilanz: Striktes Muster für Unternehmen

Die E-Bilanz verfolgt dabei ein striktes Muster, in das die Angaben eingetragen werden müssen. Dieses Datengerüst gilt als strenge Richtlinie, an die Firmen ihre Bilanz anpassen müssen. Geschieht hierbei ein Fehler, soll nach dem Willen der Regierung das Finanzamt direkt eine Rückmeldung übermitteln – deutlich schneller als bei der Papierform.

Schneller und einfacher – so sind die Ziele der neuen Übermittlungsform. Durch das einheitliche Datenformat dürfte sich nach einigen Problemen zu Beginn schnell Routine und eine schnellere Bearbeitungszeit erreichen lassen.

E-Bilanz: Software-Überprüfung Ihrer Daten

Unregelmäßigkeiten können hierbei jedoch nicht mehr einfach im Papierstapel versteckt werden. Das Finanzamt nutzt eine eigene Software, um die E-Bilanz auf fragliche Positionen zu untersuchen.

Unternehmer sollten also vorsichtig sein, wenn sie keine Betriebsprüfung riskieren möchten.

E-Bilanz: Spezielle Software nur von Drittanbietern

Unterstützung durch das Finanzamt können die Steuerzahler beim Ausfüllen der Bilanz nicht erwarten: Eine offizielle Internet-Plattform oder Software gibt es nicht. Dies bedeutet, dass sich jedes Unternehmen eine entsprechende Programmlösung selber einkaufen muss, sollte es keinen eigenen Steuerberater beauftragen wollen. Ein Großteil der Steuer-Software, die in diesem Jahr auf den Markt kommt, kann die E-Bilanz jedoch bereits erstellen.

Ausnahmen bei der E-Bilanz-Pflicht existieren übrigens nicht: Jedes Unternehmen, das eine Bilanz erstellt, muss diese künftig auch elektronisch beim Finanzamt einreichen. Die Größe des Unternehmens oder die bestehende Rechtsform hat darauf keinerlei Einfluss.

Ausgenommen sind demnach nur Firmen, die ihren Gewinn durch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln. Zwar müssen auch diese die Steuererklärungen elektronisch übermitteln, jedoch nicht in Form einer E-Bilanz.

E-Bilanz: Jedes Unternehmen in der Pflicht

Theoretisch soll also jedes Unternehmen bereits für das Wirtschaftsjahr 2012 auf die E-Bilanz zurückgreifen. Es darf jedoch davon ausgegangen werden, dass die Finanzämter in diesem Jahr noch einmal ein Auge zudrücken und die Bilanz auch in Papierform akzeptieren werden.

Richtig ernst wird es dann erst für das Wirtschaftsjahr 2013. Wer sich hier weiterhin gegen die elektronische Übermittlung sträubt, muss mit saftigen Strafen rechnen. In diesen Fällen kann das Finanzamt eine Gebühr von bis zu 25.000 € festlegen.

Eine kleine Sonderlösung gibt es nur für Unternehmen, die über keinerlei EDV verfügen, was wohl ein verschwindend geringer Teil der Firmen in Deutschland ausmachen dürfte. Da die E-Bilanz als Anlage zur Steuererklärung gilt, empfiehlt es sich, beide Formulare gemeinsam abzugeben. Eine Sonderfrist gibt es für die E-Bilanz jedoch nicht.

4. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.