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E.ON-Aktie: Ein Schnäppchen ist selten ein Schnäppchen

Ein Trend ist so lange ein Trend, bis er endet – diese Aussage klingt logisch für Sie?! Das ist sie eigentlich auch.

Aber dennoch handeln viele Privatanleger entgegen dieser Börsenlogik, wenn sie auf die allseits bekannte „Schnäppchenjagd“ gehen.

Sie kennen diesen Begriff von Ihren täglichen Einkäufen her: Eine Ware, die deutlich unter ihrem Normalpreis angeboten wird – da greifen wir doch gerne zu.

Schließlich haben wir ja dabei gegenüber dem Kauf zum üblichen Handelspreis bares „Geld gespart“.

Auf den Aktienmarkt ist diese Logik indes nicht übertragbar – einmal abgesehen davon, dass Aktien üblicherweise keinen „Normalpreis“ haben:

„Schnäppchenpreise“ haben eine Ursache

Wenn ein Dividendentitel deutlich unter dem Niveau gehandelt wird, das vor kurzem noch Gültigkeit hatte, dann geschieht das nur aus einem Grund:

Es wurden mehr Anteile dieser Aktie zum Verkauf angeboten, als Nachfrage vorhanden war.

Eine höhere Nachfrage konnte nur dadurch erzeugt werden, indem die Verkäufer bereit waren, niedrigere Verkaufspreise zu akzeptieren.

Wenn ein solcher Angebots-Überhang über einen längeren Zeitraum andauert, dann sprechen wir von einem Abwärtstrend.

Wer mithin „Schnäppchen-Käufe“ zu seiner Anlagestrategie erhebt, der „spekuliert“ jedes Mal darauf, dass sich ein Abwärtstrend seinem Ende nähert.

„Spekulieren“ kann indes fatale Folgen für das eingesetzte Kapital haben, wie das Beispiel der E.ON-Aktie demonstriert.


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E.ON-Aktie: Seit 2009 „Dauer-Schnäppchen“

Der nachfolgende Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Energieversorgers im Vergleich zum DAX 30:

vergleich e.on-aktie mit dax 30-14-09-2015

Vergleich E.ON-Aktie mit DAX 30

Sie sehen: Bis zum Sommer 2009 verlief die Kursentwicklung von DAX 30 und E.ON-Aktie weitgehend synchron. Seither hat sich eine Schere aufgetan, die immer größer wurde:

Seit dem Jahr 2008 befindet sich die Aktie des Energieversorgers in einem permanenten Abwärtstrend, während der DAX vom Tief des Jahres 2009 aus immer weiter nach oben geklettert ist.

Schon im Dezember 2013 vor „Nachzügler“-Kauf gewarnt

2013 war ein besonders gutes Jahr für den DAX: Am 12. Dezember jenes Jahres hatte der deutsche Leitindex bereits +24% zugelegt.

Damals warnte ich in einem Beitrag davor, aus diesem Grunde auf „Nachzügler“ wie E.ON zu setzen:

„Langfristiger und mittelfristiger Trend sind bei E.ON ganz und gar nicht intakt. Ganz aktuell scheint der DAX 30-Wert wieder einmal seine Schwächeneigung testen zu wollen.

Da sich Trends in aller Regel fortsetzen, dürften Sie sich die Frage nun selbst beantworten können, wie viel Sinn es macht, aktuell in einen Überflieger oder in einen (vermeintlichen) ‚Nachzügler‘ zu investieren.“

Im Sommer 2014 sah es so aus, als habe die E.ON-Aktie ihren langjährigen Abwärtstrend (gestrichelte rote Linie) verlassen.

Allerdings war die Entwicklung im 2. Halbjahr 2014 alles andere als ein „Ausbruch aus einem Abwärtstrend“.

Auf die Charttechnik war wieder einmal Verlass

Das veranlasste mich am 1. Dezember 2014 zu der Aussage:

„Aus Sicht der Charttechnik sollten Sie die Marke 15,37 Euro beachten. Wird dieses Hoch der letzten 2 Jahre überwunden, sollte neue Dynamik in den Kursverlauf kommen.“

Die grünen Kreise zeigen, dass der E.ON-Kurs noch in jenem Dezember diese Marke überwinden konnte: um maximal 9 Euro-Cent und für lediglich 2 Handelstage!

Wie wichtig solche Hochs oder Tiefs aus Sicht der Charttechnik sind, bestätigte sich wieder einmal im letzten Monat:

Nachdem das Mehrjahres-Tief bei 11,82 € nachhaltig unterboten worden war, ging die E.ON-Aktie in den Sinkflug über – die seit 2008 bestehende Abwärtstrend-Linie musste entsprechend neu justiert werden.

Allein in diesem kurzen Zeitraum hat die Aktie des Energieversorgers knapp -28% an Wert eingebüßt. Seit Jahresbeginn gerechnet beträgt das Minus sogar -40%.

Der DAX 30 hingegen notiert selbst nach dem jüngsten Rückgang aktuell (Stand: 14. September 2015) noch immer gut 300 Zähler über dem Jahresschlussstand 2014 (9.805) und hatte im April mit 12.390 Punkten bekanntlich ein neues Allzeithoch markiert.

Fazit

Aus meiner mehr als 35-jährigen Börsenerfahrung heraus kann ich nur immer wieder vor „Schnäppchen-Käufen“ warnen – selbst wenn Sie mit einer solchen Strategie ab und an einmal richtig liegen mögen:

In den weit überwiegenden Fällen setzt sich der Abwärtstrend fort, der eine Aktie erst zu einem vermeintlichen „Schnäppchen“ gemacht hat.

14. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.