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EBIT Berechnung: So setzt sich das Betriebsergebnis zusammen

Das EBIT ist eine Kennzahl aus der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens.

Die Abkürzung EBIT steht für Earnings Before Interest and Taxes.

Zusammensetzung des EBIT

Das EBIT ist das Betriebsergebnis oder auch der„betriebliche Gewinn“ eines Unternehmens, vor Zinsen und Steuern.

Man sollte das EBIT nicht mit dem EBITDA verwechseln.

Letzteres berücksichtigt auch Abschreibungen auf das  Anlagevermögen (Depreciation and Amoritization), die unter Umständen mehr Aufschluss über die Rentabilität eines Unternehmens geben können.

Mehr zum Thema: EBITDA: Kennzahl für die Unternehmensrentabilität

Abschreibungen spielen beim EBIT keine Rolle, da man sie nicht direkt der betrieblichen Tätigkeit zuordnen kann.

Das EBIT konzentriert sich nur darauf, wie viel Gewinn das Unternehmen in einem bestimmten Zeitabschnitt mit seiner Betriebstätigkeit gemacht hat.

So wird das EBIT berechnet

Allgemein gesagt ergibt sich das EBIT aus allen Erträgen (bzw. Einnahmen) der Geschäftstätigkeit, abzüglich aller Aufwendungen (bzw. Ausgaben) die sich direkt auf diese Erträge beziehen.

Die einfache Variante geht vom Jahresüberschuss aus und ist, verwirrender Weise, eigentlich eine Rückwärtsrechnung- daher tauchen die Steuern und Zinsen in dieser Formel auf.

Einfache Variante der EBIT Berechnung

Zuallererst entnimmt man den Jahresüberschuss aus der Bilanz.

Zum Jahresüberschuss addiert man dann die Ertragssteuern (die zusammengesetzt sind aus Einkommenssteuer, Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer) und den Zinsaufwand.

Es gilt also die stark vereinfachte Formel:

EBIT = Jahresüberschuss + Ertragssteuern+ Zinsaufwand

Ein Beispiel: Wenn ein multinationales Unternehmen wie XY beispielsweise in einem Jahr 50.000 Euro Gewinn gemacht hat, und man von einem hypothetischen Ertragssteuersatz in Höhe von 15% ausgeht, und in diesem Zeitraum einen Zinsaufwand von Null Euro hatte , so ergibt sich ein EBIT von 57.500 Euro.

Formel  

EBIT mittels Jahresüberschuss berechnen (vereinfachte Formel)

?
"EBIT" steht für "Earnings before interest and taxes" und gibt Aufschluss über die tatsächliche Ertragskraft eines Unternehmens vor dem Abzug von Zins- und Steuererträgen sowie sonstiger außerordentlicher Aufwendungen.
$$\bo\text"EBIT"=\text"Jahresabschluss " +\text"Steueraufwand"-\text"Steuererträge"+\text"Zinsaufwand"-\text"Zinsertrag"$$
Ergebnis berechnen

Ein weiteres Rechenbeispiel finden Sie hier:

Mehr zum Thema: EBIT: Die Formel zur Berechnung des Unternehmensgewinns

Die gute Nachricht ist: Als Investor können Sie das EBIT üblicherweise in der Gewinn- und-Verlustrechnung aus dem Jahresabschluss eines Unternehmens nachlesen, da es zum Standardwerkzeug im Controlling gehört.

EBIT Berechnung für Fortgeschrittene

Genauer gesagt gibt es zwei Arten, das EBIT zu berechnen. Man unterscheidet das Gesamtkostenverfahren und das Umsatzkostenverfahren.

Diese Verfahren bestimmen nicht nur den Rechenweg bei der EBIT-Berechnung, sondern beeinflussen die gesamte Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung.

Sowohl beim Gesamt- als auch beim Umsatzkostenverfahren geht man von den Umsatzerlösen eines Unternehmens aus.

EBIT nach Gesamtkostenverfahren

Das Gesamtkostenverfahren wird zur EBIT Berechnung wie folgt angewandt:

Umsatzerlöse

+/- Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

+ andere aktivierte Eigenleistungen

+ sonstige betriebliche Erträge

Materialaufwand

Personalaufwand

sonstige betriebliche Aufwendungen

= EBITDA

Abschreibungen auf Anlagevermögen

= EBIT

EBIT nach Umsatzkostenverfahren

Das Umsatzkostenverfahren hingegen geht man nicht vom Umsatzerlös, sondern vom Bruttoergebnis des Umsatz aus. Dieses ergibt sich aus dem Umsatzerlös abzüglich der Herstellungskosten.

Umsatzerlöse

Herstellungskosten

= Bruttoergebnis vom Umsatz

Vertriebskosten

allgemeine Verwaltungskosten

+ sonstige betriebliche Erträge

sonstige betriebliche Aufwendungen

= EBIT

Bedeutung des EBIT in der Praxis

Der Vorteil am EBIT ist, dass es nicht durch regionale Steuertricks oder besondere Finanzierungstechniken verzerrt werden kann.

Nach der IFRS-Rechnungslegung ist das EBIT deshalb für den internationalen Vergleich von Unternehmen besonders wichtig, denn im Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen zeigt sich die wirkliche Ertragsleistung eines Unternehmens.

Mehr zum Thema: EBIT: Definition zum Unternehmensvergleich

Somit sollten auch Investoren diese Kennzahl in der Gewinn- und Verlustrechnung genauer betrachten, bevor sie eine Investition tätigen, da ein hohes EBIT im besten Falle auch ein Indiz für ein leistungsstarkes Unternehmen ist.

23. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.