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Effektive Verzinsung beim Disagio am Beispiel erklärt

Das Disagio ist ein Abgeld, das gerade im Kreditwesen weit verbreitet ist. So erheben viele Kreditgeber anteilig an der Gesamtsumme ein Disagio in bestimmter Höhe – zum Beispiel 10% – welches vom Nennwert des Darlehens abgeht.

Dieses Abgeld ergibt sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem tatsächlich erhaltenen Auszahlungsbetrag und dem Rückzahlungsbetrag eines Kredites. Auch Privatanleger können mit einem Disagio in Berührung kommen, etwa im Zuge des Wertpapierhandels – zum Beispiel wenn eine Aktie unter ihrem Nennwert ausgegeben wird.

Das Prinzip des Disagio: So funktioniert’s

Angenommen Herr Müller leiht sich bei seiner Bank 100.000 € für seine Geschäftsidee. Die Laufzeit des Kredites beträgt 10 Jahre, das Disagio wird in diesem Beispiel mit 5% veranschlagt, der Nominalzins beträgt ebenfalls 5%. Das bedeutet praktisch: Herr Müller erhält von den 100.000 € tatsächlich nur 95.000 €, da 5.000 € (= 5% des Nennwertes) als Disagio einbehalten werden.

Der Vorteil: Ein Disagio wird als Zinsvorauszahlung behandelt, die die Bank in einer Summe vorläufig vereinnahmt hat. Doch nicht immer schlägt sich ein niedriger monatlicher Zinssatz auch effektiv noch günstiger nieder.

Disagio und effektive Verzinsung

Wichtig zu beachten ist: Obwohl der monatliche Zins durch ein Disagio zu sinken scheint, bleibt der effektive Zinssatz gleich oder ist sogar noch erhöht Kredite mit oder ohne Abgeld sollten daher genau anhand des effektiven Jahreszinses oder aber der Gesamtsumme der zu zahlenden Zinse verglichen werden. Der Nominalzins allein gibt eher ungenaue Auskunft über die tatsächliche Zinslast und sollte daher nicht für die Betrachtung maßgebend sein.

Effektivzinssatz und Disagio: Berechnung im Beispiel

Herr Müller hat zwar ein Darlehen von 100.000 € aufgenommen, durch das Disagio in Höhe von 5% hat er in unserem Beispiel jedoch nur 95.000 Euro tatsächlich ausgezahlt bekommen. Das Problem: Die Zinszahlungen, die er über die Laufzeit von 10 Jahren monatlich abzuleisten hat, beziehen sich auf den Nennwert des Darlehens – also auf die gesamten 100.000 €.

Möchte Herr Müller nun also die Effektivverzinsung errechnen muss er folgende Formel anwenden:

Formel  

Fausformel zur Berechnung des Effektivzins

?
Die Effektivverzinsung zeigt dem Anleihen-Besitzer welche individuelle Rendite er mit seiner Anleihe erzielen kann.
$$\bo\text"Effektivzins" = ((\text"Nominalzins" + \text"Agio bei der Rückzahlung"/\text"Laufzeit")/\text"Kaufkurs")*100)$$
Ergebnis berechnen

Bei den genannten Rahmenbedingungen – Kredit in Höhe von 100.000 €, Laufzeit von 10 Jahren, Disagio und Nominalzinssatz in Höhe von 5% – ergibt sich daher nach der Rechnung ein Effektivzins in Höhe von 5,76% pro Jahr.

Viele Kreditinstitute nutzen das Disagio, um Kunden mit mutmaßlich niedrigeren Zinsen zu locken. Kreditnehmer sollten sich daher vom ausgewiesenen Nominalzinssatz nicht blenden lassen und den Effektivzinssatz überprüfen, ehe sie ihre Entscheidung treffen.

14. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.