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Effektivverzinsung – Näherungsverfahren erleichtert die Berechnung

Die Effektivverzinsung ist in vielen Situationen von großer Bedeutung, da sie die tatsächlichen Kosten eines Kredits oder den tatsächlichen Ertrag einer Investition angibt.

Gegenüber dem Nominalzins hat die Effektivverzinsung eine gesteigerte Aussagekraft.

Der Grund: Es fließen weitere Faktoren als der bloße Nominalzins und die Laufzeit in die Berechnung ein.

Doch die Berechnung des effektiven Zinssatzes ist nicht einfach und kann von Laien nicht ohne weiteres selbst durchgeführt werden.

Alternativ zu den komplexen Methoden gibt es weitere Wege zur Berechnung der Effektivverzinsung: Näherungsverfahren arbeiten mit eher einfachen Formeln und kommen dabei zu erstaunlich genauen Ergebnissen.

Effektivverzinsung Näherungsverfahren: die richtige Formel wählen!

Es gibt verschiedene Formeln, mit denen sich die Effektivverzinsung im Näherungsverfahren berechnen lässt.

Die verschiedenen Formeln weichen mitunter in ihrer Genauigkeit voneinander ab, allerdings auch in ihrer Komplexität. Aus diesem Grunde gilt es, die für die persönlichen Bedürfnisse richtige Formel zu finden.

Um sich einen groben Überblick zu verschaffen, reichen meist vergleichsweise einfache Formeln aus.

Möchte man beispielsweise in Anleihen investieren, verhelfen einfache Rechenwege zu einem recht genauen Ergebnis.

Dieses Ergebnis hat dann eine Aussagekraft, die weit über der Angabe des Kupons einer Anleihe liegt. Denn neben diesen regelmäßigen Zinsen werden auch noch der Kaufkurs sowie der Rückkaufkurs beachtet.

Mehr dazu: Die Effektivverzinsung bei Anleihen

Effektivverzinsung Näherungsverfahren: die Bankenformel

Um die Rechnung zu vereinfachen, wird von einer Anleihe mit einem Stückwert von 100 ausgegangen. Dieser Nennwert wird zum Ende der Laufzeit der Anleihe komplett ausbezahlt.

Wichtige Daten für die Formel sind: der Nennwert der Anleihe, der Kaufkurs, die Restlaufzeit, der Kupon (also die jährliche Verzinsung) sowie Agio bzw. Disagio.

Effektivverzinsung = (Kupon/Kaufkurs * 100) + [(100 + Agio – Nennwert)/Laufzeit]

Auf den ersten Blick wirkt diese Formel kompliziert. Wendet man sie jedoch an einem konkreten Beispiel an, wird es einfacher.

Betrachtet wird also eine Anleihe mit einem Nennwert von 100 Euro, welche zu einem Kurs von 98 Euro erstanden werden konnte. Der Kupon beträgt 5% bei einer Restlaufzeit von 4 Jahren.

(5 / 98 * 100) + [(100 + 2 – 100) / 4]

Also: 5,10 + 0,5 = 5,6

Man erhält einen Wert von 5,6 – die Effektivverzinsung. Das Näherungsverfahren ermöglicht also eine vergleichsweise einfache Berechnung der Rentabilität.

Vor- und Nachteile des Näherungsverfahrens

Die Vorteile des Näherungsverfahrens liegen auf der Hand: Neben der Nominalverzinsung wird vor allem auch die Differenz zwischen Kaufkurs und Nennwert berücksichtigt.

Dies setzt freilich voraus, dass die Anleihe bis zur Fälligkeit gehalten und dann zum Nennwert zurückgenommen wird.

Eine leichte Ungenauigkeit verzeichnet die Formel, weil der Rückzahlungsgewinn oder –verlust gleichmäßig auf die (Rest-)Laufzeit verteilt wird.

Dennoch bietet sie einen sehr guten Anhaltspunkt, um sich einen Überblick zu verschaffen und die Rentabilität einzuschätzen.

27. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.