MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Komplexe Gleichung für Anleihen – so einfach geht’s

Bei manchen Investitionen sind angegebene und tatsächliche Rendite zwei Paar Schuhe. Das ist insbesondere bei Anleihen der Fall. Entsprechend gibt es zwei Begriffe dafür, die Nominalverzinsung und die Effektivverzinsung.

Nominalverzinsung

Unter Nominalverzinsung versteht man die Rendite, die offiziell angegeben wird und die der Emittent jährlich ausschüttet. Das ist der Anteil, den man als Investor jedes Jahr dafür überwiesen bekommt, dass man die Anleihe gekauft hat.

Die Nominalverzinsung schwankt mit den gängigen Zinsen und kann ungefähr als Gradmesser dafür genommen werden, was man als Anleger verdient. Präzise ist dieser Wert allerdings nicht. Nominalzins einer Anleihe: So bestimmen Sie den Geldwert

Um genauer zu erfahren, wie viel Geld man mit einer Anleihe verdienen kann, ist die Effektivverzinsungs-Formel entscheidend. Hinzu kommt, dass der Nominalwert einer Anleihe nur zu Beginn der Laufzeit korrekt ist.

Investiert man jedoch in eine Anleihe, die bereits einige Zeit auf dem Markt ist, kann man den Nominalwert im Prinzip ignorieren. Trotzdem wird er oft noch angegeben – und das kann den Anleger unnötig irritieren.

Effektivverzinsung

Der Nominalwert und die Nominalverzinsung sind aus oben genannten Gründen nicht optimal. Dagegen hilft die Effektivverzinsungs-Formel, um die tatsächliche Rendite von Anleihen zu bestimmen.

Insbesondere, weil der Kaufkurs mit in die Berechnung einbezogen wird. Im Gegensatz zum Nominalwert hat dieser nämlich einen aktuellen Bezug für den Investor. Im Folgenden schauen wir uns die Effektivverzinsungs-Formel genauer an.

Effektivverzinsung: Formel

Die Effektivverzinsungs-Formel kann man in folgender Grafik erkennen. Sie können dabei selbst die entsprechenden Werte eintippen und die Rendite berechnen lassen.

Achten Sie bei der Eingabe darauf, dass die Summe aus Agio bei Rückzahlung und Kaufkurs in der Regel 100 beträgt. Das liegt daran, weil Anleihen am Ende ihrer Laufzeit für 100 € ausbezahlt werden. Man kauft sie also zu einem gewissen Rabatt ein und erhält über die Laufzeit Zinsen dafür.

Formel  

Fausformel zur Berechnung des Effektivzins

?
Die Effektivverzinsung zeigt dem Anleihen-Besitzer welche individuelle Rendite er mit seiner Anleihe erzielen kann.
$$\bo\text"Effektivzins" = ((\text"Nominalzins" + \text"Agio bei der Rückzahlung"/\text"Laufzeit")/\text"Kaufkurs")*100)$$
Ergebnis berechnen

Effektivverzinsung: Beispiel

Berechnen wir beispielsweise die Effektivverzinsung für eine Anleihe, die man aktuell als Privatinvestor für 98 € kaufen kann. Dadurch ergibt sich üblicherweise bei Rückzahlung ein Agio von 2 €.

Die Laufzeit der Anleihe beträgt noch 7,5 Jahre und der Nominalzins liegt bei 4,5%. Somit haben wir alle relevanten Daten, die wir in die Effektivverzinsungs-Formel eingeben können. Drückt man auf „Ergebnis berechnen“, erhält man als Resultat 4,86%. Nominalzins-Effektivzins-Unterschied: die wahren Kosten

Nun kann man weiter herumexperimentieren. Stellt man die Laufzeit von 7,5 Jahre auf 10 Jahre hoch, sinkt die Effektivverzinsung auf 4,8%. Sollte man die Anleihe bei 10 Jahren Laufzeit anstatt zu 98 € zu nur 96 € kaufen können, klettert die effektive Rendite auf 4,90%.

Mit der Effektivverzinsungs-Formel lassen sich somit kinderleicht und sehr schnell einzelne Anleihe-Angebote vergleichen. Als Investor erfährt man sofort die tatsächliche Rendite und kann sich demnach besser für ein Produkt entscheiden.

19. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.