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EFSF: Euro-Rettung auf Zeit

Am 7. Juni 2012 wurde die EFSF gegründet und im August desselben Jahres für voll handlungsfähig erklärt.

Ihr Ziel war die Rettung des finanziell ruinierten Griechenlands und die Vorbeugung ähnlicher Entwicklungen in anderen EU-Ländern.

Was bedeutet EFSF?

EFSF steht für Europäische Finanzstabilisierungsfazilität, die klassischer Weise als Teil des sogenannten EU-Rettungsschirmes angesehen wird.

Eine weitere Maßnahme zur Stabilisierung der EU-Wirtschaft ist das ESM. Bei dieser Fazilität handelt es sich um eine Zweckgemeinschaft mit Sitz in Luxemburg.

Diese hat das Ziel, finanzielle Desaster wie das in Griechenland zu verhindern oder wenigstens im Fall der Fälle sofortige Unterstützung gewähren zu können.

Welche Unterstützung kann die EFSF leisten?

Wie sieht diese Unterstützung aber konkret aus? Die EFSF kann hilfsbedürftigen Ländern Kredite verschaffen, die wesentlich bessere Konditionen aufweisen, als das für gewöhnlich der Fall ist.

Muss sich ein bereits verschuldetes Land auf dem internationalen Finanzmarkt Geld leihen, führt die hinzutretende Zinslast längerfristig meistens zu noch mehr Schuldendruck.

Nicht so bei der EFSF. Anstelle von den üblichen 4,5 Prozent beträgt der Zinssatz für Euro-Staaten nur 3,5 Prozent.

Außerdem ist die Frist bis zur kompletten Rückzahlung verdoppelt worden, und zwar von sonst 7 1/2 Jahren auf 15 Jahre.

Weitere Hilfsmaßnahmen

Die EFSF hat außerdem die Aufgabe, die Euro-Zone vor einer Ausweitung der Schuldenkrise zu schützen.

Die einzelnen Länder sollen sich nicht nur gegenseitig immer weitere Kredite gewähren – stattdessen geht es um die langfristige Stabilisierung und Absicherung des europäischen Finanzraumes.

Um das zu erreichen kann die EFSF kleinere Kredite sozusagen „prophylaktisch“ gewähren, um einem Staat gleich beim ersten Anzeichen einer drohenden Krise zu helfen, sich wieder zu fangen.

Auch die Banksektoren von avisierten Ländern können indirekt gestärkt werden, indem entsprechende Kredite vorab an die jeweiligen Regierungen verteilt werden.

Darüber hinaus kann die EFSF-Fonds Staatsanleihen von Ländern kaufen, die sich auf diesem Wege frisches Kapital besorgen wollen.

Sowohl neue als auch bereits ausgegebene Wertpapiere werden erworben.

EFSF verlangt Auflagen

All diese Hilfe hat aber natürlich auch ihren Preis und der besteht in den wirtschaftlichen Auflagen, die ein hilfsbedürftiges Land damit anerkennt.

Zum einen lässt die EFSF oftmals durch die Europäische Zentralbank prüfen, ob ein Land tatsächlich in einer Notlage steckt.

Viel wichtiger als das ist jedoch: Die Grundvoraussetzung für Hilfe von Seiten der EFSF ist die Gefährdung der Stabilität der Euro-Zone.

Nur, wenn dies gewährleistet ist, erachtet die EFSF das Problem als unmittelbar gefährlich.

Abgesehen davon wird ein Notkredit nur dann geleistet, wenn sich das empfangende Land dazu verpflichtet, ein hartes Reformprogramm durchzuführen, um die eigentlichen Ursachen für die Schuldenkrise zu beseitigen.

3. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.