In den nächsten Monaten wird es an den Finanzmärkten heiß hergehen.
Die größten „Spieler“ sind die USA, China sowie die Eurozone.
Der neue Angriff aus den USA läuft über Rating-Agenturen. Jetzt hat die Agentur S&P aus den USA einen überraschenden Schachzug präsentiert, den manche Analysten schon so werten, als sei er mit der Regierung abgestimmt.
Nicht nur einzelne Großstaaten wie Deutschland geraten unter Druck, sondern die gesamte Eurozone mit dem Rettungsschirm des EFSF.
Vorsicht: Zinsen werden explodieren
Der Hintergrund: Die „AAA“-Staaten wie Deutschland, Österreich, Finnland oder die Niederlande stehen jetzt auf der Beobachtungsliste der amerikanischen Agentur. Senkt die den Daumen, wird es enger.
Denn: Fällt auch nur einer der Staaten in der Neubeurteilung unter die bisherige Einschätzung, wird es dem Rettungsfonds selbst an den Kragen gehen. Am kommenden Wochenende soll darüber eine Entscheidung fallen.
Das heißt: fiele etwa die Niederlande aus, könnte der EFSF-Fonds nicht mehr so kostengünstig wie bisher Geld am Markt aufnehmen. Da Milliarden-Summen im dreistelligen Bereich bewegt werden, ist die Konsequenz dramatisch:
- Die Zinsen würden sofort steigen – zunächst nur für den EFSF, dann für andere Anleihe-Schuldner.
- Steigen die Zinsen auf breiter Front, dann in der gesamten Eurozone. Dies aber wird verschiedene Märkte treffen – nicht nur regional, sondern auch für Sachwerte.
- Immobilien in Spanien könnten noch weniger abbezahlt werden als ohnehin schon. Der Sparzwang in Italien würde dramatisch zunehmen. Auch bei uns steht dann plötzlich eine große Änderung an:
- Sofort würden die Steuern steigen, da der Staat kaum noch Finanzierungsalternativen hat, wenn die Zinsen erst einmal zu hoch sind. Steuern sind scheinbar kostenfreie Geldzuflüsse.
- Selbst die Konjunkturprognosen müssen dann für das Jahr 2012 noch einmal auf den Prüfstand, weil der private Konsum dann zusammenbricht – jedenfalls in größeren Teilen.
GeVestor meint: vor diesem Hintergrund ist die Maßnahme der US-Rating-Agentur S&P zumindest aus Sicht der US-Wirtschaft sinnvoll. Der US-Dollar steigt tendenziell – und die USA werden wieder kaufkräftiger.
Wir meinen: gegen Machenschaften dieser Art können Sie sich nur mit individuellen Anlage-Strategien schützen. Kaufen Sie beispielsweise Silber als ergänzende Währung, ist Ihr Depot noch sicherer als ausschließlich mit Gold.
Das gelbe Edelmetall kann weiterhin konfisziert werden. Die Rettung des Euro ist durch die Rating Agentur und die Drohung gegen den EFSF noch etwas unwahrscheinlicher geworden als zuletzt. Die nächsten Monate zeigen dies.
Ein weiterer Ratschlag: verzichten Sie auf Anleihen – so weit als möglich. Steigen die Zinsen, werden die Kurse der Rentenpapiere stark fallen, fast durch die Bank hinweg. Vor allem lange Laufzeiten sind dann gefährdet.


