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EFSF – so funktioniert der Rettungsschirm

Die Staatsschuldenkrise im Euroraum ist seit Jahren ein Thema, das in den Medien sehr präsent ist und die Politik in den Eurostaaten beschäftigt.

Die Europäische Union ist fest entschlossen, die Krise in den Griff zu bekommen und hat deshalb ein Maßnahmenpaket geschnürt, das Euro-Staaten in einer finanziellen Notlage unterstützen soll.

Dieses Maßnahmenpaket wird meist Rettungsschirm genannt. Ein wichtiger Bestandteil des Rettungsschirms ist die EFSF, die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität.

Die Grundfunktionen der EFSF

Die EFSF ist 2010 geschaffen worden und sollte ursprünglich Kredite von insgesamt bis zu 440 Milliarden Euro vergeben können. Im Juni 2013 soll die EFSF von dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) abgelöst werden.

Mit der Kreditvergabe an hochverschuldete Länder soll gewährleistet werden, dass die Zahlungsfähigkeit dieser Länder aufrechterhalten bleibt.

Auf diese Weise soll die Stabilität der gesamten Währungsunion gesichert werden.

Eine Kreditvergabe erfolgt nur gegen strenge Auflagen.

Die Ausarbeitung der Kredit-Bedingungen sowie die Kontrolle der Auflagen sollen bei der Europäischen Kommission liegen.

Wo kommt das Geld zur Kreditvergabe her?

Die EFSF verfügt über kein eigenes Grundkapital. Vielmehr gibt sie Anleihen heraus und verschafft sich auf diese Weise das nötige Geld für die Kreditvergabe.

Damit die EFSF das Geld zu einem niedrigen Zinssatz bekommt, haften die Euro-Staaten je nach wirtschaftlichem Gewicht für einen bestimmten Anteil an dem Gesamtvolumen.

Durch diese Absicherung erhielt die EFSF von den Ratingagenturen die Bestnote, den Ratingcode AAA. Dadurch wurde sichergestellt, dass Geld zu einem niedrigen Zinssatz beschafft werden kann.

Der Vorteil für die verschuldeten Länder

Länder, deren finanzielle Lage als stabil eingestuft wird, erhalten gute Ratingnoten und haben somit keine Schwierigkeiten, sich Geld zu einem niedrigen Zinssatz zu leihen.

Anders sieht es bei so hochverschuldeten Ländern wie Griechenland aus. Die Möglichkeiten, an frisches Kapital zu kommen, sind eingeschränkt und die Zinssätze sind sehr hoch.

Hier springt die EFSF ein und stellt Kapital zu einem weitaus niedrigeren Zinssatz zur Verfügung.

Auf diese Weise bleibt die Zahlungsfähigkeit erhalten und das betroffene Land erhält zeitlichen und finanziellen Spielraum, um den Staatshaushalt auf Vordermann zu bringen und damit den Weg aus der Krise zu schaffen.

Der Zinssatz für die Krisenländer soll über dem Zinssatz liegen, zu dem die EFSF das Geld bekommt. Theoretisch kann die EFSF durch die Differenz der Zinssätze also gewinnbringend arbeiten.

Weitere Funktionen der EFSF

Neben der direkten Kreditvergabe ist es der EFSF zudem möglich, Anleihen von Euro-Staaten aufzukaufen, um diese Staaten zu stützen.

Außerdem können Kredite vorsorglich gewährt werden. Damit soll bereits bei ersten Anzeichen einer Krise eines Landes gegengesteuert werden können.

Diese vorsorglich gewährten Kredite müssen von dem jeweiligen Land jedoch nicht abgerufen werden. Sie sollen vor allem dazu dienen, einen Ausweg aus einer schwierigen Lage aufzuzeigen und die Finanzmärkte zu beruhigen.

Die Zukunft wird zeigen, ob die eingeleiteten Maßnahmen greifen und ausreichen werden. Im Juli 2012 senkte eine der einflussreichsten Ratingagenturen den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der EFSF. Die Lage bleibt also angespannt.

Mehr zum Thema: EFSF: Euro-Rettung auf Zeit

15. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.