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Ehegattenunterhalt berechnen: Wie das funktioniert

Nach einer Trennung gibt es weit mehr unbeantwortete Fragen und Folgen als man annehmen sollte. Dazu zählt auch die Frage nach dem Ehegattenunterhalt.

Wenn man den Ehegattenunterhalt berechnen möchte ist es wichtig zu wissen, dass man 3 verschiedene Ansprüche auf Unterhalt haben könnte.

Es gibt den sogenannten Elementarunterhalt, den Anspruch auf eine Krankenversicherung und den Anspruch auf Altersvorsorgeunterhalt beziehungsweise die Rentenversicherung.

Berechnen des Elementarunterhaltes

Für das Berechnen des Ehegattenunterhaltes wird der Halbteilungsgrundsatz angewandt. Das heißt, dass jeder der Ehegatten einen Anspruch auf die Hälfte der gesamten zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel hat. Also gilt:

[Ehemann Einkommen + Ehefrau Einkommen] : 2 = Unterhaltsanspruch

Das „Einkommen“ in der Gleichung ist nicht mit dem Nettoeinkommen gemäß der Gehaltsabrechnung identisch. Von den Nettoeinkünften der Ehegatten werden vorerst bestimmte Beträge subtrahiert oder hinzuaddiert.

Einerseits können Kindesunterhalt, Schulden, Fahrtkosten zur Arbeitsstelle oder ähnliches vom Nettoeinkommen abgezogen werden.

Andererseits können Beträge – die sich beispielsweise durch den Wohnwert einer selbstgenutzten Immobilie ergeben – hinzugerechnet werden.

Erst wenn die Beträge mit dem Nettoeinkommen verrechnet wurden, ergibt sich daraus das zu berücksichtigende Einkommen, mit dem man die Höhe des Ehegattenunterhaltes berechnen kann.

Anspruch auf Krankenversicherungsunterhalt

Nehmen wir an, der unterhaltspflichtige Ehegatte ist der Ehemann und der Unterhaltsbedürftige die Ehefrau.


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Sollte die Ehefrau nicht selbst krankenversichert sein, so hat sie nicht nur einen Anspruch auf den Elementarunterhalt, sondern auch noch auf den Krankenversicherungsunterhalt.

Eine eigene Krankenversicherung könnte beispielsweise wegen der Berufstätigkeit vorhanden sein.

Mehr dazu: Ab wann und in welcher Form die Arbeitspflicht im Ehegattenunterhalt in Kraft tritt… 

Ist der Ehemann in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, wird die Ehefrau in der Regel kostenlos mitversichert. Das ändert sich allerdings sobald die Scheidung rechtskräftig vollzogen ist.

Ab diesem Zeitpunkt ist das Mitversichern nicht mehr möglich und der Mann muss der Frau eine eigene Krankenversicherung bezahlen, soweit diese es verlangt.

Die Ex-Ehefrau hat nach der Scheidung die Möglichkeit der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwillig Versicherte beizutreten. Dazu muss sie allerdings die Frist von 3 Monaten nach der Scheidung einhalten.

Wenn während der Ehe eine private Krankenversicherung bestanden hat, kann die Ex-Ehefrau auch verlangen weiterhin so versichert zu werden.

Auch die private Krankenversicherung muss vom Ex-Ehemann bezahlt werden. Er kann die Kosten aber bei der Berechnung seines unterhaltsrelevanten Einkommens absetzten, sodass sich der Barunterhaltsanspruch der Ex-Frau verringert.

Für die Pflegeversicherung gilt im Übrigen dasselbe wie für die Krankenversicherung.

Anspruch auf Altersvorsorgeunterhalt

Sobald die Scheidung eingereicht wird, erfolgt der Rentenausgleich. Dieser Versorgungsausgleich bezieht sich jedoch nur auf die Ehezeit bis zur Beantragung der Scheidung.

Nach der Antragsstellung ist es möglich Altersvorsorgeunterhalt zu erhalten. Dazu muss der unterhaltsberechtigte Ehegatte gar keine oder weniger Einnahmen als der unterhaltspflichtige Ehegatte haben.

In diesem Fall würde der unterhaltsbedürftige Ehegatte also weniger Rente erhalten, als es vor dem Scheidungsantrag der Fall gewesen wäre. Deswegen wird der Unterhalt auch wie ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen betrachtet.

Den Altersvorsorgeunterhalt kann man folgendermaßen ermitteln:

  • Zuerst wird der Elementarunterhalt errechnet.
  • Anschließend wird der Rentenversicherungsbeitrag bestimmt. Dabei wird der Unterhalt als sozialversicherungspflichtiges Einkommen betrachtet.
  • Der Rentenbeitragssatz beträgt ca. 20%.
  • So ergibt sich der Vorsorgeunterhalt.
  • Als letztes wird der Elementarunterhalt neu bestimmt. Hierbei wird der zuvor ermittelte Vorsorgeunterhalt vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Ehegatten abgezogen.

Der Altersvorsorgeunterhalt darf nicht für andere Zwecke als die Altersvorsorge benutzt werden. Dieser Unterhalt endet sobald der Unterhaltsbegehrende eine Altersvorsorge erwarten kann, die so hoch wie die des Unterhaltspflichtigen ist, oder er das 65. Lebensjahr abgeschlossen hat.

Insgesamt ist das Berechnen des Ehegattenunterhaltes zwar schwierig, aber auch lohnenswert. Der unterhaltsbedürftige Ehegatte sollte alle 3 Ansprüche prüfen, um auch alles zu erhalten, was ihm zusteht.

20. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.