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Ehegattenunterhalt – Differenzmethode richtig anwenden

Wird eine Ehe geschieden, muss darüber entschieden werden, wie mögliche Unterhaltszahlungen zu regeln sind. Dabei entscheiden viele verschiedene Faktoren über die Höhe und die Dauer der Zahlungen.

So muss zum Beispiel berücksichtigt werden, dass dem Unterhaltspflichtigen ein gewisser Betrag für sich selbst übrig bleibt – der sogenannte Selbstbehalt. Werden alle relevanten Faktoren berücksichtigt, kann die konkrete Berechnung auf einem recht einfachen Weg erfolgen. Dieser Weg nennt sich Differenzmethode.

Das Ziel der Berechnung soll dann – vereinfacht ausgedrückt – sein, dass die beiden vormaligen Ehepartner jeweils die Hälfte der ehelichen Gesamteinkünfte zur Verfügung haben.

Dies bedeutet dann für den Ehegattenunterhalt: Die Differenzmethode ermittelt, welchen Teil der wohlhabendere geschiedene Ehegatte dem Unterhaltsberechtigten überlassen muss.

Ehegattenunterhalt Differenzmethode – so erfolgt die Berechnung

Der Begriff der Differenzmethode kommt daher, dass die Höhe der Differenz der Einkommen der geschiedenen Eheleute der zentrale Bestandteil der Berechnung ist.


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Damit jeder ehemalige Ehegatte die Hälfte des ehelichen Einkommens erhält, wird also zunächst die Differenz beider Einkommen ermittelt. Diese Differenz wird anschließend halbiert und das Ergebnis erhält der Unterhaltsberechtigte als Unterhaltszahlung. Ein Beispiel verdeutlicht das Grundprinzip:

Während die geschiedene Ehefrau ein Einkommen in Höhe von 3.000 Euro hat, verdient der geschiedene Ehemann 2.000 Euro. Die Differenz beträgt also 1.000 Euro. Halbiert man die Differenz, erhält man 500 Euro, welche nun dem geringeren Einkommen hinzugefügt werden. Daher muss die geschiedene Ehefrau 500 Euro Unterhalt zahlen.

Somit bleiben ihr noch 2.500 Euro und auch der geschiedene Ehemann kommt durch die Zahlungen auf 2.500 Euro. Dieses Prinzip folgt dem sogenannten Halbteilungsgrundsatz. Man erhält also auf scheinbar einfache Weise den zu zahlenden Ehegattenunterhalt.

Die Differenzmethode ist aber bei genauerer Betrachtung etwas komplexer, da nicht einfach das Einkommen berücksichtigt wird, sondern weitere Faktoren wichtig sind. Es wird das sogenannte bereinigte Nettoeinkommen oder das unterhaltsrelevante Einkommen berechnet.

Ehegattenunterhalt Differenzmethode – das unterhaltsrelevante Einkommen

Zwar bildet das Einkommen der geschiedenen Eheleute die Ausgangsposition zur Berechnung des unterhaltsrelevanten Einkommens, doch kann es zu erheblichen Abweichungen von dem Brutto- bzw. Nettoeinkommen kommen.

Neben den Einkünften aus Arbeit, Zinsen, Vermietung oder Verpachtung spielen auch Renten, Sozialleistungen oder Steuerrückerstattungen eine Rolle.

Gibt es einen sogenannten Wohnvorteil, zum Beispiel durch eine selbstgenutzte Immobilie, wird dieses ebenfalls berücksichtigt. Abgezogen werden hingegen Werbungskosten, Steuern, Schulden oder Kindesunterhalt.

Besonders interessant ist, dass auch fiktive bzw. theoretische Einkünfte angerechnet werden. Das heißt, dieses Einkommen muss gar nicht real vorhanden sein, wenn durch eigenes Verschulden darauf verzichtet worden ist.

Dies kann beispielsweise bei einem Verstoß gegen die Arbeitspflicht der Fall sein. Weigert sich also ein Unterhaltspflichtiger, einer Arbeit nachzugehen, obwohl es ihm möglich wäre, werden diese theoretischen Einkünfte ebenfalls berücksichtigt.

Differenzmethode: Erwerbstätigenbonus beachten

Die aktuelle Rechtsprechung sieht meist so aus, dass der oben genannte Halbteilungsgrundsatz zugunsten des Unterhaltspflichtigen abgewandelt wird. Das bedeutet, die Differenz aus beiden unterhaltsrelevanten Einkommen wird nicht halbiert, sondern häufig zu 3/7 dem Unterhaltsberechtigten zugesprochen wird.

Dies gilt auch für den sogenannten Erwerbstätigenbonus. Dieser soll einen finanziellen Anreiz schaffen, einer Tätigkeit nachzugehen. Üben beide geschiedene Eheleute einen Beruf aus, können auch beide Seiten von dem Erwerbstätigenbonus profitieren.

Fazit: Das Unterhaltsrecht ist vergleichsweise kompliziert und eine solche Einführung kann lediglich einen ersten Einblick verschaffen. Eine exakte Berechnung ist auch deshalb nicht möglich, weil die zuständigen Gerichte in manchen Belangen einen gewissen Entscheidungsspielraum haben.

30. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.