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Ehegattenunterhalt – wie lange ein Anspruch besteht

Tritt man vor den Traualtar, so tut man das in aller Regel in dem Glauben und in der Überzeugung, einen Bund für das ganze Leben einzugehen.

Die Realität sieht jedoch bekanntlich etwas anders aus, immerhin werden in Deutschland mehr als ein Drittel aller Ehen geschieden.

Wenn dieser Fall eintritt, müssen die Familiengerichte klären, ob, in welcher Höhe und wie lange ein Ehegatte dem anderen Unterhalt zahlen muss.

Gerade in diesem Bereich hat es in den vergangenen Jahren große Veränderungen gegeben, von denen viele Geschiedene betroffen sind.

Während in der Vergangenheit nicht selten praktisch ein lebenslanger Unterhaltsanspruch bestand, wird seit einer gesetzlichen Änderung zum Jahr 2008 mehr Wert auf die sogenannte nacheheliche Eigenverantwortung gelegt.

Dies kann vor allem großen Einfluss auf die Höhe und insbesondere die Dauer des Unterhaltsanspruchs haben. Die genaue Berechnung ist dabei durchaus komplex.

Mehr dazu: Ehegattenunterhalt – Differenzmethode richtig anwenden

Ehegattenunterhalt – die Gesetzeslage

Bei Scheidungen ist es häufig eine der zentralen Fragen beim Ehegattenunterhalt: Wie lange und wie viel muss gezahlt werden?


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Die Beantwortung der Frage hängt dabei jedoch stark von der individuellen Situation und dem Verlauf der Ehe der ehemaligen Partner ab.

Mit dem am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung des Unterhaltsrechts rückte die nacheheliche Eigenverantwortung stärker in den Mittelpunkt.

In § 1569 BGB heißt es, dass es nach der Scheidung jedem Ehegatten obliegt, „selbst für seinen Unterhalt zu sorgen. Ist er dazu außerstande, hat er gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf Unterhalt (…)“.

Ebenfalls wurde festgelegt, dass unterhaltsberechtigte Erwachsene gegebenenfalls nachrangig behandelt werden, falls unterhaltsberechtigte Kinder existieren. Das Kindeswohl geht somit vor.

Generell gilt: Ist der Unterhaltspflichtige leistungsfähig, muss er zahlen, sofern mindestens eine von mehreren verschiedenen „Unterhaltsarten“ zutreffend ist.

Dazu gehören beispielsweise der Betreuungsunterhalt, der Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit, Aufstockungsunterhalt oder auch Ausbildungsunterhalt.

Diese verschiedenen Formen können einzeln, nebeneinander oder auch nacheinander zutreffen und bilden den Ehegattenunterhalt.

Ehegattenunterhalt – wie lange ein Anspruch besteht, ist einzelfallabhängig

Bei der Dauer der Unterhaltspflicht spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle.

Auch nach der neuen Gesetzeslage sind der eheliche Lebensstandard, die Rollenverteilung in der Ehe, die Erziehung von Kindern oder auch ehebedingte Nachteile zu beachten.

So gilt beispielsweise bei dem Betreuungsunterhalt, dass der unterhaltsberechtigte geschiedene Ehegatte mindestens 3 Jahre nach der Geburt des Kindes einen Unterhaltsanspruch hat, wenn er das gemeinsame Kind pflegt.

Nach Ablauf dieser 3 Jahre gilt mindestens eine geringfügige Beschäftigung wieder als zumutbar, wenn nicht sogar die Ausübung einer Vollzeitbeschäftigung.

Dies ist jedoch individuell zu entscheiden und hängt unter anderem von den alternativen Möglichkeiten der Kindesbetreuung ab.

Beim Aufstockungsunterhalt sollen ehebedingte Nachteile ausgeglichen werden. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Es wird geprüft, ob der nacheheliche Lebensstandard schlechter ist, als er es ohne die Ehe gewesen wäre.

Mehr dazu: Nachehelicher Unterhalt

Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Ehegatte vor der Ehe berufstätig war, die Arbeit aber zugunsten der Ehe oder der Familie aufgab und aufgrund dieser Pause nicht wieder nahtlos in den Beruf einsteigen kann.

Konkrete Zahlen, wie lange ein Anspruch auf Ehegattenunterhalt besteht, existieren zwar nicht.

Zusammenfassend kann man aber feststellen: Seit den Änderungen zum Jahr 2008 werden deutlicher seltener lebenslange Unterhaltszahlungen ausgeurteilt, da die nacheheliche Eigenverantwortung stärker betont wird.

2. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.