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Eigenkapitalquote: Branchenvergleich zeigt große Bandbreite

Wenn Unternehmen und Kreditinstitute über genügend Eigenkapital verfügen, können sie auf Wirtschaftskrisen und Verluste angemessen reagieren. Die Finanzkrise und deren Folgen haben zahlreiche Personen- und Kapitalgesellschaften zum Anlass genommen, ihr Eigenkapital aufzustocken.

Wird die Eigenkapitalquote einem Branchenvergleich unterzogen, werden große Unterschiede sichtbar.

Dax-Unternehmen – Eigenkapitalquote im Branchenvergleich

Wer Aktien börsennotierter Unternehmen kauft, sollte unter anderem die Eigenkapitalquote im Blick haben. Eigenkapitalquote ist eine Kennziffer, die aussagt, wie viel Prozent der Aktiva (Anlage- und Umlaufvermögen) durch Eigenkapital gedeckt sind.

Weist eine Unternehmensbilanz eine Eigenkapitalquote von 100% aus, wären die Aktiva komplett durch Geld des Unternehmensinhabers und Gewinnrücklagen finanziert. Schulden wären nicht vorhanden.

Bei einer Eigenkapitalquote von 0% ist alles mit Schulden finanziert. Geld der Firmengründers oder Gewinnrücklagen gibt es nicht. Bei vielen Kleinstunternehmen gibt es wenig oder kein Eigenkapital. Bei diesem Geschäftsmodell haften Unternehmer oder Selbstständige persönlich.


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Generell steht eine hohe Eigenkapitalquote für Solidität von Unternehmen. Sie sind weniger krisenanfällig. Zu zahlende Zinsen fallen geringer aus. Für Investitionen bleibt entsprechend mehr übrig. In einer Krise sichert das Eigenkapital die Durststrecke ab.

Formel  

Eigenkapitalquote berechnen

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Die Eigenkapitalquote gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital an. Nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen sollte die Eigenkapitalquote nicht unter 30 % sinken.
$$\bo\text"Eigenkapitalquote" = (\text"Eigenkapital" / \text"Bilanzsumme"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Eine Eigenkapitalquote von 100% gibt es, wenn auch sehr selten. In der Praxis weisen viele der Dax-Unternehmen eine Eigenkapitalquote von 30 bis 40% aus.

Einige (Infineon, Beiersdorf, SAP) haben mehr als 50%.  Die Unternehmen BMW und RWE liegen zum Ende des Geschäftsjahres 2012 knapp über 20%. Eine Quote unter 20% wäre eher ungewöhnlich, doch nicht unmöglich. Der Dax-Konzern ThyssenKrupp weist im ersten Quartal 2013 nach 23,81% in 2012 lediglich noch eine Eigenkapitalquote von 11,82% aus.

Branchenvergleich: Eigenkapitalquote von Dax-Unternehmen

Bei Dax-Unternehmen könnte die jeweilige Eigenkapitalquote als Branchenvergleich gewertet werden. Denn alle Branchen sind im Börsenindex vertreten. Mitte 2012 weisen die DAX-Konzerne eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von etwa 36% aus.

Im Allgemeinen ist die Höhe der Eigenkapitalquote eines Unternehmens von vielen Umständen abhängig. Eine Rolle spielt neben der Branchenzugehörigkeit vor allem die Größe des Unternehmens, seine Rechtsform und etliche weitere Faktoren.

Am geringsten fällt die Eigenkapitalquote bei Baubetrieben und Banken aus. Hier liegen die Quoten im unteren einstelligen Prozentbereich. Die chemische Industrie wartet im Vergleich dazu im Durchschnitt mit 35 bis 45% auf.

“Diagnose Mittelstand“ – Branchenvergleich von Eigenkapitalquoten

Einen repräsentativen Branchenvergleich der Eigenkapitalquote ermöglicht die Auswertung mittelständischer Unternehmen.

Eine vom BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) und der Deutschen Bank initiierte Studie aus dem Jahr 2012 zeigt, dass Familienunternehmen aus der Industrie mit etwa 38 Prozent die höchste Eigenkapitalquote in der deutschen Wirtschaft aufweisen. Durchschnittlich bringen es deutsche Unternehmen im Schnitt auf 29 Prozent.

Genaue Angaben zu Eigenkapitalquoten kleiner und mittlerer Unternehmen  liefert regelmäßig der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit seiner “Diagnose Mittelstand“. Die Auswertung hunderttausender Jahresabschlüsse mittelständischer Kundenunternehmen zeigt für das Jahr 2011 eine Eigenkapitalquote von knapp 20%. Beachtenswert: Die Kapitalquoten liegen bei Kapitalgesellschaften mit um die 30% im Schnitt doppelt so hoch wie bei Personengesellschaften.

Denn auf Kapitalgesellschaften, insbesondere Aktiengesellschaften, lastet ein hoher Druck,  positive Bilanzkennzahlen vorzuweisen. Zudem besitzen sie günstigere Finanzierungsmöglichkeiten.

29. Juli 2013

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Thomas Detlef Bär
Von: Thomas Detlef Bär. Über den Autor

Thomas Detlef Bär ist diplomierter Ökonom. Seit einigen Jahren ist er als Autor rund um den Bereich Finanzen aktiv. Dabei hat er sich auf Ratgeber- und Wissensbeiträge spezialisiert. Lesern möchte er Fakten zur Vertiefung des eigenes Wissen vermitteln und gleichzeitig zu neuen Überlegungen anregen.