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Eigenkapitalrendite – die Verzinsung des eigenen Kapitals

Die Eigenkapitalrentabilität (EKR) ist eine von verschiedenen Kennzahlen, die es Anlegern ermöglichen, die Rentabilität des eingesetzten Kapitals zu beurteilen.

In den Medien hat sich zunehmend die englische Abkürzung ROE (Return on Equity) durchgesetzt, welche inhaltlich identisch mit der Eigenkapitalrendite ist. Hinter diesem Begriff steckt ein Wert, welcher angibt, wie sich das Eigenkapital eines Unternehmens im Laufe des Untersuchungszeitraums verzinst hat.

Auf den ersten Blick scheint diese Ziffer leicht einzuordnen zu sein – je höher desto besser. Das ist grundsätzlich zwar richtig, doch müssen bei der Interpretation des Wertes auch die Randbedingungen betrachtet werden.

Eigenkapitalrendite berechnen

Das Ziel der Berechnung ist es, einen Wert zu ermitteln, welcher die Eigenkapitalrendite in Prozent ausdrückt.

Der Rechenweg selbst ist denkbar einfach, da lediglich der Jahresüberschuss eines Unternehmens zu dem eingesetzten Eigenkapital ins Verhältnis gesetzt wird. Die Formel lautet:

Formel  

Die Eigenkapitalrendite (ROE) berechnen

?
Mit dieser Formel berechnet man ganz einfach die Rendite des Eigenkapitals bei einer Aktiengesellschaft. Die häufig verwendete Bezeichnung "ROE" (Return on Equity) ist lediglich die englische Übersetzung von "Eigenkapitalrendite".
$$\bo\text"Eigenkapitalrendite" = (\text"Gewinn" / \text"Eigenkapital"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Geht man also beispielsweise von einem fiktiven Unternehmen mit einem Eigenkapital von 200 Mio. € und einem Jahresüberschuss von 18 Mio. € aus, ergibt sich daraus folgende Rechnung:

Eigenkapitalrendite = (18.000.000 / 200.000.000) * 100

Eigenkapitalrendite = 9%


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Eine hohe Eigenkapitalrendite ist für Investoren interessant. Doch es kommt auf die richtige Interpretation der Kennzahl an.

Interpretation der Eigenkapitalrentabilität – andere Kennzahlen beachten

Man darf die Eigenkapitalrendite nicht für sich allein betrachten, da man sonst Gefahr läuft, ein Unternehmen falsch einzuschätzen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang beispielsweise auch die Eigenkapitalquote, welche aussagt, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens ist.

Hierbei gilt ebenfalls: je höher dieser Wert ist, desto besser. Doch es kommt auch auf die Gesamtstruktur des Unternehmens an.

Darüber hinaus ist es wichtig, die Eigenkapitalrendite nicht als Momentaufnahme und branchenübergreifend zu betrachten. Vielmehr ist eine angemessene Vergleichbarkeit nur dann gegeben, wenn man Unternehmen der gleichen Branche innerhalb desselben Zeitraums betrachtet.

Und auch wenn eine Momentaufnahme positiv wirkt, so sagt erst der Trend aus, in welche Richtung die Reise geht. Eine stetige Erhöhung der Eigenkapitalrendite ist positiv zu bewerten.

Der Leverage-Effekt bei der Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite ist eine variable Größe, die durch betriebswirtschaftliche Maßnahmen beeinflusst werden kann. Hier ist vor allem der sogenannte Leverage-Effekt zu nennen.

Vereinfacht beschrieben bedeutet der Leverage-Effekt hier, dass mithilfe von Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität beeinflusst wird.

Dies kann zum Beispiel dann geschehen, wenn sich ein Unternehmen Fremdkapital leiht, um mit diesem einen besseren Zinssatz zu erwirtschaften, als es selbst zur Tilgung dieser Schulden zahlen muss.

Kann ein Unternehmen also beispielsweise für 6% einen Kredit aufnehmen, dieses Kapital jedoch so einsetzen, dass es 9% Gewinn erwirtschaftet, spricht man von einem positiven Leverage-Effekt.

In diese Formel können Sie verschiedene Werte für das Fremdkapital eingeben. Wenn das Fremdkapital erhöht wird und der Zinssatz dadurch nicht steigt, dann nimmt die Eigenkaptialrendite zu.

Formel  

Leverage Effekt (Beispiel 2)

?
Beispiel für den Leverage Effekt. Hier können sie verschiedene Werte für das Fremdkapital eingeben. Mehr Fremdkapital führt zu einer höheren Eingekapitalrendite (Leverage Effekt). Hier für: Gesamtkapitalrendite = 9% ; Zins = 6%; und Eingekapital = 20.000€
$$\bo\text"Rendite"↙\text"(Eingenkapital)" = \text"9%"↙\text"(Gesamtkapitalrendite)" + ( \text"9%"↙\text" (Gesamtkapitalrendite)" - \text"6%"↙\text" (Fremdkapitalzins)" ) * (\bo\text"Fremdkapital" / \text"20.000€")$$
Ergebnis berechnen

Der Einfluss auf die Eigenkapitalrendite ist dadurch gegeben, dass dieses erwirtschaftete Geld im Jahresüberschuss auftaucht und damit das Ergebnis beeinflusst.

Das Risiko besteht darin, dass sich das Unternehmen auf diese Weise zunehmend verschuldet und darauf angewiesen ist, weiterhin rentabel zu wirtschaften, um den Leverage-Effekt nicht umzukehren.

Dies wäre nämlich dann der Fall, wenn die Kreditzinsen höher als die Rendite wären.

Eigenkapitalrendite: Fazit

Als Anleger muss man also einige Punkte beachten, wenn man die Eigenkapitalrendite als Kennzahl nutzen möchte.

Behält man jedoch alle Aspekte im Blick, kann diese Ziffer dabei helfen, die Rentabilität und Sicherheit eines Investments einzuschätzen.

14. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.