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Eigentümergeführte Unternehmen versus Großkonzerne im Börsen-Check

Hier beschäftigen wir uns mit (kleinen) eigentümergeführten Unternehmen im Vergleich zu Großkonzernen. Zur Erinnerung: Blue Chips sind Aktien mit einer großen Marktkapitalisierung (also einem großen Börsenwert) und daher eng mit dem Begriff Großkonzerne in Verbindung zu bringen. Bei Nebenwerten hingegen handelt es sich häufig um Familienunternehmen oder anders ausgedrückt – um eigentümergeführte Unternehmen.

Zwar kann auch ein Großkonzern eigentümergeführt sein, doch ist das sicherlich eher als Ausnahme zu sehen. Ein Beispiel für einen eigentümergeführten Großkonzern ist übrigens die Henkel KG, die im deutschen Aktienleitindex DAX notiert. Ich werde Ihnen jetzt zunächst die Stärken von eigentümergeführten Unternehmen aufzeigen.

Die Stärken von eigentümergeführten Unternehmen

Die Unternehmen, die noch von der Gründerfamilie geführt werden, weisen oftmals 2 elementare Stärken auf:

1) Die eigentümergeführten Unternehmen sind oft sehr solide finanziert und setzen verstärkt auf Eigenkapital und weniger auf Fremdkapital.

2) Die Unternehmen besitzen erfahrungsgemäß eine langfristige Strategie und wechseln nicht mit jeder Manager-Generation die Richtung. Auf den ersten Blick sieht das fast schon banal aus. Denn im Grunde versprechen so gut wie alle Manager, dass sie eine Zukunfts-Strategie haben und die Unternehmens-Finanzen solide sind.

Doch sehr oft sind das nur warme Worte. Entscheidend ist, welche Manager ihre Hausaufgaben schon vor Beginn einer eventuellen Krise erledigt haben. Die Klassenbesten sind fast immer die Manager, die auch Miteigentümer des Unternehmens sind.

Wie Sie erfolgreich in eigentümergeführte Unternehmen investieren können: Einzelwerte statt Index-Lösung „GEX“

Als Ergänzung zu Einzel-Aktien macht es oft Sinn, in eine pflegeleichte Index-Lösung zu investieren, damit ein Depot nicht zu unübersichtlich wird. Im Bereich der eigentümergeführten Unternehmen muss ich jedoch von dieser Lösung abraten, obwohl die Deutsche Börse einen Index gegründet hat, der auf den ersten Blick zu diesem Thema passt.


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Der „GEX“ (German Entrepreneurial Index = Deutscher Unternehmer-Index) nimmt nur Aktien von mittelständischen deutschen Unternehmen auf, bei denen der Vorstand oder der Aufsichtsrat (oder Familienangehörige) 25% bis 75% des Aktienkapitals halten. Das klingt sehr gut, aber die Deutsche Börse hat eine zweite Bedingung eingebaut, die aus meiner Sicht den gesamten Index entwertet:

Der Börsengang des betreffenden Unternehmens darf maximal 10 Jahre zurückliegen. Was für eine Fehlkonstruktion! Der Hintergedanke ist klar: Die Deutsche Börse will keinen Index mit „verstaubten“ Werten, die seit Jahrzehnten von einem Großaktionär kontrolliert werden.

Die negative Folge ist jedoch: Grundsolide Unternehmen wie Fuchs Petrolub, Fielmann oder Krones scheiden automatisch aus dem Index aus, weil sie die 10-Jahres-Frist erreichen, oder wurden erst gar nicht aufgenommen, weil sie bei der Index-Gründung im Jahr 2005 schon länger als 10 Jahre börsennotiert waren.

Im Gegenzug macht der Index aber jede Modewelle mit. So bekam der GEX in der Boomphase plötzlich eine neue Branchengewichtung, da mit Solarworld, Solon, Solar-Fabrik oder Centrosolar immer mehr Solar-Werte in den Index aufstiegen. Viele GEXInvestoren, die einfach nur in den deutschen Mittelstand investieren wollten, haben diese Verschiebung innerhalb der Branchengewichtung wahrscheinlich gar nicht registriert.

Schwerer Fehler: Deutsche Börse schließt die krisenerprobten Unternehmen aus

Aus meiner Sicht hätte die Deutsche Börse beim GEX genau den umgekehrten Weg gehen müssen: Aufgenommen werden keine unberechenbaren Börsenneulinge, sondern nur Unternehmen, die schon seit mindestens 5 oder 10 Jahren an der Börse bewiesen haben, dass sie ein Geschäftsmodell besitzen, das in guten und in schlechten Konjunkturzeiten funktioniert.

Da die Deutsche Börse den GEX jedoch als moderne Form des grandios gescheiterten „Neuen Marktes“ konzipiert hat, ist dieser Index für konservative Investoren nicht geeignet. Ich empfehle Ihnen daher in diesem Zusammenhang die „Stock-Picker-Strategie“ – also die Auswahl von Einzelwerten.

Welche Gründe für Nebenwerte sprechen

Jetzt möchte ich Ihnen noch einmal die Gründe für Nebenwerte bzw. eigentümergeführte Unternehmen aufzeigen und im Anschluss die Gründe, die für Standardwerte bzw. Großkonzerne sprechen. Einige Nebenwerte sind in ihrer jeweiligen Nische Marktführer und verdienen dort bestens.

Auch deshalb bieten Nebenwerte im Vergleich zu Standardwerten oft überproportionale Wachstumsraten. Außerdem sind mittelgroße Nebenwerte ideale Übernahmekandidaten, da sie an den Börsen oft zwischen 1 und 10 Milliarden Euro kosten und somit als gut finanzierbare Übernahmeziele gelten.

Im Falle einer Übernahme winken hohe Gewinne. Die Standardwerte sind im Vergleich zu den Nebenwerten zumeist schwerfälliger, denn ab einer gewissen Größe wird ein signifikantes Wachstum sehr schwierig. Viele der Standardwerte aus dem DAX haben die besten Wachstumsjahre folglich schon hinter sich. Auch leiden die größten Indizes – und die darin enthaltenen Blue Chips – oftmals unter sogenannten Index-Investoren.

Wenn ein internationaler Investor beispielsweise den deutschen Aktienmarkt abdecken will, kauft er in der heutigen Zeit einen Index-Fonds auf den DAX. In schlechten Zeiten wird dann auch gleich der „ganze Index“ verkauft. Das führt dazu, dass häufig viele DAX-Unternehmen im Gleichklang laufen und gute Meldungen nicht mehr so stark belohnt werden.

Welche Gründe für Standardwerte sprechen

Die Kursschwankungen sind bei Standardwerten wie Nestlé oder Coca-Cola vergleichsweise niedrig. Somit können Standardwerte risikoarm verkauft werden, also wieder in Geld gewandelt werden. Rund 50% der Rendite bei Standardwerten bestehen oftmals aus der Dividende, daher sind nur relativ geringe Kursgewinne erforderlich, um ein gutes Gesamtergebnis zu erhalten.

Von Warren Buffett stammen 2 Zitate, die zeigen, dass man solide Aktien langfristig halten sollte:

1.) „Ich versuche nie, mit Aktien Geld zu verdienen. Ich kaufe in der Überzeugung, dass die Börse am nächsten Tag auch für fünf Jahre schließen könnte.“

2.) „Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen.“

11. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.