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Ein deutscher Newcomer sagt Netflix & Co. den Kampf an

Einige Aktien sind ganz großes Kino. So bescherte im Bereich Onlinevideothek mit Filmen und Serien Netflix seinen Anlegern über die letzten fünf Jahre ein Plus von 1.092 %. Während das Papier ausgereizt ist, sehen viele einen neuen Überflieger: Pantaleon Entertainment. Die Aktie des deutschen Filmanbieters legte nach einem Hänger im November von 31 € auf rund 90 € Mitte Januar zu.

Pantaleon Entertainment-Aktie im Höhenflug

Anlass für den Höhenflug der Pantaleon Entertainment Aktie: Das Unternehmen erweiterte seinen Bereich Filmproduktion um ein Portal mit Filmen zum Abruf, sprich Video-on-Demand (VoD): einschalten, aussuchen, anschauen. Das Ganze natürlich auch per App auf Mobilgeräten. Der Name Pantaflix erinnert an Netflix. Doch anders als dort oder bei Amazon Prime Video muss man sich nicht für ein Abo entscheiden.

So wie bei Warner VoD, iTunes von Apple oder der Videothek von MediaMarkt lassen sich Filme über ein Bezahlsystem spontan abrufen. Ältere Streifen gibt es ab 1,99 € für eine Sehdauer von 48 Stunden innerhalb von 30 Tagen. Aktuelle Kino-Hits kosten 4,99 €. Die Preise und Konditionen bewegen sich zwar im Bereich des Üblichen, doch der kleine Newcomer will den Markt mit einem neuen Ansatz aufmischen.

Vertriebsmodell ohne Zwischenhändler

Mit Pantaflix bekommen Filmproduzenten und Rechteinhaber eine Plattform, auf der sie ihre Produktionen weltweit anbieten können, und das ohne teure Zwischenhändler für Verleih und Vertrieb. Den Preis bestimmen sie weitgehend selbst. 75 % vom Umsatz gehen direkt an den Produzenten, 25 % an Pantaflix. Laut Pantaleon Entertainment erhalten Produzenten mit dem vereinfachten Modell bis zu 7,5 Mal so viel wie bei etablierten Plattformen.


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Noch ist das Angebot mit fast 1.600 Filmen überschaubar. Bei Größen wie Maxdome oder Amazon sine es ca. 10.000 Streifen. Der neue Streamingdienst indes richtet sich mit Exklusivangeboten eher an die Zielgruppe klassischer Filmfans – weltweit. Auch hier wird auf ein sonst übliches Instrument verzichtet: das Geoblocking mit dem Filme üblicherweise nur in bestimmten Ländergruppen zu sehen sind.

Stattdessen entscheidet der Produzent selbst. Vom freien Zugang sollen unter anderem Deutsche in den USA oder Türken in Deutschland profitieren sowie alle, die sich für eine Originalversion interessieren, die sie in ihrer Weltregion sonst nicht zu sehen bekommen. Später soll das Angebot um TV-Spielfilme und Serien erweitert werden.

Zielkonflikt mit wichtigen Partnern

Pantaflix ist Teil der Pantaleon Entertainment AG mit Sitz in Kronberg bei Frankfurt. An der Filmproduktionsgesellschaft ist mit Matthias Schweighöfer einer der prominentesten und erfolgreichsten deutschen Schauspieler, Regisseure und Produzenten beteiligt. Pantaleon bezeichnet sich als „das am schnellsten wachsende Medienunternehmen Europas“ und arbeitet schon länger mit Vertriebsgrößen wie Warner Bros. und Amazon zusammen.

Mit diesen Partnern gelang nun auch der Start einer viel beachteten neuen Serie „You are wanted“, die exklusiv auf Amazon Prime läuft. Nicht jedoch auf Pantaflix, was einen Zielkonflikt offenbart: Pantaleon greift mit seiner neuen Plattform das Geschäftsmodell seiner Partner an. Und solange es die braucht, sind der Expansion von Pantaflix offensichtlich Grenzen gesetzt.

Um den Spagat zu bewältigen, gelang es immerhin, die Führungsriege um den Apple-Manager Stefan Lengefeld zu erweitern, der zuvor für das Europageschäft von iTunes zuständig war. Mit seiner Erfahrung soll er das Projekt Pantaflix vorantreiben und zum „weltweit führenden VoD-Unternehmen“ aufbauen. Nur dann könnte es gelingen, sich von Partnern und deren Geschäftinteressen auf traditioneller Basis unabhängiger zu machen.

Der „große Durchbruch“ entscheidet

Bis dahin aber ist nicht auszuschließen, dass die Konkurrenz das neue Geschäftsmodell von Pantaflix zumindest in Teilen für sich entdeckt. In diesem Fall würde sich das Kundenpotenzial auf Cineasten und Freunde guter Filme abseits der Masse beschränken. Derzeit steckt das Projekt noch sehr in den Kinderschuhen, was sich auch in den Fundamentaldaten spiegelt.

Trotz der auf über 13 Mio. € gestiegenen Umsätze im Jahr 2015 war das Betriebsergebnis von Pantaleon nur 2012 und 2014 positiv. Branchentypisch dauert es, bis hohe Anlauf- und Produktionskosten wieder eingespielt werden. Das gilt auch für neue Serien, die auf Amazon oder ProSiebenSat.1 laufen. So verzeichnet das erste Halbjahr 2016 ein Ergebnis von Minus von 2,5 Mio. €. Das Ergebnis pro Aktie liegt bei Minus 5,57 €. Die Jahreszahlen werden im Juni veröffentlicht.

Im Ergebnis hat die Pantaleon Entertainment-Aktie durchaus Potenzial, vorausgesetzt, das Unternehmen schafft den ehrgeizigen Durchbruch zu einem der führenden Anbieter. Das ist im Augenblick noch nicht abzusehen, daher wäre ein Investment momentan eher spekulativ.

7. Februar 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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