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Ein Mitmieter zieht aus – Bleibt er trotzdem Ihr Vertragspartner?

Das kommt im Vermietungsalltag immer wieder vor: Sie vermieten Räume an mehrere Personen, etwa ein Ehepaar, aber nach einiger Zeit zieht der eine Mitmieter aus.

Welche Konsequenzen hat das für Sie?

Wer auszieht, bleibt trotzdem Mieter

Auch wenn ein Mitmieter aus der gemeinsam gemieteten Wohnung auszieht, bleibt er immer noch Ihr Vertragspartner.

Der Ausziehende kann sich nicht auf den Standpunkt stellen, das Mietverhältnis ginge ihn nun nichts mehr an, das solle alles der Partner allein regeln, der in den Mieträumen wohnen bleibt.

Im Gegenteil: Der Ausziehende ist weiterhin mit verantwortlich für die Erfüllung aller Pflichten aus dem Mietvertrag, zum Beispiel für die pünktliche und vollständige Mietzahlung. Bleibt die Mietzahlung aus, können Sie also jeden der Mieter auf Zahlung verklagen.


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Was bei Schriftverkehr zu beachten ist

Das bedeutet für Sie aber auch: Jede Betriebskostenabrechnung, jedes Mieterhöhungsschreiben, eine Kündigung und alle anderen Erklärungen, die das Mietverhältnis betreffen, müssen Sie nach wie vor immer an beide Mieter richten.

Wenn Sie den ausgezogenen Mieter einfach übergehen würden, hätte das fatale Folgen: Eine Betriebskostenabrechnung, Mieterhöhung oder Kündigung, die Sie nur an den einen von zwei Mietern richten würden, wäre unwirksam.

Wenn Sie von dem Auszug gar nichts wissen

In der Praxis passiert es allerdings immer wieder, dass einer von mehreren Mietern aus der Wohnung auszieht, ohne dies dem Vermieter überhaupt mitzuteilen. Solange der in der Wohnung bleibende Mieter die vertraglichen Pflichten ordnungsgemäß erfüllt, macht dies zunächst keine Probleme.

Was aber, wenn der weiterwohnende Mieter sich dann plötzlich weigert, eine Betriebskostennachzahlung oder Kündigung zu akzeptieren, weil der ausgezogene Mitmieter Ihre Erklärung nicht erhalten habe?

Vorteilhaft für Sie ist es in einer solchen Situation, wenn der Mietvertrag bereits eine gegenseitige Bevollmächtigung der Mitmieter enthält. Dann können Sie nämlich Ihre Erklärungen – die selbstverständlich an beide Mietparteien gerichtet sein müssen – einfach an die Adresse der Mietwohnung schicken.

Vollmachtsklausel im Mietvertrag

Im Fall einer solchen Vollmachtsklausel reicht es aus, wenn einer der Mitmieter Ihre Erklärung erhält. Sie gilt dann den übrigen Mitmietern ebenfalls als zugegangen.

Achtung: Eine Kündigungserklärung kann ein Mitmieter aber nur dann mit Wirkung für die übrigen Mitmieter entgegennehmen, wenn dies in der Vollmachtsklausel ausdrücklich eingeschlossen ist, zum Beispiel so:

Die Mieter bevollmächtigen sich gegenseitig zur Entgegennahme von Erklärungen des Vermieters. Diese Bevollmächtigung gilt auch für die Entgegennahme von Kündigungserklärungen des Vermieters.

Wichtig: Nur zur Entgegennahme von Kündigungserklärungen des Vermieters können sich die Mieter im Formularvertrag bevollmächtigen. Eine vorformulierte Klausel, mit der sie sich auch zur Abgabe einer Mieterkündigungserklärung gegenseitig bevollmächtigen würden, wäre unwirksam.

Wann die neue Adresse des Ausgezogenen wichtig wird

Wenn Ihr Mietvertrag keine Vollmachtsklausel enthält, dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die neue Adresse des Ausgezogenen zu ermitteln, um Ihre Mieterhöhungsforderung oder Kündigungserklärung ordnungsgemäß und wirksam allen Vertragspartnern zusenden zu können.

Und auch wenn Ihre Betriebskostenabrechnung oder Kündigung wegen einer Vollmachtsklausel allen Ihren Mietern wirksam zugegangen ist, brauchten Sie die neue Adresse jedenfalls dann, wenn Sie Ihre Ansprüche mit gerichtlicher Hilfe durchsetzen müssen. Denn Ihre Klageschrift kann dem endgültig ausgezogenen Mitmieter nicht unter der alten Adresse wirksam zugestellt werden.

2. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.