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Ein Trennbankensystem nach Schäuble würde nur wenige Banken betreffen

Als Antwort auf die Finanzkrisen der letzten fünf Jahre ist die Debatte um die Bankenordnung erneut aufgekommen. Anfang Februar legte die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf vor. Darin enthalten: Ein Trennbankensystem. Das hat Schäuble genau vor.

Kein Trennbankensystem, wie man es aus Amerika kennt

Zum Hintergrund: Schäubles Vorschlag deckt sich nicht exakt mit dem, was man zwischen den Jahren 1933 bis 1999 unter einem Trennbankensystem in den USA verstand. Der damalige „Glass-Steagall-Act“ regelte die strikte Trennung des Kredit- und Einlagengeschäfts (Commercialbank) und dem Investmentgeschäfts (Investmentbank).

Mit diesen Regelungen gingen die USA damals auf die Erfahrungen aus der Finanzkrise und den Bankenpleiten der 30er Jahre ein.

Ähnlich sieht es heute aus: Die Einführung eines Trennbankensystems soll die Antwort auf die Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrisen sein und die Einlagen der Bankkunden in Zukunft vor spekulativen Geschäften der Bank schützen.


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Das Trennbankensystem von Schäuble: Lange nicht so strikt

Das Trennbankensystem, das Wolfgang Schäuble vorsieht, ist allerdings bei weitem nicht so strikt, wie das klassische Modell der USA.

Unter dem Dach einer Holding dürfen Banken nach Schäubles Vorschlag zwei getrennte Institute führen: Das eine auf das Einlagen- und Kreditgeschäft spezialisiert, das andere mit dem Fokus Investmentbanking und Risikogeschäfte, wie die Kreditvergabe an Hedgefonds oder andere Beteiligungsfirmen.

Das Ziel: Die Einlagen von Sparern sollen so vor den Verlusten aus diesen riskanten Geschäften geschützt werden und nicht – wie es bei Universalbanken der Fall sein könnte – in Mitleidenschaft gezogen werden.

Schäuble will den Banken auch weiterhin erlauben, bei Fusionen und Börsengängen beratend tätig zu sein. Auch der Handel im konkreten Kundenauftrag darf nach Schäubles Trennbankensystem in der Bank bleiben wie bisher.

Trennbankensystem gilt nach Schäubles Entwurf nur für wenige Banken

Auch die Zielgruppe des Gesetzesentwurfs ist wesentlich kleiner. Denn die Regelungen gelten nur für Institute, bei denen die riskanten Geschäfte einen großen Teil der Bilanzsumme ausmachen. Ein Großteil – das sind nach Schäuble mehr als 20 Prozent oder insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro.

Von diesem Entwurf ist demnach in erster Linie die Deutsche Bank betroffen. Auch die Commerzbank und die LBBW liegen mit rund 20 anderen europäischen Instituten über diesen Grenzwerten.

Träte Schäubles Gesetz in Kraft, müssten sich die Banken für das spekulative Handelsgeschäft zukünftig eigenes Kapital besorgen. Das heißt, sie dürften nicht mehr die Einlagen der Kunden verwenden wie bisher. Die Quersubventionierung wäre also nicht mehr möglich.

Das gilt allerdings nur für diejenigen Institute, die unter diese Grenzwerte fallen. Banken, die diese Werte nicht erreichen, dürfen den Handel und das Einlagengeschäft auch weiterhin unter einem Dach betreiben.

Was das Trennbankensystem nach Schäubles Entwurf verändern würde

Noch ist unklar, wie der aktuelle Vorstoß letztendlich umgesetzt wird. Das wird vor allem davon abhängen, welche Parteien die Wahl im September für sich entscheiden können und die Bundesregierung bilden.

Denn SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück hält den Vorstoß des Finanzministers zum Trennbankensystem für zu lasch.

15. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.