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Eine Bilanz lesen und verstehen

Kleinanleger sollten sich eventuelle Investitionen gut überlegen. Am Ende sollte möglichst die Rückzahlung plus einer guten Rendite herausspringen. Dies gilt aber nicht nur Privatleute, die Aktien oder Anleihen von Unternehmen kaufen, sondern auch für Kreditinstitute. Um eine Einschätzung über die aktuelle und zukünftige Zahlungsfähigkeit abgeben zu können, schauen sich Kreditinstitute bei Privatleuten und bei Unternehmen deren Bilanz an.

Wie eine Bilanz aufgebaut ist

Bei dem Blick in eine Bilanz fällt schnell auf, dass hier 2 Spalten existieren. Die linke Spalte (Aktiva genannt) zeigt das Vermögen und welche Werte auf die einzelnen Bestandteile entfallen. Die rechte Spalte (Passiva) stellt das Eigen- und Fremdkapital des Unternehmens dar.

Die Passiva beschreibt also die Herkunft der Geldmittel und die Aktiva deren Verwendung. Die Summen beider Spalten sind identisch. Die Reihenfolge der Positionen ist streng nach Liquidität geordnet. Schwer liquidierbare Bestandteile stehen oben und Bankguthaben, Kassenbestände etc. unten. Als Zusammenfassung lässt sich formulieren, dass die Bilanz eine Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital darstellt.

Warum Privatanleger eine Bilanz lesen und verstehen sollten

Ungeachtet der Tatsache, dass es unzählige Ratings und Analysteneinschätzungen am Markt gibt, so sollte sich der private Investor stets die Bilanz des Unternehmens anschauen, in das er Geld investieren möchte. Bei einem Aktienkauf ist die Bilanz vor allem dann interessant, wenn längerfristig investiert und auf die Dividende ebenso Wert gelegt wird wie auf die Kursentwicklung.

Für kurzfristige Investments (etwa 3-6 Monate) kann eine Bilanz weniger zu Rate gezogen werden. Aktien werden mitunter nicht nur wegen der potentiellen Kurssteigerung erworben, sondern auch aufgrund attraktiver Dividendenzahlungen. Dividenden werden jedoch nur dann ausgeschüttet, wenn das Unternehmen nach Steuern und Abschreibungen einen ordentlichen Überschuss erwirtschaftet hat.

All diese Hinweise verstecken sich in der Bilanz, die beispielsweise offen unter www.bundesanzeiger.de eingesehen werden kann.

Wo Gefahren in der Bilanz lauern

Aufgrund unterschiedlicher Bilanzierungsmethoden (IFRS, US-GAAP, etc.) ist ein Vergleich von Unternehmen oftmals sehr schwer. Schwankt ein Anleger bei seinem Investment zwischen 2 verschiedenen Werten, ist es in der Regel problematisch, anhand der Bilanzdaten einen „besseren“ Wert zu erkennen.

Unternehmen stellen die Bilanz auch für die Steuerbehörden aus und so kommt es oft vor, dass vor Jahresschluss noch Korrekturen vorgenommen werden, die den zu versteuernden Ertrag mindern. Diese Bilanzverschönerung nennt sich „Window Dressing“ und wird von den meisten börsennotierten Unternehmen praktiziert. Von daher ist der isolierte Blicke auf eine Bilanz auch stets mit Vorsicht zu genießen.

12. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.