Ich kenne Privatanleger, die Stillhalter-Optionen seit vielen Jahren immer wieder betreiben.
Denn diese Strategie können Sie natürlich auch ganz gezielt verfolgen, um sich bei einer erwarteten Seitwärtsbewegung und fehlenden Trends systematisch Zusatzrenditen zu verschaffen.
In diesem Fall sollten Sie sich zum jeweiligen Zeitpunkt einen tagesaktuellen Überblick über die am Terminmarkt gezahlten Prämien verschaffen und danach Ihre „Doppelstrategie“ anlegen.
Optionsstrategien wie die beiden zuletzt erwähnten können Sie derzeit mit vielen deutschen Aktien realisieren.
Über die Eckdaten der aktuellen Optionen können Sie sich am besten über die Internet-Seiten der EUREX unter www.eurexchange.com informieren, auf denen die aktuellen Prämien mit einer Zeitverzögerung von 15 Minuten angezeigt werden.
Worauf Sie bei der Umsetzung der Strategie schon im Vorfeld achten sollten
Wichtig ist dabei auch, dass Sie über eine gute Bankverbindung mit Online-Anbindung verfügen oder ein Konto bei einem Discountbroker wie beispielsweise Consors unterhalten, der Ihnen nicht nur einen schnellen aktuellen Handel mit Optionen, sondern auch niedrige Gebühren zusichern kann.
Dabei müssen Sie allerdings zunächst eine Hürde nehmen, wenn Sie überhaupt Optionsgeschäfte tätigen wollen.
Da Sie als Privatanleger normalerweise nicht termingeschäftsfähig sind, müssen Sie der Bank schriftlich bestätigen, dass Sie die Wirkungsweise und die möglichen Risiken von Optionsgeschäften wirklich verstehen und diese auch eingehen können und wollen.
Ihre Bank wird Ihnen daher vor Annahme eines Auftrags in diesem Bereich eine umfängliche Broschüre zur Verfügung stellen, in der die Termingeschäfte noch einmal hinsichtlich der Chancen und Risiken ausführlich dargestellt werden.
Sie wird aber auch einen Blick auf Ihre übrigen Vermögensverhältnisse werfen und Ihnen gegebenenfalls raten, von bestimmten, besonders risikoreichen Termingeschäften die Finger zu lassen.
So wäre es Ihnen im Prinzip beispielsweise möglich, den Verkauf einer Kaufoption auf Aktien vorzunehmen, die Sie gar nicht im Depot haben.
Das ist ein so genannter Leerverkauf. Im Falle steigender Kurse müssten Sie die „leer verkauften“ Aktien dann spätestens zum Verfallstag der Option zu hohen Kursen am Markt wirklich erwerben, um Ihren Verpflichtungen aus dem Kontrakt zur Lieferung bei Abruf der Aktien auch nachkommen zu können.
Das könnte für Sie sehr teuer werden, sodass ich Ihnen als Privatanleger von solchen hochriskanten Geschäften mit Leerverkäufen unbedingt abrate.
Checkliste: So setzen Sie die Strategie optimal um
-
Die vorgestellte Strategie der vorübergehenden Veroptionierung von im Depot gehaltenen Aktienpositionen eignet sich für Sie als Anleger besonders in solchen Börsenphasen, in denen Sie kurzfristig nicht (mehr) von einem stärkeren Kursaufschwung ausgehen (überkaufte Marktsituation), aber auch nicht mit einem dramatischen Rückschlag bei Ihren Aktien rechnen.
-
Wenden Sie diese Strategie vorzugsweise auf umsatzstarke Aktien der Terminbörse an (Blue Chips), für deren Optionen Sie an der EUREX jederzeit einen fairen Preis erzielen können.
-
Wenn Sie noch keine oder nur eine geringe Erfahrung mit solchen Termingeschäften haben, sollten Sie diese erst mit einer Beschränkung auf einen einzelnen Aktienwert in Ihrem Depot machen.
-
Wählen Sie als Basispreis einen Kurs, der knapp über oder unterhalb des jeweils aktuellen Kurses Ihrer Aktie liegt, und einen Verfallstermin zwischen 1 und 6 Monaten ab Kaufzeitpunkt. Auf diese Weise halten Sie Ihre Risiken überschaubar.
-
Achten Sie darauf, dass die Spesen pro Kontrakt nicht den größten Teil Ihrer vereinnahmten Optionsprämie wieder auffressen.
-
Beobachten Sie Ihre Aktienwerte täglich, und kaufen Sie Ihre verkaufte Kaufoption gegebenenfalls zurück (= closing transaction), um sich darüber aus dem Optionskontrakt zu „befreien“. Das kann dann sinnvoll sein, wenn sich der Kurs Ihrer Aktien entgegen Ihrer Erwartung sehr stark nach oben oder auch nach unten bewegt.


