von Janne Jörg Kipp

Eine Warnung: Zertifikate vor weiterem Absturz

Zertifikate sind Anleihen.

Warnung: Steigende Zinsen werden die Kurse von Zertifikaten belasten.

In der Eurozone möchte jetzt Portugal als nächstes Land unter den Rettungsschirm. Dafür wird dieser weiter aufgespannt - das ist sicher. 
Geld wird gedruckt - dies ist so gut wie sicher.

Um die Inflation in den  Griff zu bekommen, müssen die Währungshüter die Zinsen im Laufe des Jahres anheben. Darunter werden Investoren mit Zertifikaten leiden - diese sind für Ihre Vorsorge daher mehrheitlich ungeeignet, lesen Sie hier.

Zertifikate sind Anleihen

Auch wenn kaum jemand darüber schreibt, sind Zertifikate weiterhin Schuldverschreibungen. Anleihen, deren Kurs reagiert wie bei anderen Anleihen auch. Steigen die Zinsen für neue Anleihen, sinken die Kurse anderer Anleihen mit "alten Zinsen".

Dies ist die grobe Faustformel, mit der Sie auch jetzt noch rechnen müssen.

Ihre Vorsorge ist daher mit vielen Zertifikaten deutlich stärker gefährdet als es aktuell den Anschein hat. Zertifikate sind eindeutig wieder im Aufwind. Immehr mehr Papiere weden wieder angeboten.

Eine Warnung: vor allem Garantie-Zertifikate werden verlieren

Zunächst meine Schätzung: Sie müssen für 2011 mit Zinssteigerungen in Höhe von weiteren mindestens 0,5%-Punkten in der Eurozone rechnen. Die Folge wird sein, dass Anleihekurse während der Laufzeit sinken.

Nach dem Ende der Laufzeit, wenn die Anleihen - Zertifikate - zurückgezahlt werden, ändert sich an der Rückzahlungshöhe nichts. Dann aber greift eine andere Falle, die Sie insbesondere bei Garantiezertifikaten treffen kann. Ich warne jetzt bereits: investieren Sie nicht ausgerechnet in diese Papiere.

Laufzeitfalle ersetzt Zinsfalle

Bei Garantiezertifikaten haben Sie in aller Regel lange Laufzeiten von zwei bis drei Jahren oder noch länger. Damit aber laufen Sie Gefahr, auf anderem Wege Geld zu verlieren.

Der Kapitalschutz, den diese Zertifikate jetzt wieder vermehrt "gewähren", bezieht sich rein auf den Betrag. Nicht auf die Kaufkraft.

Diese aber sinkt stetig, in der Eurozone  um aktuell 2,7%. Wenn Sie diese Inflationsrate von 2,7% zugrundelegen und grob für drei Jahre mitkalkulieren, bringen Kaufkraftverluste (bei Zins- und Zinseszinseffekt werden die Verluste von Jahr zu  Jahr etwas geringer - Gewinne würden steigen) etwa 7,5% betragen.

Daher meine Empfehlung: meiden Sie aktuell Neuinvestitionen in Zertifikate so gut es geht. Als Vorsorgeprodukt eignen sich diese nicht, sofern Sie keine reinen Indexzertifikate kaufen.

Solange die Zinsen steigen, werden Zertifikate während der Laufzeit Verluste bringen. Kapitalschutz-Zertifikate schützen Sie darüberhinaus auch nicht.

Ihre Alternative für die Langfristvorsorge: ETF börsengehandelte Fonds. Konkrete Fonds nenne ich Ihnen im "Neuen Deutschen Geldanlagebrief", den Sie hier für 30 Tage kostenfrei zum Gratis-Test einfach anfordern können.

Achtung: Auch andere Anleihen, etwa vom Bund, werden angesichts steigender Zinsen während der Laufzeit Kursverluste erleiden. Daher gilt insgesamt: jetzt sind Anleihen in der Regel kein geeignetes Vorsorgeinstrument.

 
 
Tags: Zertifikate  
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