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Einkommenssteuerberechnung 2010 mit einigen Entlastungen

Die Einkommenssteuerberechnung wurde 2010 durch eine Reihe von Änderungen beeinflusst. Mit dem sogenannten Wachstumsbeschleunigungsgesetz sollten die Steuerzahler in einigen Punkten entlastet werden.

Das Ziel war unter anderem, durch höhere Freibeträge und den bereits zuvor gesenkten Eingangssteuertarif die kalte Progression zu mildern.

Bei der kalten Progression werden die Einkommenssteuersätze nicht der allgemeinen Preissteigerung angepasst. Die Änderungen bei der Einkommenssteuerberechnung betreffen aber auch abzugsfähige Aufwendungen.

Einkommenssteuerberechnung 2010 – Grundschema zur Ermittlung

Das Grundschema zu Einkommenssteuerberechnung selbst ist unverändert und sieht grob vereinfacht so aus: Zur Errechnung des zu versteuernden Einkommens nimmt man die Summe aller Einkünfte. Davon werden Werbekosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und außergewönliche Belastungen abgezogen.

Übrig bleibt das zu versteuernde Einkommen. Diese Steuerbemessungsgrundlage wird durch Freibeträge gemindert. Die Höhe der Steuer wird dann nach der Grundtabelle errechnet. Hier greifen verschiedene Steuersätze.

Einkommenssteuerberechnung 2010 – höhere Freibeträge

Im Einzelnen brachte das Jahr 2010 zahlreiche Änderungen. Eine der wichtigsten ist die Erhöhung des Grundfreibetrages. Dieser stieg von zuvor 7.834 € für Alleinstehende und 15.669 € für Ehepaare auf 8.004 € bzw. 16.009 €.

Bis zur Höhe des Grundfreibetrags ist ein errechnetes zu versteuerndes Einkommen generell steuerfrei. Liegt es darüber, muss eine Einkommenssteuererklärung abgegeben werden.

Mit dem höheren Grundfreibetrag werden auch die Folgen der kalten Progression etwas gemildert. Damit rücken die Steuerzahler bei steigendem Lohnniveau in höhere Steuerklassen auf und zahlen mehr Steuern, obwohl sie real nicht mehr verdienen.

Eine weitere Folge des höheren Grundfreibetrags: Kindergeld und Kinderfreibeträge gehen ab 2010 erst verloren, wenn der volljährige Nachwuchs auf eigene Einkünfte und Bezüge von über 8.004 € kommt.

Mit dem ab 2010 höheren Kindergeld gibt es fürs erste und zweite Kind je 184 €, fürs 3. Kind 190 € und für jedes weitere 215 €. Angehoben wurde auch der Kinderfreibetrag. Er stieg auf 7.008 € in den Steuerklassen 1 und 2. In der Steuerklasse 2 kommen noch einmal 1308 € Alleinerziehendenentlastungsbetrag hinzu.

Einkommenssteuerberechnung 2010 – begrenzte Vorsorgeaufwendungen

Seit 2010 ist der Sonderausgabenabzug als Vorsorgeaufwendung für Krankenkassenbeiträge geändert. Nund sind die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung voll absetzbar – aber nur bis zur Höhe der Grundversorgung. Dies ist neu. Die Grundversorgung wird auch als Basis-Krankenversicherung bezeichnet.

Versicherungsbeiträge zur Chefarztbehandlung oder das Einzelzimmer im Krankenhaus übrigens zählen nicht dazu. Alle Privatversicherten bekommen von ihrer Versicherung seitdem eine entsprechende Aufschlüsselung der Kosten. Mit der Änderung entfällt auch die bisherige Vorsorgepauschale. Berücksichtigt wird nur noch, was tatsächlich bis zum oben genannten Höchstbetrag bezahlt wurde.

Abgeltungssteuer auch bei ausländischer Lebensversicherung

Bei den Einkünften aus Kapitalvermögen gibt es seit 2010 eine weitere Verschärfung: Die Abgeltungssteuer gilt auch für ausländische Lebensversicherungen. Wenn diese in Deutschland eine Niederlassung haben, müssen sie 25% ans Finanzamt abführen.

Bereits seit 2009 sind inländische Versicherungsvermittler verpflichtet, den Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung mit einem ausländischen Versicherungsunternehmen dem Bundeszentralamt für Steuern zu melden.

Und eine weitere Neuerung: Bei der Berechnung der Steuerhöhe gilt seit 2010 ein Eingangssteuersatz von 14%. Der war rückwirkend zu Anfang 2009 um einen Prozentpunkt gesenkt worden.

21. Januar 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.