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Änderungen bei der Einkommensteuer 2016

Der Löwenanteil, knapp ein Drittel des gesamten Steueraufkommens Deutschlands kommt durch die Einkommensteuer herein. Im Jahr 2013 waren dies etwa 200 Mrd. €. Alle Jahre wieder gibt es kleinere oder größere Änderungen, die Höhe der Abgaben jedes Einzelnen beeinflussen. So auch in 2016.

Die wichtigste Änderung bei der Einkommensteuer im Jahr 2016 ist die neuerliche Erhöhung des Grundfreibetrags. Dieser steigt im Vergleich zum Vorjahr von 8.472 € auf 8.652 €. Auf diese Weise wird das notwendige Existenzminimum berücksichtigt, das jedem Bürger Deutschlands steuerfrei zusteht.

Hierdurch verändert sich natürlich auch die Höhe des Steuerbetrags, die für ein bestimmtes Jahreseinkommen zu entrichten sind.

Beispiele:

Jahreseinkommen in €Einkommensteuer 2015 in €Einkommensteuer 2016 in €
10.000237,00206,00
15.0001.390,801.335,60
20.0002.754,602.700,80
25.0004.236,884.174,63
30.0005.840,485.768,74
35.0007.564,357.481,00
40.0009.408,499.311,43
45.00011.372,9011.262,12
50.00013.458,6313.330,98

Spitzensteuersatz, Durchschnittssteuersatz, Grenzsteuersatz

Der Spitzensteuersatz des Jahres 2015 liegt bei 45 % und gilt ab einem Jahreseinkommen von 254.447 €.

Der Durchschnittssteuersatz bezeichnet den prozentualen Anteil der Einkommensteuer am gesamten zu versteuernden Einkommen. Ein Beispiel: Wenn, wie aus der Tabelle ersichtlich, bei einem Jahreseinkommen von 25.000 € Einkommensteuer von rund 4.175 € zu zahlen sind, liegt der Durchschnittssteuersatz bei 16,7 %.

Unter dem Grenzsteuersatz versteht der Gesetzgeber den Steuersatz, mit dem rein rechnerisch der letzte Euro belastet wurde – oder wie der nächste Euro des zusätzlichen Einkommens belastet werden würde.

Änderungen, die 2016 den Freibetrag bei der Einkommensteuer erhöhen

Der so genannte Arbeitnehmerpauschbetrag liegt bei 1.000 €. Dabei handelt es sich um eine vom Staat gewährte Pauschale für Werbungskosten, die bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit entstehen.

Arbeitgeberleistungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit fördern, sollen (zumindest teilweise) von der Steuer befreit werden. Dazu gehören die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger oder die Kinderbetreuung. Bis zu einem Wert von 600 € pro Jahr ist die Betreuung steuerfrei.

Für den Fall, dass für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz vorhanden ist, wurde ab 2015 für die Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers eine monatliche Pauschale in Höhe von rund 100 € eingeführt. Der Einzelnachweis der tatsächlichen Kosten soll hierdurch entfallen.

Einkommensteuer und Steuergerechtigkeit

Viele Steuerzahler fühlen sich von ihrem Finanzamt ungerecht behandelt und sehen besonders das Phänomen der kalten Progression kritisch. Unter der kalten Progression wird eine schleichende Steuererhöhung verstanden. Diese entsteht dadurch, dass die Steuertarife nicht im gleichen Maße an die tatsächliche Preisentwicklung angepasst werden.

Ein weiterer Kritikpunkt: Eine ganze Reihe von Ausnahmen und Sonderregelungen machen das deutsche Steuersystem unüberschaubar. Und das bekam die Bundesregierung 2012 vom Bundesrechnungshof sogar schriftlich. Nach wie vor sei bei der Veranlagung der Arbeitnehmer der gesetzmäßige Vollzug der Steuergesetze nicht gewährleistet.

14. Januar 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.