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Einkommensteuer: Arbeitszimmer jetzt wieder absetzbar!

Seit Theo Waigel 1996 den Roststift an das Steuersparmodell „Arbeitszimmer“ gesetzt hatte, ging es nur noch abwärts mit der Absetzbarkeit beruflicher Kosten in den heimischen vier Wänden.

Seit 2010 können alle Steuerbürger wieder aufatmen, die wie Lehrer, Außendienstmitarbeiter oder Berater ein häusliches Arbeitszimmer zur Erzielung ihres Einkommens benötigen.

Selbst Freiberufler dürften nun weniger Aufwand haben, wenn sie bei der Einkommensteuer Arbeitszimmer, Ausstattung und Büromaterialien am Jahresende als „Mittelpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit“ beim Fiskus geltend machen wollen.

Möglich wurde die Steuerwende in Sachen „Einkommensteuer Arbeitszimmer“ durch eine Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, dass Ende Juli 2010 die 2007 eingeführte Begrenzung der Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers auf Selbständige aufhob.

Geklagt hatte ein Hauptschullehrer, dessen Aufwendungen für die Unterrichtsvor- und -nachbereitung im eigenen Heim steuerlich nicht anerkannt wurden.

Das Urteil der Bundesverfassungsrichter geht sogar so weit, dass die seit 2007 entgangene Steuerersparnis für das Arbeitszimmer nachgezahlt werden muss. Die Karlsruher Begründung der Entscheidung hat weitreichende Folgen, denn sie sanktioniert, dass beruflich veranlasste Aufwendungen grundsätzlich steuerlich abzugsfähig sind.

Einkommensteuer Arbeitszimmer – die Bedingungen

Grundsätzlich kann nach Maßgabe des Finanzamts ein häusliches Arbeitszimmer nur eingerichtet werden, wenn der Arbeitgeber nachweislich nicht in der Lage ist, entsprechende Räumlichkeiten für die Ausübung der gesamten beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen zur Verfügung zu stellen.

Dieser Nachweis kann problemlos durch die Bestätigung des Betriebes erfolgen. Denn üblicher Weise bedeutet das Arbeitszimmer im eigenen Heim lediglich die Ergänzung des betrieblichen Arbeitsplatzes.

Wer mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit im häuslichen Arbeitszimmer leistet, obwohl Arbeitsräume im Betrieb zur Verfügung stehen, kann demzufolge auch nicht mit der Anerkennung seiner Heim-Ausgaben bei der Einkommensteuer bezüglich Arbeitszimmer rechnen. Für Freiberufler und Selbständige stellt sich die Frage der 50-Prozent-Grenze nicht.

Einkommensteuer Arbeitszimmer – Indizien für die Anerkennung

Natürlich muss das heimische Arbeitszimmer auch sachdienlich eingerichtet und von den Privaträumen abgegrenzt sein. Dafür gibt es eine Reihe von Bedingungen, die den Zugang, das Mobiliar und den Grad der Privatnutzung definieren. Dazu kommen Kriterien, nach denen das Finanzamt den Charakter des Raumes einschätzt.

Wenn die Wohnung beispielsweise so klein ist, dass der Arbeitsraum zwingend für den Raumbedarf der Bewohner notwendig ist, kann der Fiskus die Anerkennung verwehren.

Eine Teilnutzung für private Zwecke, die 10 % übersteigt, führt ebenfalls zur Aberkennung des Arbeitszimmer-Status. Da eine Couch jedoch erklärter Maßen im Büro stehen darf, ist gegen eine Nutzung als Übernachtungsmöglichkeit für Gäste nichts zu sagen.

Im Übrigen gelten die Festlegungen des Bundesfinanzministeriums von 1999, nach denen der häusliche Arbeitsraum definiert wird. Freiberufler und Selbstständige können bei der Einkommensteuer das Arbeitszimmer komplett absetzen. Für Angestellte und Zweitjobber gilt weiterhin die Pauschale von 1.250 Euro im Jahr.

13. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.