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Einkommensteuer: Berechnung leicht gemacht

Die Berechnung der Einkommensteuer zählt für die meisten Steuerpflichtigen definitiv nicht zu ihrer Lieblingsbeschäftigung.

Allerdings erweist sich die Ermittlung der Steuerschuld dank Abgabenrechner und Steuertabellen in den meisten Fällen als einfach.

Ist die Berechnung des zu versteuernden Einkommens (zvE) einmal erfolgt, ist die weitere Einkommensteuerermittlung dank der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel recht unkompliziert.

Um jedoch die Berechnung auch nachvollziehen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Formeln, die hinter den Abgabenrechnern und Steuertabellen stecken.

Einkommensteuer-Berechnung: Das zvE ermitteln

Das zu versteuernde Einkommen, welches ein Steuerpflichtiger im Veranlagungszeitraum (meist ein Kalenderjahr) bezogen hat, dient als Bemessungsgrundlage der Berechnung der Einkommensteuer.

Dabei werden von den Einnahmen Werbungskosten (zum Beispiel Kosten für ein Arbeitszimmer oder Bewerbungskosten) und/oder Betriebsausgaben abgezogen.

Das Ergebnis sind die Einkünfte, die noch durch zahlreiche Freibeträge wie Vorsorgeaufwendungen oder Kinderfreibeträge gemindert werden können.

Das zu versteuernde Einkommen kann nun mittels Abgabenrechner oder auch per Formel zur Berechnung der Einkommensteuer herangezogen werden.

Abgabenrechner und Steuertabellen als Berechnungshilfe

Eine große Hilfe bei der Berechnung der Einkommensteuer stellen die zahlreichen Abgabenrechner dar, die im Internet kursieren.

Auch das Bundesministerium für Finanzen (BMF) stellt einen Abgabenrechner zur Verfügung.

Zudem dienen Einkommensteuertabellen Steuerpflichtigen bei einer zügigen Einordnung ihrer Steuerschuld. Dank dieser Berechnungshilfen stellt die Ermittlung der Einkommensteuer keine größere Schwierigkeit mehr dar.

Einkommensteuer-Berechnung: Die Formeln

Um die Berechnung der Einkommensteuer allerdings nachvollziehen zu können, sollte die Berechnungsformel der einzelnen Steuerzonen nach § 32a EStG (Einkommensteuergesetz) zumindest bekannt sein.

Diese setzen sich wie folgt zusammen:

1. bis 8.472: die Einkommensteuer beträgt 0 €, da bis zu diesem Betrag ein steuerfreier Grundfreibetrag für jeden Einkommensteuerpflichtigen zur Anwendung kommt.

Dieser Grundfreibetrag soll das zur Bestreitung des Existenzminimums nötige Einkommen schützen und darf somit keiner Besteuerung unterliegen. Die Höhe des Grundfreibetrages wird von der Bundesregierung alle 2 Jahre überprüft.

2. von 8.472 € bis 13.469 €: (933,70 x Y + 1.400) x Y

Y = (zvE – 8.130) / 10.000

Hierbei stellt Y das zu versteuernde Einkommen (zvE) minus dem Grundfreibetrag dar, geteilt durch 10.000.

Die 1.400 beziehen sich auf den Eingangsteuersatz dieser Einkommensgruppe, geteilt durch 10.000 ergibt sich der Steuersatz von 14%.

Der Wert 933.70 bezieht sich auf die progressive Besteuerung (der Durchschnittsteuersatz erhöht sich mit wachsendem Einkommen) und verkörpert somit eine steuerliche Kennzahl.

3. von 13.470 € bis 52.881 €: (228,74 x Y + 2.397) x Y + 1.014

Y = (zvE – 13.469) / 10.000

Auch hier stellt Y das zvE abzüglich des Eckwertes, bei dem die Zone beginnt (=13.469) dar, welches zudem durch 10.000 dividiert werden muss.

Der Eingangsteuersatz beträgt 23,97 (2.397 / 10.000).  Der Wert 1.014 entspricht dem Steuerbetrag der 2. Zone und wird zur Belastung der 3.Zone hinzuaddiert.

4. von 52.882 € bis 250.730 €: 0,42 x zvE – 8.169

Das zvE wird mit dem Grenzsteuersatz von 42% multipliziert, dann wird die steuerliche Kenngröße 8.169 abgezogen.

5. ab 250.731 €: 0,45 x zvE – 15.718

Das zvE wird mit dem Spitzensteuersatz von 45% multipliziert, dann wird die steuerliche Kenngröße 15.718 subtrahiert.

Ehegattensplitting bei der Einkommensteuer-Berechnung

Zur Berechnung der Einkommensteuer bei verheirateten Paaren kommt das sogenannte Ehegattensplitting zur Anwendung.

Die oben aufgeführten Formeln können hierbei ebenfalls verwendet werden. Das zusammen erreichte zvE wird dabei halbiert, diese Summe wird dann in die passende Formel als zvE eingesetzt.

Die errechnete Einkommensteuer muss dann nur noch verdoppelt werden.

3. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.