MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Einkommensteuer: Progression soll für Gerechtigkeit sorgen

Das Grundprinzip der deutschen Einkommensbesteuerung ist die Progression, also das absolute und prozentuale Anwachsen der Steuerschuld, die auf steigende Einkünfte fällig wird.

Neben dem vom Staat damit beabsichtigten Effekt der Steuergerechtigkeit sind für alle Arbeitnehmer, Angestellte und Selbstständige jedoch noch weitere Aspekte interessant, die durch die Einkommensteuer-Progression entstehen.

Denn die Einkommensteuer-Progression steigt zwar linear an, unterliegt bei den Grenzsteuersätzen jedoch einer sprunghaften Veränderung. Zwar begrenzen sich diese Einschnitte auf vier Stufen, aber in bestimmten Fällen können sie bei der Steigerung der Einkünfte zu einer überdurchschnittlichen steuerlichen Mehrbelastung eines Steuerbürgers führen.

Des Weiteren bezieht die Steuergesetzgebung in bestimmten Fällen steuerfreie Zuwendungen in die Berechnungsgrundlage ein. Die entsprechenden Beträge bleiben dabei zwar steuerfrei, aber der Steuersatz kann sich dadurch erhöhen. Das entsprechende Verfahren wird als „Progressionsvorbehalt“ bezeichnet.

Schließlich versucht die Steuergesetzgebung, eine Anpassung an typische Einkommen von großen Gruppen zu erreichen. Damit soll veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen werden. Nicht immer gelingt dies, zumal die Regelungen auf der politischen Ebene den realen Anforderungen in der Regel deutlich hinterher hinken.

Einkommensteuer-Progression: Vom Umgang mit den Steuersätzen

Durch die Einkommensteuer-Progression ergeben sich aber auch Handlungsspielräume für die Steuerbürger. Damit ist nicht so sehr die Kreativität zu Erlangung von geldwerten Vorteilen gemeint, als vielmehr die Vermeidung von noch mehr zu zahlenden Steuern.

Eines der wenigen Beispiele, bei denen die Einkommensteuer-Progression einen positiven Effekt bewirkt, ist die Wahrnehmung des Ehegattensplitting.

In der Mehrheit der Fälle geht es bei der Einkommensteuer-Progression darum, dass Lohn- oder Gehaltserhöhungen nicht in einen negativen steuerlichen Effekt umschlagen.

Eine geringe Gehaltserhöhung kann einen neuen Steuersatz nach sich ziehen, der den Großteil des Zugewinns wieder zunichte macht. Lukrative Zweitjobs wiederum lohnen dann in vielen Fällen den Mehraufwand nicht.

Im ersten Fall ist es meist sinnvoller, mit dem Arbeitgeber über eine Alternative zur Gehaltserhöhung zu sprechen. Denn das Einkommen eines Arbeitnehmers lässt sich auch indirekt aufbessern, z.B. durch geschenkte Laptops, Tankgutscheine, Dienstwagen, Personalrabatte, Kindergartenzuschüsse oder Betriebsrenten.

Dann kommt die Verbesserung auch zu 100% beim Arbeitnehmer an und wird nicht bis zu einem Drittel durch die Steuer verringert.

Einkommensteuer-Progression: Wie die kalte Progression das Einkommen schädigt

Als „kalte Progression“ wird eine Erhöhung von Einkommen und Löhnen bezeichnet, die lediglich zum Ausgleich der Inflationsrate reichen. Steigt beispielsweise das Preisniveau innerhalb eines Jahres um 1,5%, so bleibt die Leistungsfähigkeit eines Steuerpflichtigen, der eine ebenso große Lohnerhöhung bekommen hat, unverändert. An Kaufkraft hat er nicht gewonnen.

Auf das nominal höhere Einkommen jedoch wird aufgrund des progressiven Tarifs ein höherer Steuersatz angewandt. Der Arbeitnehmer hat im Endeffekt also mit der Lohnerhöhung sogar ein Minus erreicht. Experten schätzen, dass diese entgangenen Beträge in Deutschland jährlich etwa 3 Mrd. € betragen.

1. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.