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So spart man als Gemeinschaft mit der Einkommensteuer-Splittingtabelle

Die Einkommensteuer-Splittingtabelle hat den Zweck, das Einkommen auf Personen in einem Haushalt zu verteilen und damit Steuern zu sparen. Das ist insbesondere der Fall, wenn jemand überdurchschnittlich verdient. Dann kann man ganz oder auch teilweise das Einkommen anderer Personen im gleichen Haushalt zurechnen.

Voraussetzung dafür ist, dass diese über weniger oder gar kein Einkommen verfügen. Hintergrund ist die übliche Steuerprogression: Dadurch steigt die Steuerlast höher als das Einkommen. Wer viel verdient, muss mehr bezahlen. Das Ziel der Einkommensteuer-Splittingtabelle ist es, diese Progression auszugleichen.

Bei Unterhaltsgemeinschaften ist das Einkommen oft auf mehrere Familienmitglieder verteilt. Somit verdient jeder einen Anteil und muss in der Summe weniger Steuern zahlen, als wenn es nur einen Hauptverdiener in der Familie gäbe.

Ehegattensplitting

Durch das neue Urteil des Bundesgerichtshofes vom Juni 2013 darf das Ehegattensplitting künftig auch für Lebensgemeinschaften ohne Trauschein angewendet werden. Allerdings nur, wenn es sich dabei um eingetragene Lebensgemeinschaften handelt. Der Verfassungsklage wurde rückwirkend ab dem Jahre 2001 stattgegeben.

Bei der gemeinsam veranlagten Einkommensteuer werden die Einkommen beider Partner zusammengerechnet und der gesetzliche Freibetrag wird abgezogen. Dieses Verfahren wird auch genutzt, wenn einer der Partner Alleinverdiener ist.

Das führt dazu, dass der Steuersatz durch das Splitting auf beide Partner entsprechend kleiner wird und man zusammen weniger Steuern zahlt. Das Splitting hat aber nur dann einen positiven Einfluss, wenn beide Partner unterschiedliche Einkommen erwirtschaften. Die Steuerprogression sorgt dafür, dass bei einer Individualbesteuerung mit wachsender Einkommensdifferenz immer höhere Steuern anfallen. Durch das Splittingverfahren wird dieser Effekt für Ehepaare kompensiert.

Für unverheiratete Paare ohne eingetragene Lebensgemeinschaft bleibt die Progression bestehen. Der Staat belohnt damit das Heiraten bzw. das Eintragen einer Lebensgemeinschaft. Die Einkommensteuer-Splittingtabelle ist ein Grund, warum Erwerbsarbeit für so manche verheiratete Frau als unattraktiv gilt. Laut der Meinung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung gilt die Alleinverdiener-Subvention, die dem Ehegattensplitting zugrunde liegt, nicht mehr als zeitgemäß.

Berechnung der Steuer

Um die jeweilige Steuer mit der Einkommensteuer-Splittingtabelle zu errechnen, geht man folgendermaßen vor: Man nimmt das Einkommen der 1. Person, zieht davon den Grundfreibetrag ab. Dasselbe macht man mit der 2. Person und ihrem Einkommen. Die beiden Ergebnisse addiert man und teilt sie durch 2. Somit bekommt man den Durchschnitt der Einkommen abzüglich der Grundfreibeträge.

Stirbt einer der im Splittingverfahren besteuerten Steuerzahler, so besteht das Recht auf Splitting noch ein Jahr über den Tod des Steuerzahlers hinaus weiter – dies wird im Steuergesetz als sogenanntes Gnadensplitting bezeichnet.

Einkommensteuer-Splittingtabelle

Nach dem Paragraphen 26 EStG können Ehegatten zwischen der Einzelveranlagung in Paragraph 26a und der Zusammenveranlagung in Paragraph 26b wählen. Die Einkommensteuer-Splittingtabellen werden jedes Jahr neu erstellt. Jeder Steuerberater hält die Tabellen der vergangenen Jahre und die aktuellen bereit.

Bei einem Familieneinkommen von 50.000 € ergibt sich bei Zusammenveranlagung mit der Einkommensteuer-Splittingtabelle eine Einkommensteuer von 8.164 €. Bei einer Einzelveranlagung wäre der Betrag dagegen 12.823 €. Die gemeinsame Veranlagung erbringt gemäß der Einkommensteuer-Splittingtabelle eine Steuerminderung in Höhe von 4.659 € gegenüber einer Einzelveranlagung.

Partner, die gemeinsam veranlagen, aber unterschiedliche Einkommen besitzen, haben die Wahl. Entweder werden beide in derselben Steuerklasse eingeordnet oder einer der Partner bekommt eine andere Steuerklasse zugewiesen. Niedrige Lohnsteuerklassen haben höhere Freibeträge. Sowohl für Ehepartner, als auch für eingetragene Lebensgemeinschaften ist die Einkommensteuer-Splittingtabelle also die einfachste Lösung, um Steuern zu sparen.

2. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.