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Einkommensteuererklärung – für wen sie sich lohnt

Die Einkommensteuererklärung ist für die meisten Arbeitnehmer Pflicht, kann jedoch auch freiwillig abgegeben werden.

Die freiwillige Einkommensteuererklärung kann sich durchaus lohnen. Schwankende Einkünfte, veränderte Lebenssituationen, zum Beispiel durch eine Heirat oder hohe Werbungskosten wie die Entfernungspauschale (auch Pendlerpauschale genannt) können die Steuerschuld mindern oder sogar eine Steuerrückerstattung bedeuten.

Einkommensteuererklärung: eine Definition

In der Einkommensteuererklärung gibt der Steuerpflichtige Auskunft über seine Einkünfte des letzten Jahres. Diese Erklärung wird dem Finanzamt übergeben.

Aufgrund dieser Erklärung werden dann die zu zahlende Einkommensteuer, der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls auch die Kirchensteuer festgesetzt und dem Steuerpflichtigen per Steuerbescheid mitgeteilt. Wurde im Laufe des letzten Veranlagungszeitraumes eine zu hohe Steuer vorausgezahlt, wird diese rückerstattet. Die Abgabe der Einkommensteuererklärung ist demnach für die Ermittlung der korrekten Einkommensteuer unerlässlich.

Auf eine Einkommensteuererklärung verzichten können meist Arbeitnehmer, die bei einem einzigen Arbeitgeber beschäftigt sind. Auch bei Einkünften unter dem Grundfreibetrag von derzeit 8.130 €, etwa als Selbstständiger, ist die Abgabe einer Einkommensteuererklärung nicht notwendig.

Wann besteht Abgabepflicht?

Für viele Arbeitnehmer besteht eine Abgabepflicht der Einkommensteuererklärung. Diese Verpflichtung ist unter anderem in den Paragraphen § 149 Abs.1 AO und § 56 EStDV festgeschrieben. Einige konkrete Beispiele:

Ehepaare, bei denen beide Partner Einkünfte beziehen und die Steuerklassenkombination III/V anwenden, sind zur Abgabe verpflichtet. Auch Einkünfte aus steuerpflichtigen Nebeneinkünften (z.B. Vermietung), Zahlungen von Eltern- oder Kindergeld und Lohnersatzzahlungen wie Arbeitslosen- oder Krankengeld in Höhe von mehr als 401 € im Jahr verpflichten zur Steuerveranlagung.

Bezieht ein Steuerpflichtiger parallel von mehreren Arbeitgebern sein Einkommen, ist die Steuererklärung ebenfalls abzugeben. Die Frist der Abgabe besteht jedes Jahr bis zum 31. Mai, kann jedoch in begründeten Ausnahmefällen verlängert werden. Eine Ausnahmeregelung betrifft die Landwirte: Aufgrund des abweichenden Wirtschaftsjahres sind die Fristen auf den 30. September und den 31. März verschoben.

Freiwillige Einkommensteuererklärung

Die freiwillige Abgabe der Steuererklärung ist besonders bei starken Einkommensschwankungen innerhalb des Veranlagungszeitraumes anzuraten. Auch eine Heirat kann zu Steuererleichterungen führen, die dann mittels einer Steuererklärung rückerstattet werden können.

Werbungskosten wie die Entfernungspauschale (auch Pendlerpauschale genannt) oder Ausgaben für Arbeitsmittel können ebenfalls abgesetzt werden. Sogenannte Sonderausgaben, unter die Spenden, die Kirchensteuer, aber auch Aufwendungen für die Altersvorsorge fallen, werden ebenso wie haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt.

Die Festsetzungsfrist einer freiwilligen Einkommensteuererklärung liegt bei 4 Jahren nach Ende des vergangenen Kalenderjahres.

Vordrucke verwenden

Zur korrekten Steuerveranlagung sind ausschließlich die amtlichen Vordrucke zu verwenden. Diese sind entweder beim Finanzamt oder im Internet zu beziehen. Auszufüllen ist in jedem Fall der Mantelbogen mit den allgemeinen Angaben zur Person, einer Aufstellung der Sonderausgaben und der außergewöhnlichen Belastungen. Weitere Einkunftsarten und Anträge finden sich bei den Anlagen der Steuererklärung.

Der einfachste und schnellste Weg, die Steuererklärung abzugeben, ist online mittels ELSTER (elektronische Steuererklärung), der Software des Bundesministeriums für Finanzen, oder auch einer anderen Software, die die Angaben direkt ans Finanzamt übermittelt. Dank einer elektronisch authentifizierten Übermittlung der Daten über ELSTER ist hierbei eine papierlose Übermittlung ans Finanzamt möglich.

Steuerberater oftmals hilfreich

Eine Steuerberatung ist nicht in jedem Fall als zwingend notwendig zu erachten, jedoch kommen besonders knifflige Fälle nicht ohne fachliche Beratung aus. Um die Fülle der Formulare ohne zu großen Aufwand bewältigen zu können und die Abzugsmöglichkeiten auch vollständig auszuschöpfen, ist der Gang zum Steuerberater oder zu einem Lohnsteuerhilfeverein aber in vielen Fällen sein Geld wert.

13. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.