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Einlagensicherung: Aktien-Depots überstehen auch Banken-Pleiten

Die Bankenkrise hat sich etwas beruhigt (in Spanien brodelt es noch immer) und Zypern ist in den Köpfen vieler Anleger auch nicht mehr präsent. Dennoch erwarte ich, dass uns die Bankenkrise noch mehrere Jahre beschäftigen wird und möchte Ihnen deshalb heute einen Überblick darüber verschaffen, wie sicher Ihr Geld bei Ihrer Bank ist. Sie werden nach der Lektüre dieser Ausgabe die wichtigsten Informationen zur Sicherheit Ihres Geldes bei Ihrer Bank in aller Kompaktheit gelesen haben.

Einlagensicherung in der Europäischen Union

In der Europäischen Union sind die Spareinlagen von Bankkunden vor einem Zahlungsausfall ihrer Bank geschützt. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestsumme beträgt 100.000 Euro pro Kunde. Sie als Kunde würden im Fall einer Pleite Ihrer Bank diese Summe zurück erhalten. Viele Banken sichern sogar einen höheren Betrag als die genannten 100.000 Euro ab. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Form der Geldanlage unter die sogenannte Einlagensicherung fällt.

Was fällt unter die Einlagensicherung?

Spar-, Sicht- und Termineinlagen sind geschützt. Unter diesen 3 Einlageformen versteht man das Geld, welches auf verschiedenen Bankkonten liegt. Diese Konten sind beispielsweise:


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Was fällt nicht unter die Einlagensicherung?

Wertpapierdepots fallen nicht unter die Einlagensicherung. Das ist allerdings keine schlechte Nachricht für Sie. Denn: Die Wertpapiere sind Ihr Eigentum und nicht das der Bank! Das bedeutet, dass Ihre Depotbank nur treuhänderisch tätig ist. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, Ihr Eigentum (beispielsweise Ihre Aktien) zurückzuverlangen.

Diese Möglichkeit bleibt auch im Fall einer Pleite Ihrer Bank bestehen, da die Gläubiger der Bank oder ein Insolvenzverwalter darauf keinen Zugriff haben. Der Inhalt von Bankschließfächern fällt übrigens auch nicht unter den gesetzlichen Einlagenschutz. Sie haben einen Anspruch auf die Herausgabe der darin gelagerten Wertgegenstände.

Fremdwährungskonten sind ein Sonderfall, da hier Banken gesetzlich nicht zur Einlagensicherung verpflichtet sind. Viele Banken tun dies aber trotzdem. Tipp: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank, ob sie eine freiwillige Einlagensicherung bei Fremdwährungskonten leistet.

Wie funktioniert die Einlagensicherung in Deutschland?

Die Art Ihrer Bank entscheidet darüber, wie genau die Einlagen abgesichert werden. In Deutschland existieren unterschiedliche Sicherungssysteme, die von den Banken umgesetzt werden können. Genossenschaftsbanken (Volks-, Raiffeisen- und Spardabanken) sowie Sparkassen unterliegen dem sogenannten Institutsschutz.

Das bedeutet, dass eine Bank aus dem Verbund, die in Schieflage geraten ist, von den anderen dazugehörigen Banken gerettet wird. Den Genossenschaftsbanken sind ebenfalls die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Ärzte- und Apothekerbank angeschlossen. Bei den Sparkassen ist der Institutsschutz etwas anders organisiert als bei den Genossenschaftsbanken.

Im Ergebnis gibt es für Sie allerdings keinen Unterschied im Vergleich zu den Genossenschaftsbanken. Der Vollständigkeit halber muss noch erwähnt werden, dass diesen auch die Landesbausparkassen (LBS) angeschlossen sind. Privatbanken hingegen haben kein Interesse daran, einzelne Institute vor einer Insolvenz zu retten.

Nach Ansicht der Privatbanken ist die Zahlungsunfähigkeit einer Bank nicht das Problem anderer Banken, die dazu in Konkurrenz stehen. Bei Privatbanken gibt es daraus resultierend keinen Institutsschutz. Dafür greift im Fall der Insolvenz einer Bank sofort der Einlagenschutz. Es muss also im Zusammenhang mit Privatbanken nicht erst ein ganzer Verbund pleite sein, bevor die Einlagensicherung greift.

Der gesetzlich vorgeschriebene Schutz beträgt 100.000 Euro pro Kunde und ist von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) garantiert. Im Pleitefall Ihrer Privatbank zahlt diese Einrichtung die verloren gegangenen Einlagen bis zu dem genannten Höchstbetrag an Sie zurück. Ausländische Privatbanken mit Sitz in Deutschland können zwischen 2 Möglichkeiten wählen.

Sie haben die Möglichkeit, sich der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken anzuschließen, oder sie können sich dem Sicherungssystem des Landes des Hauptsitzes der Bank anschließen. Die letztgenannte Möglichkeit kann für Sie hinsichtlich der Höhe der Einlagensicherung aber nur dann einen Unterschied bedeuten, wenn sich der Hauptsitz der Bank außerhalb der EU befindet.

Einen gravierenden Unterschied gibt es aber: Sie müssten Ihre Ansprüche im Ausland geltend machen. Ein Hinweis: Diese gesetzlichen Regelungen werden in der Praxis dann greifen, wenn einzelne Banken vor dem Ruin stehen. Sollte es in der Bankenbranche zu einem „Massensterben“ kommen, wird die Einlagensicherung zusammenbrechen.

Praxisbeispiel: Was würde im Fall einer Pleite der Commerzbank passieren?

Damit Sie die wichtigsten Szenarien kompakt in einer Übersicht haben, hier ein Praxisbeispiel:

  • Ihre Tages-, Giro- und Festgeldkonten sowie Sparbücher sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis mindestens 100.000 Euro abgedeckt.
  • Ihr Aktien- und Fonds-Depot ist Sondervermögen und geht deshalb nicht (!) in die Insolvenzmasse ein. Es wird ohne Verlust auf eine neue Bank übertragen
  • Falls Sie Aktien oder Anleihen der Commerzbank besitzen, sind diese rechtlich geschützt, würden aber im Fall einer Commerzbank-Pleite an der Börse wahrscheinlich wertlos verfallen.
  • Inhaberschuldverschreibungen der Commerzbank unterliegen, da diese nicht börsengehandelt sind, dem sogenannten Emittentenrisiko. Durch die Pleite des Emittenten wären diese Papiere wertlos.

Fazit: Aktien und Fonds werden von der Bank nur verwaltet und bleiben Ihr Eigentum. Geldvermögen kann dagegen im Fall einer Bankenpleite ab einer gewissen Grenze verfallen.

23. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.