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Einlagensicherung in Deutschland – wie sie funktioniert

Im vorangegangenen Beitrag habe ich Ihnen erklärt, warum Ihr Wertpapierdepot auch im Falle einer Pleite Ihrer depotführenden Bank unversehrt bliebe.

Weiterhin haben Sie Grundsätzliches über die sogenannte Einlagensicherung in der Europäischen Union erfahren.

Als Fortsetzung möchte ich hier noch detaillierter auf die Einlagensicherung in Deutschland bzw. deutscher Banken eingehen.

Zunächst entscheidet die Art Ihrer Bank

Die Art Ihrer Bank entscheidet darüber, wie genau die Einlagen abgesichert werden.

In Deutschland existieren unterschiedliche Sicherungssysteme, die von den Banken umgesetzt werden können:

Sowohl Genossenschaftsbanken (Volks-, Raiffeisen- und Spardabanken) als auch Sparkassen unterliegen dem sogenannten Institutsschutz.

Das bedeutet, dass eine Bank aus dem Verbund, die in Schieflage gerät, von den anderen dazugehörigen Banken gerettet wird.


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Den Genossenschaftsbanken sind ebenfalls die Bausparkasse Schwäbisch Hall sowie die Ärzte- und Apothekerbank angeschlossen.

Bei den Sparkassen ist der Institutsschutz etwas anders organisiert als bei den Genossenschaftsbanken.

Im Endeffekt gibt es für Sie allerdings keinen Unterschied im Vergleich zu den Genossenschaftsbanken. Der Vollständigkeit halber muss noch erwähnt werden, dass diesen auch die Landesbausparkassen (LBS) angeschlossen sind.

Wie die Einlagensicherung bei Privatbanken funktioniert

Privatbanken hingegen haben kein Interesse daran, einzelne Institute vor einer Insolvenz zu retten.

Nach Ansicht der Privatbanken ist die Zahlungsunfähigkeit einer Bank nicht das Problem anderer Banken, die dazu in Konkurrenz stehen. Bei Privatbanken gibt es daraus resultierend keinen Institutsschutz.

Dafür greift im Fall der Insolvenz einer Bank sofort der Einlagenschutz. Es muss also im Zusammenhang mit Privatbanken nicht erst ein ganzer Verbund pleite sein, bevor die Einlagensicherung greift.

Der gesetzlich vorgeschriebene Schutz beträgt 100.000 € pro Kunde und ist von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) garantiert.

Im Pleitefall Ihrer Privatbank zahlt diese Einrichtung die verlorengegangenen Einlagen bis zum oben genannten Höchstbetrag an Sie zurück.

So läuft es bei ausländischen Privatbanken mit Sitz in Deutschland

Ausländische Privatbanken mit Sitz in Deutschland können zwischen 2 Möglichkeiten wählen:

Sie haben die Möglichkeit, sich der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken anzuschließen, oder sie können sich dem Sicherungssystem des Landes anschließen, in dem die Bank ihren Hauptsitz hat.

Die letztgenannte Möglichkeit kann für Sie hinsichtlich der Höhe der Einlagensicherung aber nur dann einen Unterschied ausmachen, wenn sich der Hauptsitz der Bank außerhalb der EU befindet.

Einen gravierenden Unterschied gibt es dennoch: Sie müssten Ihre Ansprüche im Ausland geltend machen.

Fazit: Wertpapierdepots im Pleitefall der Bank sicherer als Bankkonten

Vor dem Hintergrund einer möglichen Pleite Ihrer Bank sind Wertpapierdepots sicherer als Bankkonten, die unter die Einlagensicherung fallen.

Denn wie Sie erfahren haben, greift die Einlagensicherung in der Regel nur bis 100.000 €. Darüber hinausgehende Beträge wären im Falle einer Pleite Ihrer Bank sehr wahrscheinlich verloren.

Ihr Wertpapierdepot hingegen würde von einer Bankenpleite gar nicht betroffen sein. Hier müssten Sie sich daher auch über Beträge, die über 100.000 € hinausgehen, keinerlei Sorgen machen.

11. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.