MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Einspruch gegen den Steuerbescheid: Welche Kosten entstehen?

Eine Überprüfung seines Steuerbescheids kann sich lohnen: knapp zwei Drittel der Einsprüche gegen seinen Steuerbescheid haben Erfolg. Doch viele Steuerpflichtige glauben, dass bei einem Einspruch hohe Kosten auf sie zukommen können. Stimmt diese Annahme überhaupt?

Wann sollte Einspruch eingelegt werden?

Ein Einspruch gegen den Steuerbescheid kann aus vielfältigen Motiven heraus geschehen. Nicht nur die Fehler des Finanzamtes sind oftmals ein Grund für Einsprüche, auch der Steuerzahler selbst kann wichtige Punkte bei der Steuererklärung übersehen haben und möchte diese durch den Einspruch revidieren.

Fehler des Finanzamtes sind zumeist die unkorrekte Übernahme der Daten, nicht anerkannte Aufwendungen, nicht berücksichtigte Freibeträge oder falsch ausgelegte Gesetze. Auf Seiten des Steuerzahlers werden oftmals in der Auflistung der Aufwendungen wichtige Daten vergessen oder erst nachträglich Belege gefunden. Diese sollten dann in der Begründung des Einspruchs aufgeführt werden.

Doch ist in diesen Fällen auch Vorsicht geboten. Der Steuerbescheid kann durch den Einspruch ebenso nachteilig verändert werden. Da das Finanzamt dies vorher schriftlich mitteilen muss, kann durch eine Rücknahme des Einspruchs eine „Verschlechterung“ des Steuerbescheids verhindert werden.

Welche Kosten können entstehen?

Bei einem Einspruch gegen den Steuerbescheid fallen in der Regel keine Kosten an, sofern kein Anwalt oder Steuerberater kontaktiert wurde. Auch bei einem positiven Ausgang eines Einspruches wäre die Zahlung der Honorare Sache des Steuerzahlers. Allerdings könnten die Kosten unter der Rubrik Sonderausgaben wieder steuerlich geltend gemacht werden.

Größere Kosten entstehen erst nach der Ablehnung des eingereichten Einspruchs. Dann bleibt als letzte Möglichkeit nämlich nur noch die Klage vor dem Finanzgericht. Ein Anwalt ist hierbei noch nicht zwangsläufig erforderlich. Erst eine Klage vor dem Bundesfinanzhof macht einen Rechtsvertreter unerlässlich.

Kleine Empfehlung: „Trittbrettfahren“

Das Thema „Trittbrettfahren“ ist beim Einspruch gegen den Steuerbescheid dringend zu beachten. Sind am Bundesverfassungsgericht, einem oberen Bundesgericht oder am Europäischen Gerichtshof Verfahren mit gleicher Sachlage anhängig, kann der Steuerzahler sich diesen anschließen. Eine persönliche Begründung ist hierbei nicht erforderlich.

Von einem positiven Ausgang des Verfahrens profitiert dann ebenfalls der „Trittbrettfahrer“. In einigen Fällen verschickt das Finanzamt nur vorläufige Steuerbescheide. Dies bedeutet, dass ein Verfahren am Bundesfinanzhofs (BFH) oder dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) aussteht und das Urteil Einfluss auf den Steuerbescheid haben kann. Diese Änderung des Steuerbescheids erfolgt dann automatisch durch das Finanzamt. Ein Einspruch ist nicht erforderlich.

Wichtig: Fristen einhalten!

Doch eins sollte auch beim Einspruch gegen den Steuerbescheid nicht vergessen werden: die Einhaltung der Fristen. Egal, ob ein Einspruch seine Berechtigung hat oder nicht, sind die festgeschriebenen Fristen einzuhalten.

Dies bedeutet, dass innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheids der Einspruch beim Finanzamt eingehen muss. Ein Einspruch bedeutet aber nicht, dass Nachzahlungen an das Finanzamt bis zum Ende des Verfahrens ausgesetzt werden dürfen. Auch diese Zahlungsfrist ist einzuhalten.

21. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.