MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Einspruch gegen den Steuerbescheid: Das hat eine aufschiebende Wirkung

Eine genaue Prüfung des Steuerbescheid sollte schnellstmöglich nach Erhalt geschehen.

Denn stimmt mit den Berechnungen des zuständigen Finanzamtes etwas nicht, kann nur innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids Einspruch eingelegt werden.

„Nach Bekanntgabe des Bescheids“ – Was das im Klartext bedeutet

Der Beginn der Monatsfrist ist an den Poststempel gebunden. Dieses Datum plus drei weitere Tage markiert den Beginn der Einspruchsfrist. Fällt das Ende der Einspruchsfrist auf einen Samstag, einen Sonn- oder gesetzlichen Feiertag, gilt der erste darauf folgende Werktag.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich die Monatsfrist allerdings verlängern, beziehungsweise nach Ablauf von neuem beginnen. Waren Sie beispielsweise im Urlaub oder lagen im Krankenhaus haben Sie die Möglichkeit, die Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand zu beantragen.

Allerdings muss auch dies innerhalb des geltenden Monats geschehen sein. Außerdem muss in solch einem Sonderfall ein unverschuldetes Versäumnis der Frist begründet dargestellt werden. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, ob dem Steuerbescheid eine Rechtsbehelfsbelehrung beiliegt. Hat das Finanzamt vergessen, Ihnen dieses Dokument zukommen zu lassen, dann verlängert sich die Einspruchsfrist auf ein Jahr.

Einspruch Steuerbescheid: Aufschiebende Wirkung bei laufenden Gerichtsverfahren

Wenn zu einem strittigen Punkt in dem Steuerbescheid ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof läuft, dann empfiehlt es sich, Einspruch einzulegen und sich der Klage anzuschließen. In solch einem Fall beantragen Sie mit Hinweis auf das Aktenzeichen das „Ruhen des Verfahrens“, damit keine Gerichts- oder Anwaltskosten für Sie anfallen.

Allerdings hat der Einspruch keine aufschiebende Wirkung. Die Steuerschuld muss erst einmal pünktlich bezahlt werden, also innerhalb eines Monats nach Zustellung des Steuerbescheids. Zahlen Sie nicht pünktlich, wird von der Überschreitung der Zahlungsfrist an pro angefangenen Monat ein Prozent Ihrer Steuerschuld als Säumniszuschlag fällig.

Sind Sie mit den Berechnungen des Finanzamtes nicht einverstanden, dann können Sie einen „Antrag auf Aussetzung der Vollziehung“ stellen. Ist dies fristgerecht geschehen, dann muss innerhalb der Monatsfrist nur der Steueranteil gezahlt werden, welcher nicht angefochten wird. Der Restbetrag wird erst dann fällig oder erlassen, wenn über den Einspruch entschieden wurde.

Diese Formalia müssen bei der Einspruchserhebung beachtet werden

Der Einspruch muss schriftlich eingelegt werden. Wird es zeitlich eng, können Sie auch ein Fax schicken.

  • Es muss eindeutig sein, wer Einspruch einlegt.
  • Den Einspruch kann nur an das zuständige Finanzamt gerichtet werden.
  • Geben Sie eindeutig an, gegen welchen Bescheid Sie Einspruch einlegen.
  • Eine Begründung ist keine Voraussetzung für den Einspruch – aber hilfreich.

18. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.