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Elitebonds: Anleihen nur von den Besten

Auf dem Höhepunkt der Staatsschuldenkrise in Europa kamen Vorschläge für verschiedene Arten möglicher Bonds, also möglicher Staatsanleihen, auf.

Eurobonds etwa wären gemeinsame Anleihen aller Euro-Länder.

Was Elitebonds sind

Elitebonds sind Anleihen, die mit dem Rating von Tripple-A-Ländern verknüpft sind. Diese ökonomisch starken Staaten der Eurozone, die eine hohe Kreditwürdigkeit besitzen, so die Idee, sollten gemeinsame Anleihen begeben.

Diese Länder bezahlen an den Märkten vergleichsweise niedrige Zinsen für neue Kredite.

So könnte man das aufgenommene Geld zur Stützung der Währungsunion verwenden.

So kann man etwa wirtschaftlich angeschlagenen Staaten in der Krise mit Hilfspaketen unter die Arme greifen.

Der angedachte Eliteclub

Als im Jahr 2011 der Gedanke von Elitebonds diskutiert wurde, wurden die Tripple-A-Länder zu dieser Zeit als Elitekandidaten gehandelt.


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Das waren also Deutschland, Frankreich, Finnland, die Niederlande, Luxemburg und Österreich.

Zu diesem Zeitpunkt stellten diese sozusagen die Musterschüler in der Staatsschuldenkrise dar. Bei diesen Anleihen einer Staatenelite mit höchster Kreditwürdigkeit bleiben Krisenländer also außen vor.

Elitebonds versus Eurobonds

Bei gewöhnlichen Eurobonds aller Euro-Staaten würden die Zinsen für die Krisenstaaten zwar sinken, dafür aber für Staaten wie Deutschland deutlich steigen.

Das ist einer der Gründe, warum sich die Regierung in Berlin gegen die Einführung von Eurobonds stellte. Bei Elitebonds würden die Zinsen für Deutschland zwar auch steigen, aber weniger drastisch.

Der Zinssatz für solche Anleihen hätte Ende 2011 bei vergleichsweise niedrigen 2 bis 2 1/2 Prozent gelegen.

Vorteile der Elitebonds

Das hätte einigen Mitgliedern des Eliteclubs Vorteile gebracht. Österreich etwa hatte von den 6 Ländern damals die höchsten Zinsen bezahlt.

Durch die Einführung von Elitebonds wären die wohl gesunken. Insbesondere Frankreich aber hätte wohl von einer Einführung solcher Bonds profitiert. Denn das Land wurde im späteren Verlauf der Krise in seiner Kreditwürdigkeit abgewertet.

Die Einführung von Elitebonds hätte diesen Schritt für Ratingagenturen mindestens schwieriger begründbar gemacht.

Krisenländer hätten profitiert

In dem gedachten positiven Szenario hätten schließlich aber auch Krisenländer von den Elitebonds profitieren können.

Denn die Eliteländer hätten dann einfacher und billiger auch Hilfsgelder an Länder wie Italien oder Spanien vergeben – und diese Hilfsgelder an strenge Auflagen knüpfen können.

Denn ein Argument gegen die Einführung gemeinschaftlichen Anleihen in Form von Eurobonds aller Euro-Staaten war folgendes:

Damit hätten die Krisenländer vernachlässigen können, ihre Schulden in den Griff zu bekommen, weil sie sich leichter hätten refinanzieren können.

Kritik an Elitebonds als Anleihen

Kritiker warfen ein, dass auch Elitebonds ein Mittel gewesen wären, mittels welchem starke Länder schwachen Kandidaten unter die Arme gegriffen hätten und die damit ihre Reformanstrengungen hätten schleifen lassen können.

Zudem hätte ein Aufspalten in Gute und schlechte Bereiche innerhalb der Eurozone auch den gegenteiligen Effekt haben – und den Druck auf die schlechten Länder an den Kapitalmärkten verstärken können.

10. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.