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Elternunterhalt berechnen: Das sollten Sie beachten

Fast jeden kann es irgendwann treffen, doch die wenigsten kennen wirklich die Rahmenbedingungen – der Elternunterhalt spielt in der heutigen Zeit eine immer größere werdende Rolle. Denn die allgemeine Lebenserwartung in Deutschland steigt immer weiter an und mit ihr auch die Zahl der Pflegebedürftigen.

Pflege ist jedoch ein teures Unterfangen und nicht alle Menschen sind in der Lage, diesbezüglich ausreichend vorzusorgen und sich abzusichern. Können Pflegebedürftige nicht mit ihrem eigenen Einkommen, ihrem Vermögen oder einer Versicherung für die Pflegekosten aufkommen, wendet sich das zuständige Sozialamt schnell an deren Kinder.

Elternunterhalt: Das steckt hinter dem Begriff

Es ist von einer sogenannten Deckungslücke die Rede, wenn die tatsächlichen Kosten für die Pflege nicht vom Pflegebedürftigen selbst getragen werden können. Häufig springt dann das Sozialamt ein und übernimmt vorläufig die restlichen Kosten, um die Pflege zu gewährleisten. Das Amt kann diesen Mehraufwand dann jedoch bei den Kindern des Pflegebedürftigen wieder einfordern.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Kinder ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse gegenüber dem Sozialamt offenlegen müssen. Auf dieser Grundlage beginnt das Amt nun, den Pflegeunterhalt zu berechnen.

Elternunterhalt berechnen: Diese Faktoren sollten Sie beachten

Die Berechnung des Elternunterhalts richtet sich nach dem Grundsatz, dass das Kind des Pflegebedürftigen leistungsfähig sein muss. Die Lebensumstände müssen also einen Spielraum für den Elternunterhalt zulassen. Bei der Berechnung werden deshalb viele Faktoren berücksichtigt.

In diesem Zusammenhang geht es beispielsweise um einen Selbstbehalt, die Altersvorsorge der Kinder oder die Berücksichtigung der selbstgenutzten Immobilie. Auch können natürlich weitere Unterhaltspflichten bestehen, die vorrangig behandelt werden müssen – zum Beispiel gegenüber dem Exgatten (Nachehelicher Unterhalt) oder den eigenen Kindern.

Hierzu hat der Gesetzgeber in § 1609 BGB eine klare Rangfolge erstellt, die zum Tragen kommt, wenn jemand gegenüber mehreren anderen Personen unterhaltspflichtig ist. Demnach haben minderjährige Kinder, (Ex-)Ehegatten, nichtminderjährige Kinder und auch Enkelkinder diesbezüglich Vorrang.

Was man als Unterhaltspflichtiger tun sollte

Werden Kinder von Pflegebedürftigen aufgefordert, Elternunterhalt zu zahlen, so bietet es sich an, professionellen Rat einzuholen. Denn den Elternunterhalt zu berechnen ist aufgrund der vielen zu berücksichtigenden Faktoren nicht einfach. Häufig gibt es neue Gerichtsurteile, die mitunter positiv für die Unterhaltspflichtigen ausfallen.

Viele Ausgaben können von den potenziell unterhaltspflichtigen Kindern als einkommensmindernd angesetzt werden. Das bedeutet, dass diese bei der Berechnung des Elternunterhalts berücksichtigt werden müssen.

Grundsätzlich müssen Unterhaltspflichtige wegen des Elternunterhalts häufig nur geringe Einschränkungen hinnehmen, die sich auf den eigenen Lebensstandard auswirken. Dieser Standard soll nämlich weitgehend erhalten bleiben.

Wichtig ist es jedoch, dass man Kosten, die über den gewohnten Lebensstandard Auskunft geben, möglichst gut nachweisen kann. Eine exakte Dokumentation kann dann bares Geld wert sein.

4. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.