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Elternunterhalt: Darum handelt es sich beim Selbstbehalt

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland spricht eine deutliche Sprache: Die Menschen leben immer länger und der Anteil der Alten an der Gesamtbevölkerung wächst stetig. Dementsprechend entwickelt sich auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, die häufig in Pflegeheimen vollstationär betreut werden.

Die Kosten für eine solche Betreuung sind immens und können in Pflegestufe 3 rund 3.900 € pro Monat betragen. Diese Kosten dauerhaft aus dem eigenen Einkommen, dem Vermögen und der Versicherung zu bestreiten, gelingt bei weitem nicht allen Bedürftigen.

Spätestens wenn das Vermögen des Pflegebedürftigen aufgebraucht ist, muss die Finanzierung der Pflege geklärt werden. Hier greift nun die gesetzliche Unterhaltspflicht der nächsten Angehörigen. Zwar übernimmt in der Regel zunächst das Sozialamt die laufenden Kosten, doch dieses wendet sich schnell an die Kinder des Pflegebedürftigen und klärt, ob und in welcher Höhe Elternunterhalt gezahlt werden muss.

Der Selbstbehalt im Unterhaltsrecht

Der Begriff des Selbstbehalts findet im Unterhaltsrecht an verschiedenen Stellen Anwendung. Grundsätzlich wird dem Unterhaltspflichtigen eine gewisse Summe für die eigene Lebensführung zugebilligt. Je nach Art des Unterhalts kann die Höhe des Selbstbehalts stark variieren.

So wird dem Unterhaltspflichtigen beispielsweise bei minderjährigen unterhaltsberechtigten Kindern ein geringerer Selbstbehalt zugesprochen als bei einem geschiedenen Ehegatten. Beim Elternunterhalt ist der Selbstbehalt am höchsten. Das bedeutet, dass den unterhaltspflichtigen Kindern eines Pflegebedürftigen ein vergleichsweise hoher Betrag zum eigenen Leben zugebilligt wird.

Die Höhe des Selbstbehalts beim Elternunterhalt

Seit Anfang 2013 gilt in Deutschland ein neuer Selbstbehalt beim Elternunterhalt. Dieser liegt nun bei 1.600 € vom Nettoeinkommen (vorher: 1.500 €), wie sich aus der sogenannten Düsseldorfer Tabelle ergibt. Grundsätzlich ist es dann so, dass das Einkommen, welches oberhalb des Selbstbehalts liegt, zu 50% für den Elternunterhalt eingesetzt werden muss.

Hat man als Unterhaltspflichtiger also ein Nettoeinkommen von 2.200 €, sind von diesem zunächst die 1.600 € Selbstbehalt abzuziehen. Von den verbleibenden 600 € werden dann 50% für den Elternunterhalt fällig.

Somit bestünde in diesem Beispiel ein Unterhaltsanspruch in Höhe von 300 €. In der Praxis ist diese Rechnung jedoch weitaus komplizierter, da das Einkommen des Unterhaltspflichtigen um viele Posten bereinigt werden kann.

Das bereinigte Nettoeinkommen

Als bereinigtes Nettoeinkommen wird derjenige Betrag bezeichnet, der sich aus der Berücksichtigung aller relevanten Abzüge und Aufschläge ergibt. So werden beispielsweise Erträge aus Kapitalanlagen, Vermietung und Verpachtung oder auch Steuerrückzahlungen zum Einkommen hinzugerechnet.

Als Abzüge werden hingegen unter anderem vorrangige Unterhaltszahlungen (z.B. an Kinder), berufsbedingte Aufwendungen oder die eigene Altersvorsorge betrachtet.

Professionelle Hilfe zur Berechnung

Die Berechnung des Elternunterhalts ist also alles andere als einfach und es bietet sich an, dafür professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Gerade bei Ehepartner und Familien gestaltet sich die Ermittlung des zu zahlenden Betrags mitunter kompliziert, weil hier noch weitere Faktoren zu beachten sind.

4. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.