MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Elternunterhalt: Ehepartner und Familien mindern Höhe des Unterhalts

Wenn das Sozialamt die Kinder von Pflegebedürftigen zur Kasse bittet, beginnt die große Rechnerei. Diese Fälle werden immer häufiger, da die Menschen hierzulande immer älter werden und die Pflege oft nicht mehr aus eigener Tasche gezahlt werden kann.

Auf den ersten Blick wirkt die Thematik nicht sehr kompliziert: Den Kindern steht ein Selbstbehalt zu und die darüber hinausgehenden Einkünfte können zur Berechnung des Elternunterhalts herbeigezogen werden.

Dieser Selbstbehalt liegt seit Januar 2013 bei 1.600 € für Alleinstehende. Für einen Ehepartner kommen weitere 1.280 € hinzu. Es ergibt sich also ein Familienselbstbehalt von 2.880 €. Liegt das Familieneinkommen hingegen unterhalb der Grenze von 2.880 €, so muss kein Elternunterhalt gezahlt werden.

Berechnung des Elternunterhalts bei Ehepartnern

Liegt das Familieneinkommen oberhalb des Familienselbstbehalts, so ist laut Gesetzgebung die Hälfte des darüber liegenden Betrags für den Elternunterhalt einzusetzen. Wenn das Familieneinkommen also beispielsweise bei 4.000 € liegt, so sind von diesem Betrag die 2.880 € Selbstbehalt abzuziehen. Es bleiben zunächst 1.120 €.

Nun wird meist noch eine sogenannte Haushaltsersparnis abgezogen, die in der Regel 10% beträgt. In diesem Fall sind das also 10% von 1.120 € und damit 112 €. Der verbleibende Betrag von 1.008 € wird nun zur Hälfte auf den Familienselbstbehalt aufgeschlagen, so dass weitere 504 € dem Familienunterhalt dienen können.

In Summe ergeben sich somit 3.384 €, welche zum Unterhalt der Familie und zur Wahrung des Lebensstandards zur Verfügung stehen. In welchem Maße von dem verbleibenden Geld nun Elternunterhalt gezahlt werden muss, hängt von dem jeweiligen Verhältnis der Einkünfte bei Ehegatten ab.

Der persönliche Anteil am Familieneinkommen entscheidet

Aus dem obigen Beispiel ergibt sich also, dass vom Familieneinkommen in Höhe von 4.000,- € eine Summe von 3.384,- € für den Familienunterhalt behalten werden darf. Die Differenz in Höhe von 616,- € kann nun zum Elternunterhalt eingesetzt werden. Allerdings geschieht dies meist nicht in voller Höhe, sondern abhängig vom eigenen Anteil am Familieneinkommen.

Steuert also beispielsweise die Ehefrau 3.000 € zum Familieneinkommen bei, so entspricht dies 75% der Gesamtsumme von 4.000 €. Ist nun die Ehefrau ihren Eltern gegenüber zum Unterhalt verpflichtet, werden 75% der 616 € als Elternunterhalt fällig. Dies sind hier 462 €.

Sind es hingegen die Eltern des Ehemannes, welche unterhaltsberechtigt werden, so bildet dessen Einkommen von 1.000 € die Berechnungsgrundlage. Die 1.000 € entsprechen 25% des Familieneinkommens. In diesem Fall würden also 25% von 616 € fällig, was 154 € entspricht.

Elternunterhalt: Was sich aus dieser Regelung ergibt

Daraus ergibt sich also, dass das Einkommen des nicht unterhaltspflichtigen Ehegatten weniger stark berücksichtigt wird. Für gutverdienende Unterhaltspflichtige bedeutet das häufig, dass sie verheiratet weniger Elternunterhalt zahlen müssen, als wenn sie alleinstehend wären.

Hintergrund dessen ist auch, dass man als Verheirateter zunächst dem eigenen Ehegatten bzw. der eigenen Familie gegenüber zum Unterhalt verpflichtet ist und erst nachrangig den Eltern.

Da die Berechnung des Unterhalts von vielen weiteren Faktoren abhängig ist, kann dieses Beispiel nur als Veranschaulichung dienen. Die konkreten Forderungen werden häufig gerichtlich festgelegt und man ist im Zweifelsfall sicherlich gut beraten, sich anwaltliche Hilfe einzuholen.

4. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.