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Entgeltumwandlung: Die Definition, die beim Sparen für das Alter hilft

In Deutschland haben Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltumwandlung bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung. Gemäß § 1a BetrAVG können Beschäftigte in Vereinbarung mit ihrem Arbeitgeber Teile ihres Gehalts direkt in die betriebliche Altersvorsorge fließen lassen.

Wird eine solche Absprache getroffen, dann behält der Arbeitgeber den vereinbarten Betrag direkt vom Bruttolohn ein. Dementsprechend mindert sich der Nettolohn und somit gleichzeitig das steuer- und sozialversicherungspflichtige Einkommen des Beschäftigten.

Entgeltumwandlung: Ausschlaggebend ist der Tarifvertrag

Einen tarifvertraglichen Anspruch auf die Nutzung der Entgeltumwandlung haben prinzipiell folgende 5 Personengruppen:

  • Beschäftigte im kommunalen öffentlichen Dienst
  • Auszubildende
  • geringfügig Beschäftigte
  • Beschäftigte mit einem Gehalt zwischen 451 € und 850 €
  • Arbeitnehmer, die in einem berufsständischen Versorgungswerk versichert sind (hierzu zählen beispielsweise Ärzte)

Beschäftigte, welche einem anderen Tarifvertrag unterliegen, haben nur dann ein Recht auf Entgeltumwandlung, wenn ihr jeweiliger Vertrag eine sogenannte Tariföffnungsklausel enthält.

Der Höchstbetrag: Bis zu 2.976 € monatliche Ersparnis für das Alter

Grundsätzlich kann Entgelt in unbegrenzter Höhe umgewandelt werden. Steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt jedoch nur ein Betrag von maximal 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung.

Im Jahr 2016 beträgt der jährliche Höchstbetrag 2.976 €. Das entspricht einem monatlichen Mindestbetrag von 248 €. Jedoch ist der gesetzlich geltende Anspruch abhängig von der Beitragsbemessungsgrenze, welche jährlich neu festgelegt beziehungsweise angehoben wird.

Aus diesem Grund unterliegen auch der Prozentsatz sowie die geltenden Höchst- beziehungsweise Mindestbeiträge gewissen Schwankungen. Darüber hinaus können Beschäftigte weitere 1.800 € jährlich steuerfrei umwandeln.

Jedoch gilt diese Regelung ausschließlich für Neuzusagen, die nach Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetz zum 01.01.2005 getroffen wurden. Dieser zusätzliche Betrag ist allerdings sozialversicherungspflichtig.

Pensionskasse, -fonds oder Direktversicherung: Die Durchführungswege der Entgeltumwandlung

Die Entgeltumwandlung kann grundsätzlich auf 3 verschiedene Wege durchgeführt werden. Der Arbeitgeber kann als Durchführungsweg die Pensionskasse oder den Pensionsfonds vorgeben.

Darüber hinaus kann die Entgeltumwandlung auch über eine Direktversicherung vereinbart werden, wenn der Arbeitgeber den Förderweg über Pensionskasse oder Pensionsfonds nicht anbietet.

Bei allen drei Durchführungswegen hat der Arbeitnehmer das Recht, die Erfüllung der Voraussetzungen für die Riester-Förderung zu verlangen.

Entgeltumwandlung: Definition beinhaltet auch den Arbeitgeberschutz

Um dem Arbeitgeber einen hohen Verwaltungsaufwand bei sehr kleinen Umwandlungsbeträgen zu ersparen, sind in dem entsprechenden Gesetz bestimmte Mindestbeträge zur Entgeltumwandlung verankert.

So muss der Arbeitgeber keine sehr kleinen sowie wechselnde Entgeltumwandlungsbeträge akzeptieren. Im Jahr 2016 muss ein Arbeitnehmer, der sich für den Förderweg der Entgeltumwandlung entschieden hat, monatlich mindestens 18,16 € aufbringen (jährlich 217,88 €).

Darüber hinaus kann der Arbeitnehmer die Entgeltumwandlung im Falle eines fortbestehenden Arbeitsverhältnisses ohne Bezüge aus eigenen Beträgen fortsetzen, wie beispielsweise während einer Elternzeit.

Die Entgeltumwandlung ist aufgrund der Steuerfreiheit eine attraktive Möglichkeit für das Alter vorzusorgen, da sie eine lebenslange, monatliche Altersrente garantiert und gleichzeitig eine Absicherung der Hinterbliebenenversorgung darstellt.

4. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.