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Entnahmeplan: Abgeltungssteuer fällt nur bei Gewinnen an

Seit Einführung der Abgeltungssteuer zum 1. Januar 2009 macht sich die Neuerung, dass die Abgeltungssteuer nur bei Gewinnen veranschlagt wird, für Privatanleger bemerkbar.

Auf Entnahmepläne hat die Abgeltungssteuer dabei eher geringe Auswirkungen. Sie kann durch den Freibetrag unter Umständen sogar umgangen werden.

Die Abgeltungssteuer – was sich dahinter verbirgt

Die Abgeltungssteuer ist eine Quellsteuer auf Kapitalerträge wie Zinserträge und Fondsgewinne. Das bedeutet, dass sie direkt an der Quelle abgeführt wird. Die Steuern für die Gewinne wie Zinserträge sind somit abgegolten. Im Falle eines Entnahmeplans wird die Abgeltungssteuer also bereits von der Bank oder der Kreditanlagegesellschaft an den Staat abgeführt.

Der Privatanleger muss diesbezüglich also nichts weiter unternehmen. Bei Bedarf erhält der Privatanleger auch eine entsprechende Steuerbescheinigung. Grundsätzlich beträgt die Abgeltungssteuer 25%.

Allerdings kommen noch der Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer hinzu. So ergibt sich in etwa ein Prozentsatz von rund 26-28%, je nachdem ob Kirchensteuer mit einbehalten wird oder nicht.

Abgeltungssteuer: Auswirkungen auf Entnahmepläne

Ein Abgeltungssteuersatz von 26-28% auf Kapitalerträge klingt im ersten Moment sehr viel. Allerdings besteht gerade im Zusammenhang mit Entnahmeplänen oft ein Missverständnis:

Privatanleger denken häufig, dass ihre monatliche Entnahmesumme aufgrund der Abgeltungssteuer 26-28% geringer ausfallen als veranschlagt. Hier sei deutliche Entwarnung gegeben – dies ist nicht so!

Grundsätzlich werden nur die Zinserträge und Fondsgewinne besteuert, nicht jedoch die Eigenleistung, also das anfänglich angelegte Kapital. Bei einem Entnahmeplan mit Kapitalverzehr kann also der Anteil des Eigenkapitals an der monatlichen Entnahme ohnehin nicht von der Abgeltungssteuer erfasst werden.

Vor allen Dingen aber wird die Abgeltungssteuer nicht von der monatlichen Entnahmesumme abgezogen, sondern das Gesamtvermögen des Entnahmeplans wird damit belastet. An der Höhe ihrer monatlichen Entnahmen ändert sich durch die Abgeltungssteuer also nichts.

Entnahmeplan: Abgeltungssteuer kann sich unterschiedlich bemerkbar machen

Im Laufe eines Entnahmeplans macht sich die Abgeltungssteuer unterschiedlich stark bemerkbar. Dies ist zum einen von der Art des Entnahmeplans abhängig, zum anderen aber auch der Entwicklung über die Laufzeit geschuldet.

Naturgemäß kann die absolute Summe des Abgeltungssteuerbetrags bei Fondsentnahmeplänen schwanken, je nachdem wie Gewinne (oder Verluste) ausfallen. Bei einem festverzinslichen Bankentnahmeplan entfallen solche Schwankungen.

Ein Unterschied macht zudem, ob eine Variante mit oder ohne Kapitalverzehr gewählt wird. Bei der Variante mit Kapitalverzehr ändert sich im Laufe der Zeit der Anteil der Eigenleistung an der monatlichen Entnahme, so dass sich somit auch die Abgeltungssteuer mit der Zeit stärker bemerkbar macht.

Der Abgeltungssteuer ein Schnippchen schlagen

Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, wenn möglich einen Freistellungsauftrag zu stellen. Der Freibetrag liegt hier bei immerhin 801 € pro Person. Je nach Höhe der Freistellungssumme und des Entnahmeplans fällt die Abgeltungssteuer dann vielleicht gar nicht an.

Insbesondere Rentner können die Abgeltungssteuer umgehen, wenn sie die Kapitalerträge als Hinzuverdienst ausweisen und dabei unter der Hinzuverdienstgrenze von 8.004 Euro bleiben. Entnahmepläne stellen eine rentable Geldanlage dar, vor allem wenn Freibeträge und Hinzuverdienstgrenzen ausgenutzt werden.

5. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.