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Entnahmeplan: Zinssatz kann entscheidend sein

Ein Entnahmeplan kann beispielsweise zum Zweck einer Zusatzrente im Alter oder auch zur Unterstützung der Kinder bei der Ausbildung sinnvoll sein. Dabei gibt es eine festverzinsliche Variante. Diese Bankentnahmepläne, auch bekannt als Bankauszahlungspläne, sind im Vergleich zu Fondsentnahmeplänen unflexibel und renditeärmer, bieten dafür aber eine höhere (Planungs-)Sicherheit.

Entscheidend für die Rendite von Bankentnahmeplänen ist der Zinssatz. Je niedriger der Zinssatz ausfällt, desto niedriger ist entsprechend die Rendite des Entnahmeplans. Somit ist ein Bankentnahmeplan mit einem niedrigen Zinssatz unrentabler als einer mit einem hohen Zinssatz – unabhängig davon, ob es sich um einen Bankentnahmeplan mit oder ohne Kapitalverzehr handelt.

Gerade in einer Zeit von niedrigen Zinssätzen sollte man sich als Anleger also gründlich überlegen, ob ein fest verzinster Entnahmeplan tatsächlich besser geeignet ist als ein flexibler. Dies gilt vor allem, wenn die veranschlagte Laufzeit einen langen Zeitraum von beispielsweise 25 Jahren umfasst. Ein Anleger sollte sich dementsprechend eher für einen Entnahmeplan mit möglichst hohem festem Zinssatz entscheiden.

Entnahmeplan und Zinssatz: Auswirkungen und ein Beispiel zur Veranschaulichung

Frau Meier hat im Alter von 65 Jahren 100.000 € Kapital zur Verfügung, das sie in Form eines Bankentnahmeplans anlegen möchte. Sie entscheidet sich für eine Variante ohne Kapitalverzehr.

Bank A bietet ihr für eine Laufzeit von 5 Jahren einen Zinssatz von 2,5%. Frau Meier würde somit pro Jahr 2.500 € an Zinsen ausbezahlt bekommen, pro Monat wären dies dann 208,33 €. Würde sich Frau Meier für eine Laufzeit von 25 Jahren entscheiden, so würde sie von Bank A dagegen einen Zinssatz von 3,5% erhalten. In diesem Fall würde Frau Meier jährlich 3.500 € und monatlich 291,66 € erhalten.

Bank B bietet Frau Meier bei einer Laufzeit von 5 Jahren einen Zinssatz von 2,6%. Damit würde sie jährlich also 2.600 € bzw. 216,66 € monatlich erhalten. Bei einer Laufzeit von 25 Jahren würde sie dagegen einen Zinssatz von 4,1% bekommen. Somit stünden ihr jährlich 4.100 € und monatlich 341,66 € zur Verfügung.

Angenommen Frau Meier möchte einen Entnahmeplan mit einer Laufzeit über 5 Jahren zur Unterstützung der Enkelin während ihres Studiums abschließen, so machte es keinen allzu großen Unterschied, welcher Bank sie ihr Geld anvertraut. Ob ihre Enkelin rund 8 € mehr oder weniger im Monat erhält, wäre kein gravierender Unterschied, auch wenn Bank B natürlich rentabler wäre.

Möchte sie die 100.000 € allerdings für ihre eigene Zusatzrente anlegen, so würde sie sich sicherlich für Bank B entscheiden. Hier bekäme sie immerhin 50 € mehr im Monat. Bei dieser Variante könnte sie wohl zudem einen Anstieg der Zinssätze in den kommenden Jahren sowie die Inflation besser verkraften.

Vergleich von Entnahmeplänen mit Zinssatz lohnenswert

Möchte man Kapital in einen Entnahmeplan mit festem Zinssatz anlegen, so kann sich ein Vergleich von verschiedenen Anbietern und Laufzeiten spürbar lohnen. Kapitalanlagegesellschaften bieten zum Beispiel häufig bessere Zinskonditionen als Banken.

Auch kann sich die Länge der Laufzeit unterschiedlich auf die Höhe des Zinssatzes auswirken und nicht überall werden alle Laufzeiten angeboten. Zudem sollte man darauf achten, ob unter Umständen eine nachträgliche Anpassung möglich ist. Dies könnte sich bei einem Anstieg des Zinssatzniveaus bezahlt machen.

5. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.